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Rechtstipp: Kann ein Komplementär gleichzeitig Kommanditist sein?

© WilliamCho – pixabay.com

Conditio sine qua non bezeichnet eine „Bedingung, ohne die nicht“. Mit dieser Formel wird festgestellt, ob eine Handlung ursächlich für den Eintritt einer Tatsache war. Die Formel wird häufig im Zusammenhang mit der Kausalität gebracht. Die Conditio-sine-qua-non-Formel wird auch als Äquivalenztheorie bezeichnet. Die Formel wird in der Rechtswissenschaft und Rechtspraxis sowie der Philosophie angewendet.

Erklärung und Beispiele der conditio-sine-qua-non-Formel

Sämtliche Bedingungen, unabhängig davon, ob sie nah oder entfernt, typisch oder bloß zufällig sind, sind gleichwertig (= äquivalent). Maßgeblich ist die Verbindung des Ablaufs der Geschehnisse und dem konkreten Erfolg. Wenn der Erfolg später anders erreicht wird, so spielt das keine Rolle für die ursächliche Verbindung. Nach der conditio-sine-qua-non-Formel ist es ferner bedeutungslos, ob der Eintritt des Erfolges auf einem atypischen Kausalverlauf oder sonstigen atypischen Gegebenheiten beruht.

Ein Beispiel der Äquivalenztheorie

Person A schießt auf Person B. Person B stirbt nicht direkt an den Schüssen, wird aber ins Krankenhaus gebracht. Im Krankenhaus verabreicht Arzt C ein Medikament, dass sich noch in einer Testphase befindet. Dieses Medikament löst einen allergischen Schock bei Person B aus und sie stirbt. Hier war das Handeln von Person A kausal für den Tod von Person B, die ohne das Handeln von Person B nicht verstorben wäre. Hätte Person A nicht auf Person B geschossen, wäre Person B nie ins Krankenhaus eingeliefert worden und Arzt C hätte das Medikament nicht an Person B ausprobiert. Der allergische Schock wäre also niemals ausgelöst worden.

Kritik an der conditio-sine-qua-non-Formel

Die Formel und die dazugehörige Äquivalenztheorie sind umstritten, da der Erkenntnisgewinn gering ist: Um entscheiden zu können, ob der Erfolg entfällt, wenn man die Handlung hinwegdenkt, muss man bereits wissen, ob die Handlung für den Erfolg kausal relevant ist. Nehmen wir das Beispiel von oben: Hätten die Eltern von Person A diesen niemals gezeugt, so wäre es nie dazu gekommen, dass er auf Person B schießt. Hier zeigt sich, die Schwäche der conditio-sine-qua-non-Formel, die zu einer endlosen Weite der möglichen Bedingungen führt.