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Warum arbeitet häufig der gleiche Typ Mensch in bestimmten Berufen? Was zunächst nach Klischeedenken klingt, hat tatsächlich einen wissenschaftlich belegten Hintergrund. Forschende der Universität Mannheim haben sich auf die Suche nach dem exakten Zusammenhang von Berufswahl und Persönlichkeitsmerkmalen gemacht. Dabei haben sie festgestellt: Persönlichkeit und Wahl des Berufes sind enger miteinander verknüpft, als bisher gedacht. Diese Beziehung verstärkt sich im Laufe der Zeit sogar noch. Die Ergebnisse der Forscher basieren auf Daten von etwa 11.000 Personen über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren.

Mehr spannende Erkenntnisse aus Studien findest du am Ende dieses Beitrags.

Wie beeinflussen sich Beruf und Persönlichkeit gegenseitig?

Die Mannheimer Forschenden Dr. Claudia Rossetti, Dr. Katja Dlouhy und Prof. Dr. Torsten Biemann, Professor der Universität für Personal­management und Führung, haben für ihre Studie untersucht, wie genau sich Persönlichkeit und Beruf gegenseitig beeinflussen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie: Menschen mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen wählen häufig auch ähnliche Berufe. Analysiert wurden die sogenannten „Big-Five“-Persönlichkeitsmerkmale:

  • Offenheit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Extraversion
  • Verträglichkeit
  • emotionale Stabilität

Diese ähneln sich innerhalb von Berufsgruppen stärker als zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Als Beispiel nennen die Forschenden etwa Ärzte und Pharmakologen, die in ähnlichen Berufen arbeiten und sich häufig durch ähnliche Persönlichkeitsprofile auszeichneten. Zudem ändert sich die Persönlichkeit selbst auch im Laufe des Berufslebens und nähert sich den Persönlichkeitsmerkmalen der Kollegen an.

Schlechte Beziehungen mit Kollegen führen zum Wechsel

Weiterhin fanden die Forschenden heraus, dass Menschen, deren eigene Persönlichkeit deutlich von den Kollegen abweicht, den Beruf mit höherer Wahrscheinlichkeit wechseln würden als andere Menschen. Klar: Wer merkt, dass die Zusammenarbeit mit den Kollegen möglicherweise nicht so gut läuft, wird eher bereit sein, sich nach einem neuen Job umzuschauen. Das bestätigt auch eine Studie der Gachon University in Südkorea: Schlechte soziale Beziehungen am Arbeitsplatz sowie unfreundliches oder unkooperatives Verhalten der Kollegen stehen im Zusammenhang mit Arbeitsunzufriedenheit und fördern so Kündigungs- und Wechselgedanken.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Berufe nicht nur nach Fähigkeiten oder Interessen gewählt werden, sondern auch danach, ob die eigene Persönlichkeits­struktur zu dem typischen Profil des Berufs passt“, erklärt Claudia Rossetti, Erstautorin der Studie. „Diese Ergebnisse verbessern unser Verständnis, wie das komplexe Zusammenspiel zwischen der Persönlichkeit eines Menschen und dessen Beruf funktioniert“, so Rossetti weiter.

Wie können die Erkenntnisse Unternehmen helfen?

Für Unternehmen zeigen die Ergebnisse zwei Dinge: Zum einen, dass die Übereinstimmung von Persönlichkeit und Beruf entscheidend für Zufriedenheit und Erfolg des Personals ist. Diese Erkenntnis kann insbesondere im Recruiting helfen, um die richtigen Kandidaten auszuwählen und eine langfristig funktionierende Zusammenarbeit im Team sicherzustellen.

Zum anderen zeigen sie auch: Mitarbeiter, deren Persönlichkeit sich zu sehr von den Kollegen unterscheidet, denken schnell über einen Wechsel nach. Wer das verhindern will und eine langfristige Mitarbeiterbindung fördern will, sollte daher mit Übungen zum Teambuilding den Zusammenhalt unter den Mitgliedern stärken.

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