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In der Kaffeeküche, in der Raucherecke, auf Events: Ständig hört man Klagen und Jammern. Solches Gezeter blockiert alles und jeden für Weiterentwicklung und Wandel. Am schädlichsten ist eine defizitorientierte Sicht immer dann, wenn man sie auf sich selbst richtet. Wie man das wegbekommt, zeigt dieser Beitrag.

Kennt ihr diese Geschichte? Eine Frau zieht an einen neuen Ort und fragt den Dorfältesten dort: „Wie sind die Menschen in diesem Dorf?“ – „Wie waren sie denn an dem Ort, aus dem du kommst?“, will der weise Mann wissen. „Sie waren hinterlistig, bösartig und übel, deshalb bin ich dort weggezogen“, antwortet die Frau. Daraufhin sagt der Weise: „So wie die Menschen im letzten Dorf waren, so sind sie auch hier.“

Wenig später zieht eine zweite Frau in das Dorf. Auch sie besucht den weisen Mann und will wissen: „Wie sind die Menschen denn so in diesem Dorf?“ – „Wie waren sie denn in deinem alten Dorf?“, will der wieder wissen. „Oh,“ sagt die Frau freudestrahlend, „sie waren sehr hilfsbereit, aufgeschlossen und nett. Der Alte nickt freundlich und sagt: „So wie in deinem alten Dorf, so sind die Menschen auch hier.“

Klagen und jammern bringt niemanden weiter

Vielen Menschen fällt gar nicht auf, wie häufig sie über ihr Umfeld klagen und schlecht über andere reden. Negativpalaver und Jammerei sind eben einfacher als selbst aktiv zu werden, Lösungsvorschläge zu machen und ungute Situationen von sich aus zu ändern.

Natürlich ist es wichtig, Skeptikern zuzuhören und sich auf alle denkbaren Umstände vorzubereiten. Doch Totalpessimismus bringt nichts und niemanden weiter. Denn dann kommt es wie immer: Wir machen uns Sorgen, und andere starten derweil durch.

Bedrohlich ist eine solche Situation vor allem für die, die sich gern selbst demontieren. Sie wollen lieber nicht anecken, niemanden verärgern und sind besorgt, was andere über sie denken. Wenn es um Wagnisse geht, werden sie von Versagensängsten geplagt.

Sie sehen das Problem immer bei sich und fokussieren auf das, was schiefgehen könnte. So werden sie zu Opfern der Geschichten, die sie sich selbst andauernd erzählen. Solche Geschichten sind wie eine Regieanweisung zum Fiasko: Sie vereiteln den Sieg.

Äußerst gefährlich: Killersätze über sich selbst

Ohne sich dessen bewusst zu sein, erdulden viele Menschen eine Hilflosigkeit, die sie sich selbst beigebracht haben. Sie blockieren ihre eigene Weiterentwicklung und den Mut, Neues zu wagen, durch Glaubenssätze wie diese:

·       Was kann ich da schon machen!

·       Das war noch nie meine Stärke!

·       Dafür bin ich ein viel zu kleiner Wicht!

·       Man weiß ja nie, was alles schiefgehen kann!

·       Keiner versteht mich!

·       Immer lehnen alle mich ab!

·       Auf mich hört sowieso niemand!

·       Ständig wirft man mir Knüppel zwischen die Beine!

·       Ich bin immer so ein Tollpatsch!

·       Das wird wieder nicht klappen!

·       Das lässt mein Chef mich bestimmt nicht machen!

·       Das werden die Kollegen sicher nicht mögen!

·       Das ist sowieso nichts für mich!

·       Ich bin eben nicht der/die Hellste!

Solches Verhalten nennt man Selbstverzwergung. Doch unsere Denke prägt unser Verhalten. Wer sich ständig wegduckt, wenn es schwierig wird, wer immer nur meckert und die Verantwortung von sich auf andere schiebt, kann am Ende gar nichts mehr.

Wir sollten uns Gewinnergeschichten erzählen

Niemand muss sich selbst demontieren. Und niemand muss das Opferlamm geben. Wer wie ein schwaches Lämmchen tut, kann damit rechnen, dass er bissige Wölfe anlockt. Vermeidungsprogramme machen uns furchtsam und schwach. Andere spüren das – und behandeln uns dementsprechend. Was wir in die Welt senden, kommt zu uns zurück.

Kein Sportler würde sich geistig in Fehlschlägen suhlen, wenn er zum nächsten Sieg eilen will. Er führt sich vielmehr seine größten Erfolge vor Augen. Dementsprechend sollten wir unser Gedächtnis nicht mit Misslingen, sondern mit Gewinnergeschichten füttern, seien sie auch noch so klein. Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Lamentieren über sich selbst bringt keinen voran, zermürbt das Team und schadet dem Unternehmen. Wie man dem entgeht? Durch die Adlerperspektive, also den Blick von oben auf das eigene Handeln – und auf seine Selbstgespräche. Wer sich dessen bewusst werden will, sollte über sein Negativdenken und -tun zunächst eine Strichliste führen.

Dreierlei Wege raus aus der Selbstverzwergung

Pessimismus, Mutlosigkeit und ständige Nörgelei lassen sich wegtrainieren, etwas so:

·   Die magic3: Denk dir drei mutige kleine Aktionen aus, die in deinem Privat- oder Berufsleben etwas zum Positiven verändern, und zieh das jeweils in den drei Tagen danach konsequent durch. Feiere den Erfolg mit drei Freunden. Mach das Ganze dann gleich noch zwei Mal. Denn man muss üben, um zu brillieren. So öffnen sich immer mehr Handlungsfelder. Und zunehmend weicht die ursprüngliche Opferhaltung einem selbstwirksamen Denken und Tun.

·   Das Jammerbändchen: Ständige Wehklagerei macht miese Stimmung, zieht alle runter und bringt nichts voran. Um das rasch wegzubekommen, empfiehlt die Organisationsberaterin Lydia Schültken ein Jammerbändchen, das man am Handgelenk trägt. Wer sich beim Nörgeln und Maulen erwischt, wechselt das Armband von einem Handgelenk zum anderen. Ziel ist es, das Bändchen den ganzen Tag lang nicht wechseln zu müssen – und zugleich lösungsorientierter zu werden.

·   Der Killerphrasenfriedhof: Wer sich durch geistige Killerphrasen wie die oben genannten ständig ausbremst und immer weiter verzwergt, benötigt ein starkes Ritual, um das zu stoppen. Dazu brauchst du zunächst den starken Wunsch, dies zu ändern. Danach beginnst du, deine eigenen Killersätze zu sammeln. Diese werden auf Papierblätter geschrieben, dann verbrannt und die Asche an einem Symbolort für immer begraben. Nie wieder kommen dir danach solche Phrasen über die Lippen.

Was uns am meisten beflügelt ist das, was wir aus eigener Kraft erreichen. Solche Erfolge geben uns Zuversicht und lassen uns immer entschlossener handeln.

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Anne M. Schüller

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenzentrierte Unternehmensführung. Zu diesen Themen hält sie Impulsvorträge auf Tagungen, Fachkongressen und Online-Events. 2015 wurde sie für ihr Lebenswerk in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen. Beim Business-Netzwerk Linkedin wurde sie Top-Voice 2017 und 2018. Von Xing wurde sie zum Spitzenwriter 2018 und zum Top Mind 2020 gekürt. 2024 wurde sie als Unternehmerin der Zukunft ausgezeichnet.

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