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Der Social-Media-Gigant Facebook ließ sich in jüngster Vergangenheit immer wieder Skandale zu Schulden kommen. Man denke nur an den großen Datenmissbrauch, der im März 2018 an die Öffentlichkeit gelangte und der neben der Verletzung der Privatsphäre seiner User auch eine politische Dimension erreichte: Das Unternehmen, so hieß es, habe mittels heimlicher Datensammlung Persönlichkeitsprofile erstellt und die Menschen während der US-Präsidentschaftswahl von 2016 zugunsten von Donald Trump beeinflusst.

Auch wenn an dieser Darstellung heute berechtigte Zweifel bestehen, steht inzwischen außer Frage, dass Datenschutz bei Facebook nicht gerade groß geschrieben wird. Kaum glaubte man, die allgemeine Entrüstung über diese Nachlässigkeit würde langsam abflauen, leisteten sich Zuckerberg & Co. unlängst neue Negativschlagzeilen: Ein angeblicher Bug führt dazu, dass sich bei iPhone-Usern während des Scrollens in der App automatisch die Kamera öffnet – und somit Einblicke in deren Privatleben gewährt werden.

Aufregung auf Twitter

Einer der App-User, dem dies auffällt, ist Joshua Maddux. Seine Entdeckung teilt er sogleich via Twitter:

In der Folge können weitere User diesen Vorfall auf ihrem eigenen Gerät bestätigen. Es stellt sich schließlich heraus, dass der Bug nur auf der iOS 13.2.2-Version aufgetreten ist; andere Versionen seien nicht betroffen gewesen. Inzwischen gibt es auch eine offizielle Stellungnahme von Facebook, in der versichert wird, dass es sich lediglich um einen Bug gehandelt habe. Das Unternehmen, so heißt es, hätte dadurch aber weder Fotos noch Videos gesammelt:

EXTRA: Privatsphäre auf Facebook: So schützt du sie [Praxistipp]

Alles nicht so wild?

Bug hin oder her: Dass es sich „nur“ um einen Fehler im System handelt, macht die ganze Sache natürlich nicht weniger bedenklich. Denn wie der Vorfall beweist, ist es Facebook theoretisch möglich, auf die Kamera der App-Nutzer (versteckt) zuzugreifen. Und der Gedanke, dass irgendeine fremde Person direkte Einblicke in unser Privatleben erhält – ja möglicherweise gar unbemerkt –, bereitet selbstverständlich Unbehagen. Auch Joshua Maddux äußert sich durchaus besorgt:

Ob der Vorfall noch höhere Wellen schlagen wird, bleibt abzuwarten. Gewiss ist aber, dass sich Facebook in seiner momentanen Lage keine weiteren Skandale mehr leisten darf. Oder doch? Wann ist die Schmerzgrenze überschritten und das Vertrauen in eine Plattform, die sich selbst als „soziales“ Netzwerk versteht, endgültig erschüttert? Was muss noch geschehen, ehe der Geduldsfaden der User reißt?

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Andreas Wickles

Andreas Wickles studierte Literatur- und Medienwissenschaft. Von 2019 bis 2021 war er Teil der Redaktion von unternehmer.de und schrieb unter anderem zu den Themen Arbeitsrecht, Karriere und New Work. Außerdem war er für Interviews mit Experten sowie diverse SEO-Maßnahmen zuständig.

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