29 Fehler, die du bei der Personalauswahl für dein Startup vermeiden solltest

29 Fehler, die du bei der Personalauswahl für dein Startup vermeiden solltest - Quelle: ©Tim Gouw - unsplash.com
29 Fehler, die du bei der Personalauswahl für dein Startup vermeiden solltest - Quelle: ©Tim Gouw - unsplash.com

Ein Startup von Grund auf aufzubauen ist aufregend. Das ist deine Chance, die Welt zu verändern. Leider scheitern 90 % aller Start-ups – 10 % innerhalb der ersten 12 Monate und 70 % in den nächsten zwei bis fünf Jahren (laut Failory). Aber lass dich davon nicht entmutigen. Denn mit dem richtigen Team kannst du die Chancen übertreffen. Die Herausforderung besteht jedoch darin, herauszufinden, wen und wann du einstellst. Wenn du einen Fehler machst, kannst du alles vermasseln.

Hier sind 29 Fehler, die du vermeiden solltest:

1. Zu vermeidende Fehler bei der Suche nach Talenten

Der erste Schritt zum Erfolg ist es, die richtigen Talente zu finden, die mit ihren Fähigkeiten und ihrem Fachwissen dazu beitragen, dein Startup auf die Beine zu stellen. Da du nicht alles selbst machen kannst, brauchst du eine oder zwei helfende Hände, die dir helfen, deine Vision zu verwirklichen. Noch wichtiger ist, dass du die Aufgaben in deinem Startup an Leute delegierst, die für die Aufgabe qualifizierter sind als du.

Wenn du Leute für dein Startup einstellst, solltest du Folgendes vermeiden:

  • 1: Unklare Erwartungen stellen: Wenn du nicht genau weißt, welche Aufgaben du dieser Person übertragen willst, wird dein Startup scheitern, noch bevor es überhaupt angefangen hat.
  • ❌ 2: Charisma und kulturelle Eignung verwechseln: Nur weil ein/e KandidatIn eine gewinnende Persönlichkeit hat, ist er oder sie nicht automatisch die perfekte Besetzung für die Stelle.
  • ❌ 3: Du stellst aus Gefälligkeit innerhalb deines Netzwerks ein: Du erhöhst das Risiko, unqualifizierte BewerberInnen einzustellen, die all die harte Arbeit, die du bisher geleistet hast, zunichte machen könnten.

2. Zu vermeidende Fehler bei Mitarbeiterverträgen

Wenn du die richtigen Leute für dein Startup gefunden hast, ist es an der Zeit, ihnen einen Vertrag für die Stelle anzubieten. Er sollte alles enthalten, was sie über die Stelle wissen müssen, von ihren Aufgaben bis zu ihren Aktienoptionen. Gleichzeitig muss der Vertrag dein Startup vor rechtlichen Problemen schützen, die sich aus der Zusammenarbeit mit dem/r BewerberIn ergeben könnten.

Im Folgenden findest du die Dinge, die du in deinem Stellenangebot vermeiden musst:

  • ❌ 4: Dein Angebotsschreiben geht nicht auf kritische Punkte ein: Dein Stellen- und Vertragsangebot muss so umfassend und erschöpfend wie möglich sein, um Missverständnisse zwischen beiden Parteien zu vermeiden.
  • ❌ 5: Du dokumentierst deine Unterlagen nicht: Wenn du Formulare über die Beschäftigung der BewerberInnen verlegst, wird das zu Problemen führen, wenn dein Unternehmen in Ansprüche und Rechtsstreitigkeiten mit den BewerberInnen verwickelt wird.
  • ❌ 6: Kein Mitarbeiterhandbuch: Wenn du keine Richtlinien für deine MitarbeiterInnen und diejenigen, die dein Startup verlassen, aufstellst, kann es zu rechtlichen Konsequenzen kommen.

3. Zu vermeidende Fehler beim Einsatz von Praktikanten

Die Einstellung von PraktikantInnen zur Unterstützung deines Startups ist eine Selbstverständlichkeit. Sie helfen bei Aufgaben, die deinen MitarbeiterInnen die Arbeit erleichtern. Allerdings kommt es darauf an, wie du sie einstellst und einsetzt.

Damit du die PraktikantInnen, die du einstellst, gut einsetzen kannst, musst du folgende Dinge vermeiden:

  • ❌ 7: Generalisten anstelle von Spezialisten einstellen: Wenn du PraktikantInnen einstellst, die zwar von allem ein wenig können, aber nichts tiefgründig und selbstständig beherrschen, wird das deinem Startup nicht helfen, die dringend benötigten Lücken zu füllen.
  • ❌ 8: Das Praktikum nicht als Lernchance nutzen: Auch wenn sie nur für eine Tasse Kaffee in deinem Startup sind, solltest du Praktikanten die Chance geben, etwas zu lernen und Aufgaben zu erledigen, die zu deinen Zielen beitragen.
  • ❌ 9: Sie nicht von der Idee deines Startups überzeugen: Auch wenn sie nicht langfristig in deinem Startup bleiben, solltest du sie über deinen Zweck und deine Ziele informieren.

4. Zu vermeidende Fehler beim Onboarding

Damit neue MitarbeiterInnen einen bleibenden Eindruck in deinem Startup hinterlassen, musst du ihnen die Informationen und Werkzeuge an die Hand geben, die sie brauchen, um erfolgreich zu sein. Darum geht es bei einer effektiven Einarbeitung von MitarbeiterInnen.

Allerdings wird die Einarbeitung weniger effektiv, wenn diese Fehler gemacht werden:

5. Zu vermeidende Fehler bei der Einstellung unabhängiger AuftragnehmerInnen

Du wirst unabhängige AuftragnehmerInnen einstellen müssen, die dir ihr Fachwissen bei der Durchführung bestimmter Projekte zur Verfügung stellen. Wie du mit ihnen arbeiten solltest, hängt größtenteils von dem Vertrag ab, den du ihnen angeboten hast. Nachfolgend sind jedoch die häufigsten Fehler aufgeführt, die Startups mit ihren AuftragnehmerInnen machen.

Das solltest du vermeiden:

  • ❌ 13: Sie wie Angestellte zu behandeln: Für unabhängige AuftragnehmerInnen gelten nicht die gleichen Regeln wie für deine Vollzeitbeschäftigten. Deshalb kannst du von ihnen keine Arbeit verlangen, die nicht in den Rahmen deiner Vereinbarung mit ihnen fällt.
  • ❌ 14: Sie zwingen, nach einem bestimmten Zeitplan oder im Büro zu arbeiten: Du kannst nicht erwarten, dass angeheuerte MitarbeiterInnen deinen Arbeitszeiten folgen. In diesem Fall kommt es darauf an, ob sie dir die Ergebnisse liefern oder nicht.
  • ❌ 15: Sie werden nicht richtig überwacht: Manche AuftragnehmerInnen könnten abtrünnig werden und sind nicht erreichbar, wenn du nicht die richtigen Kommunikationskanäle und Fristen einhältst.

6. Zu vermeidende Fehler beim Outsourcing an Freiberufler

Ähnlich wie AuftragnehmerInnen helfen auch FreiberuflerInnen deinem Startup bei der Erfüllung bestimmter Aufgaben. Der Unterschied ist, dass FreiberuflerInnen für unregelmäßige, nicht wiederkehrende Aufgaben eingestellt werden. Außerdem hat ein Startup weniger Kontrolle über FreelancerInnen als über AuftragnehmerInnen.

Im Folgenden findest du einige Dinge, die du bei der Zusammenarbeit mit FreelancerInnen nicht tun solltest:

  • ❌ 16: Du wachst über sie wie ein Falke: FreiberuflerInnen stündlich nach den Ergebnissen zu fragen, ist der einfachste Weg, sie abzuschrecken und sie daran zu hindern, eine hervorragende Arbeit für dich zu leisten.
  • ❌ 17: Du verlangst mehr von ihnen, als sie tun sollten: Wenn du FreiberuflerInnen zu sehr einschränkst, hilft dir das nicht, mehr zu erreichen. Im Gegenteil, es kann sein, dass die FreiberuflerInnen die vereinbarte Arbeit nicht zu Ende bringen.
  • ❌ 18: Du bezahlst ihnen nicht den richtigen Betrag: Es spricht sich schnell herum, wenn du in der FreelancerInnen-Community bist. Wenn dein Unternehmen FreelancerInnen nicht den Betrag zahlt, der ihnen zusteht, könnte dein Unternehmen einen schlechten Ruf bekommen. Und das könnte dich davon abhalten, hochqualifizierte FreiberuflerInnen einzustellen, wenn du sie brauchst.

7. Zu vermeidende Fehler beim Einsatz von Agenturen

Wenn du eine Agentur mit dem Betrieb deines Startups beauftragst, kannst du deren Fähigkeiten und Fachwissen nutzen. So kannst du deine Geschäftsziele in kürzester Zeit erreichen.

Allerdings kannst du die Arbeit von Agenturen nicht optimal nutzen, wenn du die folgenden Fehler nicht vermeidest:

  • ❌ 19: Die Arbeit der Agentur nicht beaufsichtigen: Du darfst die Agentur nicht einfach alles für dich tun lassen. Du musst ihre Fortschritte überprüfen und sehen, ob das, was sie tun, funktioniert, egal ob es sich um Conversion-Rate-Optimierung oder etwas anderes handelt.
  • ❌ 20: Keine Aufschlüsselung der Ergebnisse ihrer Arbeit: Du musst die Agenturen für ihre Strategie und Kampagne zur Rechenschaft ziehen, indem du Fragen zu den Ergebnissen ihrer Leistungen stellst.
  • ❌ Beauftragung einer Full-Service-Agentur: Wenn die Agentur keine nachgewiesene Erfolgsbilanz hat, ist es besser, eine Agentur zu beauftragen, die eine bestimmte Aufgabe für dein Unternehmen übernimmt, als eine, die alles macht.

8. Was du bei der Strukturierung deines Teams vermeiden solltest

Ein klares Organigramm, das die Vision deines Start-ups widerspiegelt, verbessert die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teams in deinem Unternehmen.

Um sicherzustellen, dass deine Struktur in der Lage ist, die Ziele deines Startups zu unterstützen, solltest du die folgenden Dinge vermeiden:

  • ❌ 21: Sich nicht mit deinem Unternehmen weiterentwickeln: Wenn dein Startup wächst und sich weiterentwickelt, musst du vom Hub-and-Spoke-Modell zu einem geeigneteren Modell wechseln.
  • ❌ 22: Fehlende Qualifikationen: Möglicherweise gibt es in deinem Organigramm Personen, die nicht die nötige Autorität für die Position haben. In diesem Fall hat dein Startup die falsche Person für die Stelle ausgewählt, oder die Struktur, die solche Leute fördert, ist fehlerhaft.
  • ❌ 23: Die Struktur stimmt nicht mit deiner Mission überein: Die Diskrepanz zwischen deinen Zielen und der Ausrichtung deines Startups verwirrt alle in der Organisation.

9. Zu vermeidende Fehler bei der Mitarbeiterbeförderung

Irgendwann wirst du entscheiden müssen, ob du jemanden in deinem Startup befördern willst oder nicht. Eine klare Struktur für die Beförderung von MitarbeiterInnen erhöht die Arbeitsmoral und gibt ihnen etwas, woran sie arbeiten können.

Wenn du einen solchen Beförderungsprozess einführen willst, solltest du die folgenden Dinge nicht tun.

  • ❌ 24: Beförderung aus den falschen Gründen: Wenn du einem/r MitarbeiterIn eine Gehaltserhöhung gibst, weil er dein Freund ist oder kündigen will, wenn er nicht bekommt, was er will, bringt das dein Unternehmen nicht voran.
  • ❌ 25: Keinen Input von anderen erhalten: Die Entscheidung, MitarbeiterInnen zu befördern, sollte nie von einer einzigen Person in deinem Unternehmen getroffen werden.
  • ❌ 26: Neue MitarbeiterInnen einstellen, anstatt sie zu befördern: Umgekehrt ist es besser, eine/n MitarbeiterIn, der die Erwartungen übertrifft und die Unternehmenskultur bereits kennt, in eine höhere Position zu bringen.

10. Zu vermeidende Fehler bei der Gestaltung der Unternehmenskultur

Deine Kultur muss zunächst mit den Zielen deines Startups übereinstimmen. Idealerweise sollte eine Kultur mit flachen Hierarchien, die sich auf die Lösung von Problemen konzentriert, deinem Startup zum Durchbruch verhelfen.

Um eine solche Kultur aufzubauen, musst du jedoch die folgenden Fehler vermeiden:

  • ❌ 27: Du wartest darauf, dass „Kultur“ passiert: Es ist kein Zufall, dass du über dein Startup stolperst. Du kannst die Stücke zusammensetzen, um eine Kultur zu schaffen, für die dein Startup bekannt sein soll.
  • ❌ 28: Du machst alles über die Arbeit: Das Endprodukt ist nur ein Teil des Prozesses in einem Startup. Es wäre hilfreich, wenn du auch die Menschen feiern würdest, die hart an der Verwirklichung eurer gemeinsamen Vision arbeiten.
  • ❌ 29: Du feuerst Leute, mit denen du nicht einverstanden bist: Eine blühende Kultur ist keine Echokammer. Es wäre hilfreich, wenn du Menschen mit unterschiedlichen und widersprüchlichen Meinungen hättest, die dir helfen, deine Ansichten zu hinterfragen und letztendlich das bestmögliche Produkt für deine Zielgruppe zu schaffen.
Dieser Artikel wurde von Christopher Benitez auf Englisch verfasst und am 29.06.2022 auf www.startup.unitelvoice.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können.

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