5G-Auktion: United Internet will vierter deutscher Netzanbieter werden

197
5G-Auktion: United Internet will zum Netzanbieter werden

5G-Auktion: United Internet will zum Netzanbieter werden

Der Wettbewerb in der deutschen Telekombranche spitzt sich zu: United Internet kündigt den Wandel zum Netzanbieter und die Teilnahme an der 5G-Auktion an.

United Internet: Bald der vierte deutsche Netzbetreiber?

Wie am Donnerstag bekannt wurde, werden United Internet und deren Mobilfunktochter 1&1 Drillisch an der Versteigerung der 5G-Frequenzen im Frühjahr teilnehmen. Neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland könnte so ein vierter Netzbetreiber in Deutschland entstehen, sollte Drillisch den Zuschlag für bestimmte nationale Frequenzen erhalten.

So viel Konkurrenz gab es seit der Fusion von E-Plus mit O2 nicht mehr.

Anleger sehen Teilnahme skeptisch

Investoren befürchten, dass sich die Unternehmen mit der Teilnahme an der 5G-Auktion übernehmen könnten. Tatsächlich sind die im TecDax notierten Drillisch- und United-Internet-Aktien nach der Ankündigung um 7,7 beziehungsweise 2,8 Prozent gefallen. Seit die Unternehmen ihr Interesse an der Versteigerung im Sommer bekannt gaben, büßte Drillisch 43 Prozent und United Internet 40 Prozent ein.

Kostspielige Angelegenheit für Drillisch

Eine Veränderung vom Mieter bestehender Netze hin zum Betreiber von Funkmasten bedeutet einen hohen finanziellen Aufwand für Drillisch und damit auch United Internet. Auf der einen Seite muss das Unternehmen für die Frequenz aufkommen, gleichzeitig allerdings auch für den Ausbau bzw. das Leasen des Netzes.

Es gibt bereits Vereinbarungen zwischen Drillisch und einem europäischen Bankenkonsortium über eine Kreditlinie in Höhe von 2,8 Milliarden Euro. Im Falle eines positiven Ausgangs der Versteigerung, soll demnach die Dividende reduziert werden.

Internet-Milliardär Ralph Dommermuth, der Drillisch wie auch United Internet vorsteht, sieht allerdings auf lange Frist die Möglichkeit, durch die wegfallenden Mietgebühren den finanziellen Spielraum zu erweitern. Allerdings muss United Internet in seiner Bewerbung für die 5G-Auktion, im Gegensatz zu den drei Telekom-Platzhirschen deutlich machen, wie genau der Netzausbau finanziell gestemmt werden soll.

Freenet schließt Teilnahme aus

Konkurrent Freenet will sich angesichts der Kosten nicht an der 5G-Auktion beteiligen. Das Unternehmen, welches ebenfalls kein eigenes Netz besitzt, sieht das Risiko als zu hoch an:

„Der Aufbau eines neuen Mobilfunknetzes würde wohl mindestens zehn Milliarden Euro kosten.“

Freenet-Chef, Christoph Vilanek

Noch bis Freitag können Bewerbungen bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Unter anderem Telefonica Deutschland bewirbt sich für den Zuschlag der Behörde, um einen „Beitrag zum Ausbau der digitalen Infrastruktur“ leisten zu können.

5G: Der Bedarf ist hoch

Aus einer Studie im Auftrag der Grünen geht hervor, dass Deutschland mit seinem aktuellem Mobilfunkstandard 4G deutlich hinter anderen europäischen Ländern liegt. 5G bietet dagegen die nötige Datengeschwindigkeit, um in Zukunft Technologien zu unterstützen wie beispielsweise:

  • Das autonome Fahren
  • Virtuelle Realität
  • Industrie 4.0.

  „Nur mit modernen Mobilfunknetzen werden wir die digitale Trendwende schaffen und im internationalen Wettlauf mit anderen Ländern bestehen können.“

 Ralph Dommermuth

Gleichzeitig sorgt 5G mit einer 100 Mal schnelleren Geschwindigkeit als das aktuelle 4G-Netz für deutlich niedrigere Reaktionszeiten und weniger bis garkeine Unterbrechungen bei Übertragungen.

EXTRA: 5G für alle? Verbraucherzentrale fordert lückenlosen Ausbau

Verbindungen zum chinesischen Ausrüster ZTE

Laut Insidern befindet sich das Unternehmen derzeit in Gesprächen mit den beiden Netzwerkausrüstern Nokia und ZTE, der ähnlich wie der chinesische Konkurrent Huawei von westlichen Geheimdiensten unter Spionage-Verdacht steht.

Quelle: Reuters

Kommentiere den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein