Ob bei Netflix, Lieferando, Eventim, der Deutschen Bahn oder in klassischen Online-Shops: PayPal ist in Deutschland als Bezahlmethode im B2C-Bereich kaum noch wegzudenken. Der Zahlungsanbieter schafft aufgrund des Käuferschutzes Vertrauen und verspricht Bequemlichkeit dank des schnellen Checkouts. Aber: Für Unternehmen kommt diese Bequemlichkeit mit einem gewissen Preisschild – und einigen regulatorischen Besonderheiten. Wenn du PayPal für dein Unternehmen nutzen möchtest, solltest du daher auf bestimmte Fallstricke achten. Welche das sind und welche Vorteile PayPal dennoch für dich haben kann, erklären wir dir hier.

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Welche Vorteile hat PayPal für Kunden und Unternehmen?

Sowohl für Unternehmen als auch Kunden bestehen in der Nutzung von PayPal mehrere Vorteile: Kunden setzen vor allem aufgrund seiner großen Bekanntheit und damit verbundenen Sicherheit gerne auf den Zahlungsanbieter. Das hat gleichzeitig auch für Unternehmen den Vorteil, dass damit die Conversion Rate (Kaufabschlussrate) steigt. Laut einer von PayPal in Auftrag gegebenen Studie der Nielsen Company konvertieren Kunden 8,7-mal häufiger, wenn PayPal sichtbar angeboten wird. Einrichtung und Führung sind zudem komplett kostenlos. Es gibt keine Eröffnungsgebühr und keine monatlichen Kontoführungsgebühren.

Ein weiterer Vorteil: Kunden können „Später bezahlen“-Optionen wie Ratenzahlung oder Bezahlen nach 30 Tagen nutzen, während Händler ihr Geld sofort erhalten. Für Unternehmer ist weiterhin die einfache Integration in gängige Shopsysteme vorteilhaft – Programmierkenntnisse sind dafür nicht nötig. Einfache Zahlungslinks funktionieren ebenfalls. Auch vor Ort können Zahlungen per QR-Code oder „PayPal Zettle“ (Kartenleser) angenommen werden.

PayPal kann die Marge schmälern

Allerdings gibt es einen Haken: PayPal gehört zu den teureren Zahlungsanbietern. Die Standard-Inlandsgebühren rangieren typischerweise zwischen 2,49 Prozent bis 2,99 Prozent plus eine feste Pauschale von 0,35 Euro bis 0,39 Euro pro Transaktion. Zudem kommt es bei besonders kleinen Zahlungen unter 5 Euro häufig zu gesonderten Gebühren wie einem Aufschlag von 4,99 Prozent und 0,09 Euro. Das zehrt bei kleinen Warenkörben stark an der Marge.

Ein Nachteil, der besonders für Händler relevant ist, die auch ins Ausland verkaufen: Bei internationalen Geschäften und Währungsumrechnungen schlägt PayPal oftmals einen Aufschlag von rund 3 Prozent auf den Wechselkurs auf. Ebenfalls zu bedenken: Kartenlesungen vor Ort sind mit ca. 1,39 Prozent oftmals günstiger als Online-Transaktionen.

Zahlungsart / TransaktionTypische Gebühr (Richtwerte)
Standard Online-Verkauf (Inland)2,49 % – 2,99 % + 0,35 €
Mikrozahlungen (unter 5 €)4,99 % + 0,09 €
Auslandstransaktion / WährungsumrechnungStandardgebühr + ca. 3 % Wechselkursaufschlag
POS (Kartenleser vor Ort)ca. 1,39 %

Stolpersteine und Risiken für Unternehmen

Neben den finanziellen Nachteilen die mit einer Nutzung von PayPal einhergehen können, gibt es für Unternehmen jedoch noch weitere Besonderheiten zu beachten. So reagiert PayPal mitunter extrem risikoavers – bei plötzlichen Umsatzsprüngen, vielen Rückbuchungen oder „verdächtigen“ Aktivitäten kann das Konto im Zweifel ohne Vorwarnung temporär eingefroren werden. Das stellt ein ernsthaftes Liquiditätsrisiko für KMU dar.

Bei Konflikten zwischen Kunden und Händlern entscheidet PayPal zudem häufig zum Vorteil des Kunden. Händler sollten daher lückenlose Versandnachweise bereithalten, um sich vor Betrug zu schützen. Und letztlich ist die Abhängigkeit von PayPal als solche schon riskant – daher ist ein Mix aus Lastschrift, Kreditkarte und PayPal Pflicht.

Praxis-Tipps für den Umgang mit PayPal

Wer PayPal nutzen möchte, sollte entsprechend die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägen – je nach individueller Situation des Unternehmens kann sich die Nutzung jedoch durchaus lohnen, insbesondere mit Blick auf die Conversion Rate. Allerdings sollten Händler beachten, dass PayPal aus Sicht des Finanzamts wie ein separates Bankkonto zu führen ist. Gelder dürfen demnach nich erst bei Auszahlung aufs Hausbankkonto gebucht werden.

Eine Integration in moderne Buchhaltungssoftware kann dabei helfen, Transaktionen und abgezogene PayPal-Gebühren automatisch zu matchen und als Betriebsausgaben zu verbuchen. Das ist insbesondere deshalb von Interesse für dich, weil die Gebühren als Nebenkosten des Geldverkehrs direkt den Gewinn mindern. Daher kannst du sie auch steuerlich absetzen lassen – und im Endeffekt vielleicht sogar etwas Geld sparen.

Fazit: Für B2C-Geschäfte ist PayPal im Prinzip unverzichtbar, um die Absprungraten im Checkout zu minimieren. Für den Gebrauch im B2B-Bereich ist PayPal allerdings oft zu teuer – hier sind klassische Überweisungen, Lastschriften oder spezialisierte Payment-Gateways sinnvoller. Bei hohen internationalen Umsätzen kann PayPal mit Multi-Währungskonten kombinieren, um die teuren Wechselkursgebühren zu umgehen.

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