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Arbeits(schutz)kleidung: Wer muss sie tragen und wer zahlt dafür?

Arbeits(schutz)kleidung: Wer muss sie tragen und wer zahlt dafür?

© Shawn Hempel - stock.adobe.com

Wer am Schreibtisch arbeitet, trägt sie meist nicht, wer mit den Händen arbeitet meistens: Arbeitskleidung. Dabei ist Arbeitskleidung nicht gleich Arbeitskleidung. Denn nicht immer ist Berufsbekleidung auch Arbeitsschutzbekleidung. Die Bekleidungsart ist abhängig von der Berufsbranche.

Arbeitskleidung hat in der Regel die Funktion den Menschen zu schützen – vor Wind und Wetter, Farbe, Schmutz oder körperlichem Schaden. Erhältlich ist die übliche Arbeitsschutzkleidung in Fachgeschäften. Die haben meist allerlei branchenspezifische Produkte im Sortiment, von Kniepolster für die Arbeitshose von FliesenlegerInnen bis hin zu Atemschutzmasken für MalerInnen und LackiererInnen.

Angemessene Kleidung – Dresscode und Corporate Identity

Arbeitskleidung muss aber nicht immer eine schützende Funktion haben. Nicht selten müssen ArbeitnehmerInnen im Job Uniform tragen oder zumindest einem einheitlichen Dresscode folgen. Dahinter verbirgt sich ein anderes Motiv als der Schutz der ArbeitnehmerInnen.

Viele Unternehmen wollen durch Arbeitskleidung nach außen ein einheitliches Bild abgeben und stecken ihr Personal deshalb in Arbeitskleidung.

Das kann man bei Fastfood-Restaurants genauso beobachten wie bei großen Warenhäusern und im Einzelhandel.

Änderung bei Arztkitteln: keine modisch motivierte Entscheidung

Im medizinischen Bereich ist eine besondere Arbeitskleidung seit Jahrzehnten Pflicht. Die Vorteile sind:

Auch hier hat sich etwas geändert. So war es einst in Krankenhäusern üblich, dass Ärztinnen und Ärzte langärmlige weiße Kittel trugen. Weil sich über die langen Ärmel der MedizinerInnen jedoch die ungeliebten Krankenhauskeime besonders leicht übertrugen, haben Kliniken die langen Kittel aussortiert und sind auf kurzärmelige umgestiegen. Diese sollen nun der Verbreitung von multiresistenten Keimen Einhalt gebieten.

Arbeitsschutzkleidung im Job zahlt der Arbeitgeber

Eine grundlegende Frage, die beim Thema Arbeitskleidung immer wieder auftaucht, ist die Frage:

Wer bezahlt das? Darauf gibt es eine klare Antwort.

Muss Schutzkleidung im Job getragen werden, zahlt sie der Arbeitgeber. #arbeitsrecht Klick um zu Tweeten

Die sogenannte persönliche Schutzausrüstung (PSA) kann zum Beispiel aus Sicherheitsschuhen, einer Schutzbrille, Anzügen, Kopfbedeckungen und ähnlichem bestehen. Dazu gibt es entsprechende gesetzliche Verpflichtungen, die ArbeitgeberInnen zum Stellen der Schutzkleidung verpflichten. Damit einher geht allerdings auch die Verpflichtung, eben diese Arbeitsschutzkleidung zu tragen.

Individuelle Regelung bei der Berufsbekleidung

In Sachen Arbeitsbekleidung ist die Gesetzeslage ein wenig anders. Handelt es sich bei der Arbeitsbekleidung nicht um Schutzkleidung, können grundsätzlich die Kosten auf die ArbeitnehmerInnen übertragen werden. Das muss jedoch im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten sein. Und auch dann muss nicht jeder alles zahlen.

Die Anschaffungskosten für die Berufsbekleidung müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum Einkommen stehen. Bei Geringverdienenden darf nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes aus dem Jahre 2009 nichts vom Gehalt für die Anschaffung von Arbeitskleidung abgezogen werden.

Abschließend lässt sich festhalten:

Arbeitskleidung hat in vielen Bereichen durchaus ihren Sinn, auch wenn sie nicht jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer mit Begeisterung trägt.

In den meisten Fällen dient sie zum Schutz – entweder vor Verschmutzung oder körperlichen Schäden. Sie ist in vielen Unternehmen aber auch Teil der Unternehmensidentität. In den Fällen stellt das Unternehmen meist die Kleidung. Tut es das nicht, können ArbeitnehmerInnen selbst dafür aufkommen, das hängt von den individuellen Vereinbarungen ab.

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