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10 Gründe, warum Unternehmen an Social Media scheitern

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Viele Unternehmer wissen mittlerweile, dass sie an sozialen Netzwerken nicht mehr vorbei kommen. Sie haben verstanden, dass diese ihre Unternehmenszukunft mitbestimmt, vor allem, wenn die Wettbewerber auf Facebook und Twitter bereits aktiv sind. Voller Motivation wird losgelegt und Blog, Facebookseite und Twitterprofil werden eingerichtet. Ein halbes Jahr später: Der erhoffte Erfolg hat sich nicht eingestellt. Elan und Motivation sind verschwunden. Blog und Netzwerkprofile verwaisen. Woran liegt es, dass so viele Unternehmen mit ihren Social-Media-Aktivitäten scheitern? 10 Fehler, die Unternehmen im Social-Media-Marketing machen:

1. Fehlende Strategie

Viele Unternehmen laufen der Masse hinterher, ohne sich überhaupt Gedanken zur eigenen Strategie gemacht zu haben. Braucht ein Werkzeughersteller wirklich eine Facebookseite? Oder sind dessen Kunden nicht besser anderswo anzutreffen? Solche Überlegungen stehen am Anfang einer Social-Media-Strategie.

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2. In Kampagnen denken

Unternehmen, die eine Facebookseite beginnen, weil sie in 3 Monaten ein Jubiläum feiern und die Angebote dafür herausposaunen wollen, werden scheitern. In sozialen Netzwerken geht es um den Dialog, da kommt man nicht mal für einen Monat vorbei und verschwindet dann wieder für die nächsten Jahre.

Unternehmen müssen sich zuerst das Wohlwollen ihrer Zielgruppe verdienen, bevor sie von den Fans Aktionen, wie das Klicken auf Links, Weitersagen von Angeboten usw. verlangen können. Das Aufbauen der Netzwerke passiert nicht über Nacht. Die althergebrachte “Kampagnen-Denke” funktioniert höchstens noch für das Planen von Facebook-Anzeigen.

3. Sozial tun, aber nicht sein

Leider werden Social-Media-Profile immer noch mit Werbeflächen verwechselt. Zu viele Unternehmen meinen, es reiche aus, auf Facebook oder Twitter zu werben. Statt zuzuhören, was die Leute hören wollen und worüber gesprochen wird, reden sie nur über sich und ihr tolles Angebot. Vielen Unternehmern ist nicht klar, dass sich ihr Kommunikationsverhalten dauerhaft verändern muss, wenn sie in sozialen Netzwerken erfolgreich sein wollen. Nutzer sozialer Netzwerke wollen in erster Linie mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben, ihre Freizeit planen und sich informieren. Pressemitteilungen sind hier völlig fehl am Platz.

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4. Content-Marketing falsch verstehen

Unternehmen haben gehört, dass sie mit gutem Content punkten können, also mit Inhalten, die den vielbesagten Mehrwert bieten. Zu viele Unternehmen haben jedoch noch immer Angst zu viel ihres Wissens (für welches bezahlt werden soll) preis zu geben. Dies führt häufig dazu, dass belanglose, völlig unternehmensferne Inhalte geteilt werden. Lustige Bildchen und humorvolle Lückentexte bringen vielleicht ein paar Kommentare, tun jedoch nichts für die Imagepflege des Unternehmens.

5. Social Media nicht ernst nehmen

Oftmals wird die Social-Media-Arbeit als zusätzlicher Posten an Assistenten, Sekretäre oder Juniors abgegeben. Inhalte zu erstellen, einen Blog zu pflegen und in sozialen Netzwerken eine aktive Fangemeinde aufzubauen, machen jedoch viel Arbeit, die sich schwer neben der eigentlichen Arbeit erledigen lässt.

Die Personen im Unternehmen, die die Inhalte aktiv in den Netzwerken nach außen tragen, sind das Sprachrohr des Unternehmens und sollten dementsprechendes Wissen mitbringen. Die Social-Media-Auftritte eines Unternehmens sind mindestens genauso wichtig, wie die Empfangslobby oder Unternehmswebseite. Ständig wechselnde Praktikanten mit dieser wichtigen Kommunikationsaufgabe zu betreuen, ist schlichtweg leichtsinnig.

