Wie solltest du Betreff, Einstieg und Schlusssatz im Brief formulieren? Auch in digitalen Zeiten sind Mailings auf Papier, versendet ganz klassisch mit der Post, ein wichtiges Werbemedium. Geschickt eingesetzt, ist es gerade bei hochpreisigen und/oder erklärungsbedürftigen Produkten das beste Mittel der Wahl für den Kundendialog.

Der Betreff und der Einstieg des Werbebriefes sind eine knifflige und wichtige Herausforderung an UnternehmerInnen oder Texter. Der Kunde soll in das Angebot hineingezogen und begeistert werden. Meist gibt man sich große Mühe – auch beim weiteren Text investiert man Zeit, feilt an Sätzen, kürzt Absätze und berücksichtigt im Idealfall den natürlichen Blickverlauf bei einem Brief.

Aber am Schlusssatz im Brief wird geschludert:

„Wir stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen.“

Dieses Briefende ist, ohne es überprüfen zu können oder zu wollen, in 95% der Briefe die Phrase, mit der (potentielle) KundInnen verabschiedet werden. Kein besonders individuelles Ende eines Monologs, der doch im Idealfall eine Handlung nach sich ziehen sollte.

Warum diese Floskeln in der werblichen Ansprache genutzt wird, liegt auf der Hand: Bequemlichkeit und Einfallslosigkeit. Automatisierte Textbausteine tun ihr übriges. Das Gegenteil, Kreativität und Wertschätzung sollten KundInnen gegenüber zum Ausdruck gebracht werden. Denn gerade im Endspurt, mit den letzten Sekunden Aufmerksamkeit des Lesers, sagst du ihm, was jetzt zu tun ist und warum das zu seinem Vorteil ist.

Spickzettel zum Vermeiden von Abschlussfloskeln und -phrasen

Der Kunde wird die Standardformulierungen überlesen. Dadurch verschenkst du Aufmerksamkeit und Platz. Überrasche und beeindrucke ihn stattdessen. Das sind Alternativen für einen kreativen, persönlichen und individuellen Schlusssatz im Brief im Kontext einer Werbemaßnahme:

💡 Spickzettel: 7 conversion-starke Alternativen für deinen Schlusssatz

Ersetze die Standardfloskel durch Sätze, die zum Handeln aktivieren.

❌ Bitte streichen (Die 95%-Standard-Floskel): „Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen…“
  • 🚀 Der klare Nutzen-Fokus (Ergebnisorientiert):
    „Freuen Sie sich auf messbar mehr Traffic und entlastete Teams. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt dabei.“
  • 📞 Der direkte Dialog (Persönlich & Nahbar):
    „Welche Herausforderung gehen wir als Erstes an? Rufen Sie mich direkt unter [Nummer] an – ich nehme mir gerne Zeit für Sie.“
  • Der zeitliche Anreiz (Dringlichkeit):
    „Sichern Sie sich Ihr Strategiegespräch noch vor dem [Datum], um optimal vorbereitet in das neue Quartal zu starten.“
  • 🛠️ Der unkomplizierte nächste Schritt (Niedrige Hürde):
    „Lassen Sie uns keine Zeit verlieren: Antworten Sie einfach kurz auf diese Mail, und ich sende Ihnen zwei Terminvorschläge zu.“
  • 🎯 Der visuelle Blick in die Zukunft (Augenhöhe):
    „Ich freue mich darauf, Ihr Projekt gemeinsam auf das nächste Level zu heben und Ihre Performance-Ziele zu knacken.“
  • 🎁 Das exklusive Angebot (Wertschätzung):
    „Als kleine Starthilfe haben wir Ihren persönlichen Gutschein-Code schon aktiviert. Probieren Sie es einfach unverbindlich aus.“
  • 🌱 Der beratende Ansatz (Kein harter Pitch):
    „Lassen Sie uns ganz unverbindlich prüfen, wo bei Ihren aktuellen Prozessen die größten Hebel liegen. Ich freue mich auf unseren Austausch.“

Tipp zum Schluss

Unterschreibe deinen Brief handschriftlich und leserlich mit Vor- und Zunamen, denn bei der Unterschrift sollte die Wertschätzung nicht aufhören. Wenn es zu viele Briefe sind, kannst du auch die eingescannte Unterschrift (vorzugsweise in Blau) einfügen. Vielleicht kannst du dir  aber doch die Zeit nehmen, denn die Wertigkeit des Mailings und damit die Chance dein (Werbe)Ziel zu erreichen, werden dadurch erhöht.

PS: Viel Spaß beim Texten und kreativen Ausprobieren. Und vergiss das „PS“ nicht, um noch einmal zum Handeln aufzufordern. In dem Artikel „Dialogkampagne – Planung ist die halbe Miete“ erfährst du mehr über die Planung einer Dialogkampagne.

Ute Schmeiser

Ute Schmeiser ist Marketingberaterin und seit 2001 mit ihrer Agentur Schmeiser Marketing selbständig. Vorher war sie in Full-Service-Agenturen verantwortlich für die Betreuung der Kunden. Als selbständige Beraterin unterstützt sie Unternehmen. Dies beinhaltet sowohl die Konzeption von Maßnahmen als auch deren Umsetzung. Seit 2010 ist sie KfW-Coach für Marketing im Rahmen des Gründercoaching Deutschland. Im eigenen Werbe-Blog schreibt sie über Werbung und gibt Tipps für die praktische Umsetzung.

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Ein Kommentar

  • Mathias sagt:

    Der Schlusssatz wird tatsächlich oft unterschätzt. Viele Briefe und Mailings starten stark, verlieren aber am Ende ihre Wirkung, weil sie in eine Standardfloskel kippen. Dabei ist genau der Schluss der Moment, in dem aus Interesse eine Handlung werden kann. Wichtig finde ich aber: Der letzte Satz darf nicht nur kreativer klingen. Er muss konkret machen, was der Leser jetzt tun soll und warum dieser nächste Schritt für ihn sinnvoll ist. Sonst bleibt auch die schönste Formulierung nur Dekoration. Gerade bei erklärungsbedürftigen Angeboten entscheidet der Abschluss oft darüber, ob der Kontakt entsteht oder der Brief abgelegt wird. „Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung“ ist dafür meistens zu schwach.

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