Inflation sinkt: Zielmarke der EZB wurde deutlich untertroffen

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Energie lässt sich nicht mehr so kräftig verteuerten. Die Folge: Verbraucherpreise legten im Dezember (zum Jahresende) nur um 1,6 Prozent zu. Das berichtete das Statistikamt Eurostat. Mit dieser Mitteilung wurde eine erste Schätzung bestätigt. Im November lag die Inflationsrate noch mit 1,9 Prozent im Zielbereich der EZB, die den Idealwert für die Wirtschaft bei knapp zwei Prozent sehen.

Welche Preise sind gestiegen?

  • Energie sorgte weiterhin für den stärksten Preisauftrieb (Anstieg = 5,4 Prozent, Anstieg November = 9,1 Prozent).
  • Alkohol und Tabak verteuerten sich um 1,7 Prozent, im November waren es 2,0 Prozent.
  • Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent.

Verbraucherpreisindex 2018

Konjunkturdaten schwächeln ebenfalls

Aufgrund der deutlich schlechteren Konjunkturdaten haben viele Volkswirte ihre Prognosen für die Zinswende nach hinten verlagert. An der Börse wird 2020 als frühestes Eintrittsdatum angesehen.

Die EZB muss wegen der mauen Konjunkturdaten aber nicht an ihrem Kurs rütteln. Die Verlangsamung des Wachstums ist erwartet worden.

Yves Mersch, Notenbank-Direktor

Merschs Direktoriumskollegin Lautenschläger hält eine Zinserhöhung 2019 immer noch für möglich. Die EZB-Volkswirte werden zur Zinssitzung im März überarbeitete Konjunkturprognosen präsentieren.

Maßnahmen für eine höhere Inflation

Um die unerwünscht niedrige Inflation anzuregen hatte die EZB seit März 2015 viele Staatsanleihen und andere Wertpapiere erworben. Die Käufe im Wert von über 2,6 Billionen Euro wurden im Dezember eingestellt. Mittlerweile werden nur noch auslaufende Papiere ersetzt. Die Geldpolitik bleibt trotzdem sehr locker. Die Leitzinsen sollen noch bis zum Sommer niedrig bleiben.

Der Schlüsselsatz liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Quelle: Reuters

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