5G-Netz: Wie gefährlich ist Elektrosmog?

1622
5G-Netz Wie gefährlich ist Elektrosmog?

5G-Netz Wie gefährlich ist Elektrosmog?

Für 2020 ist das neue Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) geplant. Die Industrie und Nutzer erwarten es dringlichst. Dennoch bestehen auch Unsicherheiten, welche Auswirkungen der 5G-Netz-Ausbau für unsere Gesundheit haben wird.

Kontroversen zum 5G-Netz

Wieso wird der 5G-Ausbau überhaupt kontrovers diskutiert? Bislang lagen die Frequenzen der G-Netze zwischen 700 Megahertz und 6 Gigahertz. Das 5G-Netz verwendet höhere Frequenzen zwischen 28 bis 100 Gigahertz. Diese höheren Frequenzen können mehr Daten pro Zeit übertragen. Die Netze im Vergleich:

  • 4G ist zehnmal schneller als 3G
  • 5G ist eintausendmal schneller als 4G

EXTRA: 5G für alle?! Verbraucherzentrale fordert lückenlosen Ausbau

Hierbei ist zu beachten, dass die Reichweite mit erhöhter Frequenz abnimmt. Folglich benötigt das flächendeckende 5G-Netz mehr Sendemasten. Bisher wurden Sendemasten auf Mobilfunktürmen oder Dächern montiert. Künftig würden sie verstärkt montiert werden auf:

  • Straßenschildern
  • Briefkästen
  • Laternen

Durch die Erhöhung der Anzahl der Sendemasten ist man dem Einfluss der Strahlung stärker ausgesetzt. Dies bereitet vielen Menschen Sorgen, denn bislang gibt es keine Ergebnisse von Langzeitstudien, welche die Auswirkungen der 5G-Strahlung erforscht haben.

Es gibt jedoch zahlreiche wissenschaftliche Studien, welche den Einfluss der 2G-, 3G- und 4G-Strahlung auf den menschlichen Körper untersucht haben. In diesen konnten folgende Veränderungen festgestellt werden:

  • Stress
  • Spermien- und Hodenschäden
  • Neuropsychiatrische Effekte
  • Veränderungen im Gehirn
  • Zelluläre DNA-Schäden

Jedoch weisen Wissenschaftler darauf hin, dass sich die Ergebnisse der bisherigen Studien nicht auf das 5G-Netz übertragen lassen.

Man kann das 5G-Netz nicht mit den anderen Netzen vergleichen, da sich die Strahlung in den Funkzellen anders verteilt. Das 5G-Netz verwendet Beamforming (engl.: „Strahl-Formung“). Beamforming ist eine Signalverarbeitungstechnik, bei der Sensor-Arrays zum Senden oder Empfangen von gerichteten Signalen verwendet werden. Dieses Verfahren ermöglicht es, dein WiFi-Signal zu fokussieren. Einfach ausgedrückt: Wenn dein Router ein WiFi-Signal aussendet, wird das Signal immer breiter und breiter. Dies lässt den Router immer weniger Leistung verlieren, im Austausch für die Abdeckung. Dieser Prozess gewährt einen schnellen und effizienten Datentransfer.

Die aktiven Mobilfunknutzer sind somit einem Risiko ausgesetzt. In Zukunft wird sich die Forschung also mit der Frage beschäftigen müssen, wie man die Strahlenbelastung trotz schwankender Intensität misst.

Gibt es Gesundheitsrisiken?

Handys senden elektromagnetische Strahlung aus, welche zur Hochfrequenzstrahlung gehören. Dabei unterscheidet man:

  • ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung und Radioaktivität)
  • nicht-ionisierende Strahlung (Mobilfunkstrahlung, Mikrowellenstrahlung, etc.)

Zwar reicht die Energie der Mobilfunkstrahlung nicht aus, um unser Erbgut zu verändern, trotzdem sind gesundheitsschädliche Konsequenzen nicht auszuschließen.

EXTRA: Wie schädlich ist Handystrahlung wirklich?

Wie funktioniert die Handystrahlung?

Handystrahlung bringt Wassermoleküle in Schwingung. Durch die Bewegung der Moleküle entsteht Reibungswärme, welche beim Eindringen in unserem Körper unser Gewebe und unsere Zellen erhitzt. Dabei gilt: die Strahlung dringt in unseren Körper ein, sobald das Handy sendet oder empfängt. Je nach Frequenz dringt die Strahlung unterschiedlich tief in den Körper ein und beeinflusst unterschiedliches Gewebe. Die Strahlung dringt umso tiefer ein, je niedriger die Frequenz ist. Demzufolge dringt die 5G-Strahlung weniger tief ein, als die Strahlung des 2G-, 3G- oder 4G-Netzes.

Doch wann ist die Strahlung schädlich? Die spezifische Absorptionsrate (SAR) ist ein Maß für die Geschwindigkeit, mit der Energie vom menschlichen Körper absorbiert wird, wenn er Handystrahlung ausgesetzt ist. In Deutschland wurde der Richtwert für die Belastung der Strahlung vom Bundesamt für Strahlenschutz auf 2,0 Watt festgesetzt. Mit diesem soll ein gefährlicher Temperaturanstieg des Gewebes von mehr als 1°C verhindert werden. Allerdings wird dieser Richtwert in der Wissenschaft kontrovers diskutiert.

Ist Handystrahlung krebserregend?

Die Antwort auf die Frage, ob Handystrahlung krebserregend ist, ist kompliziert. Die Debatte um das Thema wurde aufgrund der Forschungsergebnisse des amerikanischen National Toxicology Program (NTP) angefacht, welche im November 2018 veröffentlicht wurden. Bei den Untersuchungen wurden Mäuse und Ratten Mobilfunkstrahlung von 900 Megahertz ausgesetzt. Anschließend entwickelten die männlichen Ratten Tumore am Herzen. Außerdem wurde bei den Nagetieren ein erhöhter Zelltod festgestellt. Noch dazu traten Veränderungen in folgenden Körperregionen auf:

  • Nervensystem
  • Gehirn
  • Herz
  • Hoden

Die Bestrahlung der Labortiere war hoch: Die Nagetiere wurden neun Stunden am Tag über zwei Jahre hinweg mit 1,5 bis 6,0 Watt pro Kilogramm Körpergewicht bestrahlt. Allerdings übersteigt dies den Richtwert des BfS von 2,0 Watt.

Bereits im Jahr 2011 wurde Mobilfunkstrahlung von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als möglicherweise krebserregend eingestuft. Die IARC ist eine Organisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese Bewertung bedeutet nur, dass Handystrahlung prinzipiell Krebs auslösen kann. Dabei wird nicht miteinbezogen, wie viel Strahlung tatsächlich im Alltag vorhanden ist. Aus diesem Grund spielen Studien, die eine reale Alltagsbelastung erforschen eine wichtigere Rolle.

Mittlerweile gibt es mehr als 1.500 Studien, welche sich mit den Auswirkungen der Funkstrahlung auseinandergesetzt haben. Falls du bei deiner Recherche einen Überblick benötigst, ist das EMF-Portal der RWTH Aachen eine gute Hilfe. Weltweit werden insbesondere drei große Studien angegeben:

Diese Studien umfassen mehr als 1,5 Millionen Probanden. Bislang konnten alle drei Studien nur feststellen, dass die Mobilfunkstrahlung unser Körpergewebe erwärmt. Dabei konnte über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren keine übereinstimmende Korrelation zwischen Mobilfunkstrahlung und Hirntumoren festgestellt werden.

Fazit: Was sind die Konsequenzen?

Bisher brechen Experten nicht in Panik aus, dennoch gibt es Grund zur Sorge und zur Vorsicht. Krebs entwickelt sich meist langsam und wir sollten mögliche Auswirkungen ernst nehmen. Bislang gibt es noch keine ersten Ergebnisse der Langzeitstudien, welche die möglichen Folgen näher eingrenzen. Trotzdem kann jeder das Risiko für sich selbst verringern.

4 Tipps, wie du Handystrahlung vermeidest

Diese drei Tipps helfen dir deine Strahlenbelastung einzugrenzen:

  • Vor dem Schlafen das Handy in den Flugmodus schalten
  • Abstand vom Handy gewinnen und so weit wie möglich vom Körper tragen
  • Das Handy häufig ausschalten
  • Häufig die Freichsprecheinrichtung nutzen

Allein diese einfachen Tipps können helfen die Strahlung zu minimieren, da die Strahlung bereits nach kurzer Distanz abnimmt.

Du willst nichts mehr verpassen?

2 Kommentare

  1. Ich halte ehrlich gesagt nichts davon. Denn für Flora und Fauna bedeutet es auch Risiken. was ist mit den ganzen Vögeln, die dadurch beeinflusst werden. Nicht umsonst sind beim Test in Dänemark 1000 Vögel im Umkreis tot umgefallen.
    Bäume sollen sogar gefällt werden damit das Netz besser durchkommt. Alles was über 5m sei. Ich finde es ehrlich gesagt unverantwortlich, dass die Industrie und Wirtschaft nur an Profite denkt. Die Strahlung unserer Mobilfunkgeräte ist schon lange nicht mehr gesundheitlich förderlich. Es gibt dazu genügend Studien und Fälle. Aber irgendwie interessiert es keinen. Warum muss alles immer schneller gehen? Der Stresslevel wird erhöht bei uns allen. Der Druck verstärkt. Und das Gesundheitsrisiko wird in Kauf genommen für Mensch, Tier und Pflanze. Ich möchte kein 5G, ich bruache nicht einmal 4G. Ganz im ernst, ich bin auch mit dem 56K Modem gut gefahren. Ich bin beruflich auch auf das Internet angewiesen, dennoch sehe ich die Gefahr und Auswirkungen. Ich verstehe die Leute in dem Bereich nicht. Wir haben das Thema Massenarten auf dem Programm bei Tieren und Pflanzen. Aber die Industrie interessiert das nicht. Ohne eine intakte Umwelt ist ein gutes Leben in Zukunft nicht denkbar. Ich möchte gern mal diese Leute fragen, warum denen die Umwelt so egal ist. Vermutlich weil die eh dann nicht mehr leben, um die Auswirkungen zu erleben….es muss eher ein Offline Trend geschaffen werden. Der ganze online Wahnsinn ist ungesund!

  2. Die Menge macht das Gift. Und die jungen Leute, die jeden Tag stundenlang auf ihr Smartphone starren und es praktisch ständig eingeschaltet lassen, sind die Hauptrisikogruppe. Langzeitfolgen unbekannt. Aber versuchen Sie einmal, Ihren Kindern das Handy wegzunehmen…!

Schreibe einen Kommentar zu Olaf Barheine Antwort abbrechen

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein