Umsatzminus bei Henkel: Kosmetik-Geschäft sorgt für geringe Erlöse

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Das erfolgsverwöhnte Düsseldorfer Unternehmen musste 2018 ein Umsatzminus hinnehmen. Besonders das Kosmetik-Geschäft brachte schlechte Zahlen. Weitere Investitionen sollen das Wachstum nun wieder ankurbeln.

Rund 300 Millionen Euro will der Konzern pro Jahr mehr ausgeben, obwohl er über Jahre einen strikten Sparkurs steuerte.

Die zusätzlichen Ausgaben werden die Umsatzrendite 2019 erstmals seit 2014 wieder schrumpfen lassen. Anleger reagierten enttäuscht, da Henkel-Aktien um über acht Prozent sanken.

Gegenwind durch Währungsschwankungen & Rohstoffkosten

Rohstoffkosten und Währungsschwankungen machten dem Konzern sehr zu schaffen.

Die Erlöse sanken auf 19,9 (Vorjahr: 20) Milliarden Euro.

Für 2019 erwarte Henkel nun ein organisches Umsatzwachstum zwischen zwei und vier Prozent. 2018 landete das Unternehmen mit einem Plus von 2,4 Prozent am Ende der Spanne. Besser sieht es hingegen beim Rivalen Beiersdorf aus, der ein organisches Plus von über fünf Prozent verzeichnete.

Währungseffekte belasten die Bilanz

2018 machten dem Henkel-Konzern mehrere Faktoren schwer zu schaffen. Dazu gehört zum einen:

  • Der schwache russische Rubel
  • Die türkische Lira

Diese Währungen drückten den Umsatz um rund 1,1 Milliarden Euro. Henkel steuerte über Jahre auf Rekordkurs und setzte vor allem auf Klebstoffen, Kosmetik und Waschmitteln. Hier setzte der Konzern stark auf Wachstumsregionen auf der ganzen Welt. Doch in vielen dieser Ländern sorgen wirtschaftliche und politische Unsicherheiten für einen Verfall der Landeswährung.

Herausforderndes Marktumfeld wird erwartet

Der organische Umsatz im Kosmetikgeschäft sinkt um 0,7 Prozent. Nun muss der Markenauftritt von Schauma, Syoss oder Gliss erneuert werden.

Hans Van Bylen, Henkel-Vorstandsvorsitzender

Mit einem herausfordernden Marktumfeld wird demnach auch 2019 gerechnet. Folgende Prognosen werden getroffen:

  • Henkel erwartet anhaltende Währungsbelastungen.
  • Steigende Materialpreise sind unabwendbar.
  • Das organische Umsatzwachstum erwartet der Vorstandsvorsitzende erneut in einer Spanne zwischen zwei und vier Prozent.
  • Bei der bereinigten Ebit-Marge rechnet man mit einem leichten Rückgang (zwischen 16 und 17 Prozent).

Henkel will jährlich rund 200 Millionen Euro zusätzlich ausgeben, um die Marken des Konzerns aufzupolieren und mit weiteren 100 Millionen Euro zusätzlich die digitale Transformation des Traditionskonzerns vorantreiben.

Ziel: Höhere Dividenden für Investoren

Van Bylen versuchte die Investoren mit der Aussicht auf höhere Dividenden zu besänftigen. Der Zielkorridor für die jährliche Ausschüttung des Jahresüberschusses solle ab dem laufenden Geschäftsjahr auf 30 bis 40 Prozent erhöht werden. Zuvor waren es 25 bis 35 Prozent.

Quelle: Reuters

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