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6. Zu wenig Zeit einplanen

Auf die Frage: “Warum haben Sie aufgehört zu bloggen?” kommt mit 90%-iger Wahrscheinlichkeit die Antwort: “Weil ich keine Zeit mehr dafür hatte.” Oft wird der Zeitaufwand für Blog, Facebook, Twitter und Co. unterschätzt. In stressigen Momenten sind Social-Media-Aktivitäten oft die ersten, die „hinten runter fallen“. Mit verheerenden Folgen, denn soziale Netzwerke und Blogs leben von der Regelmäßigkeit. Nach langer Abwesenheit ist die Reichweite im Keller und man beginnt von ganz vorn.

7. Social Media misstrauen

Wer als Privatperson den Umgang in Netzwerken ablehnt, kann kaum glaubhaft sein Unternehmen dort präsentieren (lassen). Selbst wenn der Chef nicht selbst aktiv wird, muss er zumindest die Offenheit und Transparenz, die Kommunikation abverlangt, befürworten. Die verantwortlichen Mitarbeiter brauchen die volle unternehmensinterne Unterstützung, um den Social-Media-Marathon durchzuhalten.

8. Marketing-Hausaufgaben nicht gemacht

Alle Mühe ist umsonst, wenn die Zielgruppe nicht bekannt ist und deren Probleme nicht benannt werden können. Spätestens beim Erstellen der Social-Media-Strategie müssen Unternehmer konkret werden: Wen will ich erreichen? Bei welchen Problemen kann ich der Person helfen? Was soll die Person tun? Erschreckend oft können Unternehmer diese Fragen nicht beantworten.

9. Kein Geld für Social-Media-Marketing

Wer nicht bereit ist, Geld für seine Social-Media-Aktivitäten in die Hand zu nehmen, wird nicht weit kommen. Auch wenn die Teilnahme an den Netzwerken kostenlos ist, kommt schnell einiges zusammen für zusätzlichen Mitarbeiteraufwand, Beraterhonorare, Grafiken und Bilderlizenzen, das Beauftragen von Inhalten und Facebook-Anzeigen.

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10. Falsche Erwartungen

“Wir haben nach zwei Wochen auf Facebook noch keinen neuen Kunden gewonnen.” Solch überzogene Erwartungen führen schnell zum Aufgeben. Ein realistisches Zeitfenster zur Beurteilung der eigenen Anstrengungen sind drei bis sechs Monate. Vorab zu wissen, was man mit Social Media überhaupt erreichen kann, schützt vor Enttäuschungen. Für schnelle Vertriebsziele eignen sich weder Blog noch Facebook. Für langfristige Imagepflege, Kundenbindung und Kundengewinnung über Empfehlungen hingegen schon.

Tipps für deine Social Media Strategie

Fühlst du dich ertappt? Das ist nicht schlimm. Sei ehrlich mit dir und befolge folgende Tipps, um dein Social-Media-Marketing auf neue Füße zu stellen:

● Wenn du Blog und soziale Netzwerke ernsthaft einsetzen willst, beginne diese als Marketingmaßnahmen zu betrachten, wie alle anderen Maßnahmen auch. Damit bekommen sie die Wichtigkeit, die du und deine Mitarbeiter brauchen, um durchzuhalten.

● Lege die Verantwortlichkeit fest. Wenn du als Unternehmer nicht selbst aktiv wirst, wähle Mitarbeiter aus, die diese Aufgabe gerne übernehmen.

● Erstelle einen Schlachtplan, der Ziele, Zielpersonen und einen Zeitplan beinhaltet. Fange lieber erstmal mit Blog und nur einem Netzwerk an und lerne.

● Gib ein Budget frei, damit du oder deine Mitarbeiter die Chance haben, gute Arbeit zu leisten. Am Kauf von Fotos, Grafiken und eventuell Texten wirst du nicht vorbeikommen.

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