Skip to main content

Steam-Statistiken sprechen deutliche Sprache

Steam ist die meistgenutzte Verkaufsplattform für Computerspiele, beherbergt zehntausende Titel. Gleichzeitig sammelt Steam allerlei Daten zu Verkaufszahlen und Spieldauer, denen angesichts millionenfacher Nutzung enorme Aussagekraft innewohnt. Aus den Steam-Statistiken fürs Jahr 2025 geht hervor, welche Games am meisten gespielt wurden. In den Top 12 finden sich Counter-Strike 2, Dota 2, PUBG: Battlegrounds, Apex Legends und Marvel Rivals wieder. Was die Spiele verbindet: Mehrspieler und Free-to-play als Geschäftsmodell. Terraria (2011 erschienen), GTA V (2013) und Stardew Valley (2016) sind Titel, die von langjährigen Updates zehren. Und obgleich sich ein Abspann erreichen lässt, haben auch diese Games einen nahezu unerschöpflichen Wiederspielwert.

Wer auf die Top 24 blickt, entdeckt mit Baldur’s Gate 3 (Release 2023), Red Dead Redemption 2 (2018) und Cyberpunk 2077 (2020) erfolgreiche AAA-Titel, die seit Langem die Verkaufscharts dominieren. Im Sale werden teuer produzierte AAA-Spiele Jahre nach ihrer Veröffentlichung mit hohen Rabatten versehen. Dies dürfte zum langen Atem beitragen, der diesen Games anhaftet. Battlefield 6 ist übrigens das einzige Computerspiel aus dem Jahr 2025, das sich bei Steam auf einem der vorderen Plätze positionieren konnte.

Dass ältere Spiele gern hervorgeholt werden, ist kein Trend, der nur bei Steam anzutreffen wäre. Wer die besten Online Casinos in Österreich unter die Lupe nimmt, entdeckt Video-Slots wie Book of Dead, Gates of Olympus und Sugar Rush, die sich bei Österreichern reger Beliebtheit erfreuen. Neue Spielautomaten haben Schwierigkeiten, den Markt zu durchdringen. Novoline-Klassiker wie Book of Ra haben Genres geschaffen, die bis heute fortbestehen – ohne selbst an Relevanz einzubüßen.

Gründe: Nostalgie und Live-Service

Warum ältere Videospiele die Verkaufscharts derart fest im Griff haben, hat mehrere Gründe. Da wäre zum einen die Nostalgie: Vor Jahren veröffentlichte Titel erinnern an Kindheitstage. Sowohl der Soundtrack als auch die grafische Aufmachung rufen starke Emotionen hervor, lassen uns im Vergangenen schwelgen, darin versinken. Im Gegensatz zu neuen Releases ist kein seitenlanges Tutorial zu studieren. Alle Spielmechaniken sind bekannt, ohne dass die ersten Stunden fürs Einarbeiten einzuplanen wären.

Dazu kommt: Manche Genres sind weitgehend verdrängt worden. Während 2D-Plattformer nach wie vor existieren, werden 3D-Jump-and-Runs wie Super Mario 64 oder Banjo-Kazooie immer seltener produziert. Rail Shooter, Arcade-Racer und Games, die Extremsportarten wie Skateboarding zuzurechnen wären, lassen sich kaum vorfinden. Marken wie Star Fox, Burnout Paradise oder Tony Hawk’s Pro Skater fristen mittlerweile ein Nischendasein, können bestenfalls auf ein Remaster und Remake hoffen.

Geändert hat sich, wie viel Zeit Live-Service-Spiele auf sich vereinen. Wer in GTA Online Raubzüge plant oder in Minecraft Städte hochzieht, hat weniger Zeit für neue Games. Moderne Gacha-Spiele wie Zenless Zone Zero haben Battle Passes und Login-Boni, die zum täglichen Weiterspielen animieren. Zwar ist der nötige Zeitaufwand überschaubar. Doch wer hier ein paar Minuten verbringt und dort eine halbe Stunde fürs Event aufwendet, hat sein Zeitkontingent fürs Gaming rasch aufgebraucht.

Sinkende Schwierigkeitsgrade untermauern Trend

Mit zunehmendem Lebensalter sinkt das Interesse an neuen, revolutionären Erfahrungen. Anstatt nach dem nächsten Dark Souls oder Elden Ring Ausschau zu halten, steht ein entspanntes Spielen im Vordergrund. Videospiele aus den 1990er und frühen 2000er Jahren waren schwieriger durchzuspielen. Selbst auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad war der Game-Over-Bildschirm ein dauerhafter Begleiter. Heutige Videospiele sind deutlich einfacher, haben Modi, die ein Scheitern praktisch ausschließen. Entwickler haben erkannt, dass leichte Videospiele Abnehmer finden. Im Gegenteil werden zu schwierige Games sogar kritisiert, nicht barrierefrei genug zu sein.

Ältere Hardware dominiert den Markt

Steam führt regelmäßig Hardware-Umfragen durch, denen zu entnehmen ist, wie stark neuartige Technologien angenommen werden. Während Enthusiasten bei neuen Games auf 4K und 60 FPS drängen, stellen über 52 % der im Dezember 2025 Befragten 1080p als Auflösung ein. Obwohl beim Arbeitsspeicher inzwischen 32 GB als Optimum gelten, verbauen mehr als 40 % der Steam-User lediglich 16 GB. Beim VRAM der Grafikkarte werden 8 GB als Minimum für Gaming-Anwendungen angesehen – mit einem Marktanteil von über 32 % entspricht dies jedoch dem Standard.

Neue Releases haben immer höhere Systemanforderungen. Wer ein flüssiges Spielerlebnis bevorzugt, muss sogar mit älteren Games vorliebnehmen – weil das System schlichtweg nicht für neuere Titel ausgelegt ist. Zu berücksichtigen ist, wie Steam an Daten zur Hardware gelangt: Umfragen sind anonym und freiwillig auszufüllen. Anzunehmen ist, dass User mit besser ausgestatteter Hardware wahrscheinlicher Auskunft erteilen. Je schwächer die Performance, desto seltener ist einem User schließlich bewusst, über welche Bauteile der eigene Rechner verfügt.

Gaming-Branche steckt in einer Zwickmühle

Live-Service-Spiele werden als goldene Gans angesehen. Selbst erfolgreiche Publisher wie Sony oder Square Enix wollen unbedingt das nächste Genshin Impact oder Candy Crush auf den Markt bringen. Denn: Games as a Service (GaaS) können zweistellige Millionenumsätze erzielen – und zwar jeden Monat. Bei herkömmlichen Videospielen ist der Zenit viel schneller und endgültiger erreicht.

Was beim Fokus auf GaaS nicht bedacht wird, ist der schwindende Faktor Zeit. Je mehr Live-Service-Games sich auf dem Markt platzieren, desto weniger Aufmerksamkeit können neue GaaS generieren.

Für die AAA-Branche steigt das Risiko. Hohe Kosten und Experimente werden gescheut. Mittels Streamlining versucht man, die Zielgruppe zu erweitern. Letztlich fühlen sich neue Videospiele umso gleichförmiger an. Mittel- bis langfristig muss die Branche umdenken. In den allermeisten Genres ist der Markt für Live-Service-Inhalte gesättigt.

unternehmer.de

unternehmer.de ist das Wissensportal für Fach- und Führungskräfte im Mittelstand, Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer.

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!

Leave a Reply