Guter Traffic ist teuer. Online-Shops können ihren Umsatz jedoch enorm steigern, wenn die Konversionsraten (Conversion Rates) systematisch optimiert werden. Beachte einfach folgende 5 Punkte, um das Beste aus deinen Besuchern herauszuholen:
1. Optimierung der Landingpages
Welches sind deine wichtigsten Keywords und Zielgruppen-Segmente? Die richtigen Keywords hast du gewählt, wenn du in der organischen Suche (SEO) oder über bezahlte Anzeigen (Google Ads / Performance Max) exakt dann gefunden wirst, wenn die Kaufabsicht hoch ist – und der Klick auf deinen Eintrag folgt. Doch passt danach auch wirklich die jeweilige Landingpage?
Eine Landingpage ist dann perfekt, wenn sie die Erwartungshaltung des Nutzers sofort erfüllt. Der Kunde muss in den ersten Sekunden erkennen, dass diese Seite seine Wünsche abdeckt. Im Idealfall führt ein klarer, unmissverständlicher Call to Action (CTA) – wie „Jetzt bestellen“ oder „In den Warenkorb“ – den Nutzer. Eine zielgruppengerechte Landingpage ist das Fundament der Conversion-Rate-Optimierung. Bereits hier entscheidet sich, ob du Kunden gewinnst oder sie direkt wieder an die Konkurrenz verliererst.
2. Usability und Mobile-First im Auge behalten
Achte in deinem Online-Shop darauf, dass die Navigation intuitiv und einfach zu bedienen ist. Die Struktur deines Shops sollte gängigen Standards entsprechen. Das bedeutet: Der Kunde kennt die gelernten Muster aus anderen großen Shops und ist mit den Abläufen vertraut. Dein Shop bleibt durch dein Branding individuell, aber wichtige Funktionen gehören an gelernte Positionen:
- Die Suchfunktion: Zentral im oberen Header-Bereich.
- Der Warenkorb und Login: Oben rechts.
- Die Hauptnavigation: Auf dem Desktop als horizontales Menü oben, mobil als sauberes „Burger-Menü“.
- Der Call-to-Action-Button: Im direkt sichtbaren Bereich (Above the Fold) und farblich deutlich hervorgehoben.
Da mittlerweile weit mehr als die Hälfte aller Käufe über das Smartphone getätigt werden, muss dein Shop zwingend Mobile-First optimiert sein.
Die besten Infos zur Optimierung kommen übrigens von den Kunden selbst. Befrage deshalb regelmäßig Personen aus deiner echten Zielgruppe, wie sie mit dem Shop zurechtkommen. Richtet sich dein Shop an eine ältere Generation, macht es wenig Sinn, nur junge, technikbegeisterte Menschen zu interviewen – teste immer mit den echten Endnutzern.
3. Die Shop-interne Suche als Umsatztreiber
Nahezu 50 % der Shop-Umsätze werden über die interne Suche generiert, wenn diese perfekt funktioniert. Ein Beispiel: Sucht ein Kunde nach einem Begriff mit Tippfehler (z. B. „Händy“ statt „Handy“), muss das System den Fehler via Toleranzsuche abfangen und trotzdem die passenden Treffer anzeigen. Moderne, KI-gestützte Such-Software kann heute jedoch noch viel mehr:
- Autovervollständigung (Autocomplete): Automatische Vorschlagslisten und Produktbilder bereits beim Tippen anzeigen.
- Dynamische Filter: Relevante Filtermöglichkeiten (Größe, Farbe, Preis) direkt auf Basis des Suchbegriffs anbieten.
- Intelligentes Sortieren: Topseller und margenstarke Produkte automatisch ganz nach vorne sortieren, während Ladenhüter weiter hinten landen.
Mit einer schnellen, intelligenten Suche führst du den Kunden zur Conversion, ohne dass es ihm bewusst auffällt. Die meisten Nutzer haben keine Zeit für lange Suchen. Sie wollen schnell in den Shop hinein, schnell das Produkt finden und unkompliziert bezahlen.
4. Artikel detailliert und transparent beschreiben
Da Kunden die Ware im Online-Shop nicht wie im stationären Handel anfassen können, entscheiden die Produktpräsentation und die Details. Wenn der Nutzer den Preis bereits verglichen hat, hängt seine finale Entscheidung von den Fotos, Videos und den Erklärungen ab:
- Visuelle Highlights: Biete hochauflösende Bilder aus verschiedenen Perspektiven, eine Zoom-Funktion und idealerweise kurze Produktvideos oder 3D-Ansichten an.
- Die richtige Text-Mischung: Die Artikelbeschreibung sollte alle Hard Facts (Material, technische Daten, Maße) übersichtlich bereithalten, aber auch Soft Facts transportieren (Storytelling: Welches Problem löst das Produkt? Wie fühlt es sich an?). Das schafft eine persönliche Brücke zum Kunden.
- Echtzeit-Verfügbarkeit: Zeige transparent an, ob ein Artikel sofort lieferbar ist. Nichts frustriert mehr, als erst im letzten Schritt des Checkouts zu erfahren, dass das Produkt ausverkauft ist. Ist eine Variante vergriffen, biete direkt passende Alternativen oder eine Benachrichtigungsfunktion an.
5. Den Checkout-Vorgang radikal optimieren
Im E-Commerce bricht ein großer Teil der Besucher den Kauf erst im letzten Schritt – dem Checkout-Prozess – ab. Wenn du viel Geld für Klicks (z. B. über Google Ads oder Social Media) bezahlst, verlierst du genau hier bares Geld. Der Checkout ist deshalb dein größter Hebel für mehr Umsatz.
- So kurz wie möglich: Halte den Prozess kurz (ideal sind maximal 3 bis 5 Schritte oder ein übersichtlicher One-Page-Checkout). Verlage nur die Daten, die absolut notwendig sind. Optionale Felder (wie die Telefonnummer) sollten niemals Pflichtfelder sein. Biete zudem zwingend einen Gast-Checkout ohne Registrierungszwang an.
- Intelligente Formulare: Vermeide Formulare, die bei einer Fehleingabe alle bereits eingegebenen Daten wieder löschen. Es gibt kaum etwas Nervigeres für Nutzer. Markiere fehlerhafte Felder stattdessen in Echtzeit rot und lass die restlichen Daten stehen.
- Versand und Lieferzeit: Zeige die voraussichtliche Lieferzeit und die Versandkosten von Anfang an transparent an. Unerwartete Kosten im letzten Schritt sind der Abbruchgrund Nummer eins. Biete nach Möglichkeit auch Express-Optionen an.
- Moderne Zahlungsarten: Bietest du die bevorzugte Zahlungsart nicht an, ist der Kunde weg. Absolut unverzichtbar sind heute PayPal, Kreditkarte, Kauf auf Rechnung (z. B. via Klarna) sowie moderne Mobile-Payment-Lösungen wie Apple Pay und Google Pay.
- Der „Scheuklappen-Effekt“: Sobald sich der Kunde im finalen Checkout-Prozess befindet, solltest du die normale Shop-Navigation und Ablenkungen ausblenden. So bleibt der Fokus voll und ganz auf dem erfolgreichen Kaufabschluss.





@ Herrn Gonschorek
die AGBß´s sind ja immer im Footer ausgelobt und bleiben somit erhalten. Bestes Beispiel um sich soetwas live anzusehen ist Amazon. Gehen Sie dort einmal bis zum letzen Schritt des Checkout ohne die Bestellung abzusenden. Die Navigation ist komplett ausgebaut und noch nur wenige Links im Header und im Footer vorhanden.
Guten Tag Herr Gonschorek,
wir haben den Autor Herr Barth kontaktiert, mit der Bitte, in Form eines Kommentars auf Ihre Frage zu antworten. Sie können Ihn auch direkt kontaktieren:
http://www.e-commerce-blogger.de/
Viele Grüße aus Nürnberg, Ihre Unternehmer.de-Redaktion.
Ich hätte eine Frage zum letzten Punkt. Ist es Rechtens, beim Bestellvorgang die Navigation auszublenden? Schließlich ist es ja in DE Pflicht, die AGB’s jederzeit Sichtbar zu haben.
Oder ist Ihr Scheuklappensystem anders gemeint?
Auf Shop7.de eine gutes Beispiel optimaler Bestellablauf!!
Ich kann Ihre Ausführungen nur bestätigen. Durch die Optimierung des Checkout-Prozesses einer unserer Kunden, konnte die Abbruchquote im Bestellvorgang um 30% gesenkt, und der Umsatz entsprechend erhöht werden.
Vielen Dank für die hilfreichen und einfach beschriebenen und anzuwendenden Informationen.