Bei vielen Beschäftigten lautet die Devise bereits am Mittwoch: „Nur noch bis Freitag, dann ist endlich Wochenende.“ Arbeit macht leider nicht jeden Tag Spaß – doch muss sie das überhaupt? Oder kann Arbeit auch auf andere Weise erfüllend sein? Ob die Freude an der Arbeit tatsächlich ein Muss ist, hat Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig untersucht. Er sagt: „Erwerbsarbeit muss nicht unbedingt Spaß machen.“ Welche psychologischen Faktoren ebenfalls wichtig für ein Gefühl der Erfüllung bei der Arbeit sind, zeigten Zacher und sein Team mit einem Experiment.
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Lieber Freude, Sinnhaftigkeit oder neue Perspektiven?
Für seine im Fachblatt „The Journal of Positive Psychology“ veröffentlichte Studie stellten die Forscher einer repräsentativen Stichprobe an Erwerbstätigen die Frage:
Wenn Sie sich für ein Arbeitsleben entscheiden müssten, welches würden Sie dann wählen?
Zur Auswahl standen insgesamt drei Optionen: das freudige Arbeitsleben, das sinnhafte Arbeitsleben oder das psychologisch-reichhaltige Arbeitsleben. Dabei gab nur etwa die Hälfte der Befragten das freudige, spaßige Arbeitsleben als Antwort an. Ein Viertel wollte lieber einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen, ein weiteres Viertel will lieber eine Arbeit, die sich besonders abwechslungsreich gestaltet und neue Perspektiven eröffnet.
Während sich also die eine Hälfte der Befragten Freude an der Arbeit wünscht, sei dies für die andere Hälfte zwar „sicherlich auch etwas Schönes, aber es ist nicht die absolute Priorität“, so Zacher. Spaß finde sich dabei in allen möglichen Berufsfeldern, erklärt der Arbeitspsychologe – egal ob an der Supermarktkasse oder im Büro.
Was tun, damit der Job Spaß macht?
Damit die Freude an der Arbeit nicht verfliegt, sind allerdings gewisse Maßnahmen notwendig. So können Arbeitgeber beispielsweise versuchen, die Arbeit so zu gestalten, dass sie wieder mehr Freude bringt – etwa, indem Austausch ermöglicht wird und die Aufgaben in Einklang mit den Interessen der Arbeitnehmer gebracht werden. Gleichzeitig ist aber auch der Einsatz der Beschäftigten gefragt: So können sie unter anderem kleine Wettbewerbe unter den Kollegen veranstalten, die für mehr Ansporn sorgen.
Laut Zacher zählt auch die persönliche Einstellung der Arbeitnehmer: Eine wichtige Rolle spielen etwa Offenheit und die Fähigkeit, Dinge mit Humor nehmen zu können und die eigene Attitüde an die Aufgabe anzupassen. So findet man auch bei anstrengenden oder langweiligen Aufgaben immer noch etwas Freude.
Wann wird die Unlust zum Problem?
Die Ergebnisse des Forscherteams zeigen, dass nicht nur Freude an der Arbeit, sondern auch Reichhaltigkeit und Sinnhaftigkeit einen Job erfüllend gestalten können. Natürlich gibt es immer mal wieder Tage auf der Arbeit, an denen sich das Gefühl einstellt, dass die Arbeit weder besonders viel Freude bereitet noch sinnstiftend oder reichhaltig ist.
Das ist allerdings noch kein Grund zur Sorge. Denn wie Zacher erklärt: „Zum Glück ändert sich die Arbeit und die eigene Einstellung zur Arbeit ständig.“ Zum Problem wird die Unlust dann, wenn auf Dauer überhaupt keine der Dimensionen im Beruf erfüllt wird. „Dann ist das eigene Wohlbefinden im Job gefährdet und man sollte sich vielleicht überlegen, ob man sich einen anderen Job oder eine andere Organisation sucht.“
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Danke für einen überaus gelungenen Beitrag, vor allem kommt sehr gut rüber, dass Optimierungen für LLMs/KI Suchen eben nicht losgelöst…
Stark. Ich hab vor Kurzem angefangen, mich mit dem Thema Schilddrüse zu beschäftigen. Wusste nicht, dass ein erhöhter TSH-Wert so…
Der Punkt mit den mindestens 60 Prozent gewerblicher Nutzung, damit ein Wohnhaus als Gewerbeimmobilie zählt, war mir so nicht klar.…