Seit Beginn der Homeoffice-Ära mit der Corona-Pandemie hat sich das Arbeiten von Zuhause aus weitgehend durchgesetzt: Eine Befragung von rund 1.200 Unternehmen im Juni 2024 ergab, dass rund 82 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft und 48 Prozent Prozent im verarbeitenden Gewerbe ihren Beschäftigten mindestens einen Tag im Homeoffice zugestehen. Andererseits sind viele Unternehmen unzufrieden mit der Arbeit im Homeoffice – zu gering sei die Leistung der Arbeitnehmer. Wie man auch dazu steht: Die Arbeit in den eigenen vier Wänden hat durchaus Vorteile. Eine neue Studie zeigt nun, wie sich Homeoffice und hybrides Arbeiten mental auswirken – und welche der beiden Optionen gesünder für die Psyche ist.
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Personen mit mentalen Problemen profitieren von Homeoffice
Wissenschaftler der Universität Melbourne haben eine neue Studie veröffentlicht, die Daten von mehr als 16.000 australischen Arbeitnehmern aus über 20 Jahren analysiert. In diesen haben die Teilnehmer über ihre mentale Verfassung am Arbeitsplatz berichtet und diverse Fragen zu ihrem Gesundheitszustand beantwortet. So wurden sie unter anderem befragt, wie oft sie in den vergangenen Wochen nervös, traurig oder glücklich waren.
Ergebnis der Analyse war, dass das Homeoffice grundsätzlich keine starken Auswirkungen auf die mentale Gesundheit hat. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Wer schon vor der Remote-Arbeit Probleme mit seiner mentalen Gesundheit hatte, fühlte sich bei der Arbeit von Zuhause aus häufig deutlich wohler. Das Homeoffice verbesserte die mentale Gesundheit dieser Teilnehmer deutlich.
Frauen profitierten am meisten von hybrider Arbeit
Die größte Verbesserung der psychischen Gesundheit konnte bei Frauen beobachtet werden, die zwischen 50 und 75 Prozent ihrer Arbeitszeit vom Homeoffice aus arbeiteten. Das spannende: Am meisten profitierten diese, wenn sie nicht nur daheim arbeiteten. „Die größten Verbesserungen für Frauen gab es, wenn sie die meiste Zeit remote von zu Hause arbeiten konnten, aber wenigstens einen oder zwei Tage im Büro verbrachten“, so Jan Kabatek, Co-Autor der Studie gegenüber ABC.
Kabatek erklärt, dass die Betroffenen deshalb vom hybriden Arbeiten profitieren, da sie so einerseits ausreichend Zeit daheim verbringen, aber andererseits auch von sozialen Interaktionen im Büro profitieren können.
Wegfall des Arbeitswegs sorgt für mehr Zufriedenheit
Für australische Männer mit psychischen Problemen hatte das Homeoffice keinen ganz so starken Effekt. Viele von ihnen berichteten dennoch, dass sie durch die Remote-Arbeit allgemein deutlich zufriedener waren. Allerdings sorgte nicht die heimelige Atmosphäre innerhalb der eigenen vier Wände dafür, sondern der Wegfall des Arbeitswegs. Von 2019 auf 2023 hatte sich der Arbeitsweg australischer Arbeitnehmer im Schnitt um 10 Minuten verkürzt.
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