Portoerhöhung: Deutsche Post fordert mehr als 5 Prozent

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Es ist wieder soweit: Ab April 2019 müssen deutsche Verbraucher mehr Porto für ihre Briefe zahlen.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) räumte der Deutschen Post am Dienstag einen Spielraum von 4,8 Prozent für Preiserhöhungen bei Briefen ein.

Die neuen Preise werden bis 2021 gelten. Die Post hatte sich aber definitiv mehr gewünscht:

Sollte dies die finale Entscheidung sein, wäre der Preiserhöhungsspielraum für die Laufzeit niedriger als erwartet.

Der Konzern müsse dann in der kriselnden Paket- und Briefsparte stärker einsparen als geplant, um die Ziele in den genannten Bereich erreichen zu können. Die letzte Portoerhöhung gab es 2016, als der Standardbrief Anfang von 62 auf 70 Cent erhöht wurde. Das war damals die größte Steigerung seit 1989.

Post-Chef Appel hatte sich bereits mehrfach für eine starke Preiserhöhung im Briefgeschäft des Konzerns ausgesprochen. Auch Experten hatten eine deutliche Erhöhung erwartet: Eine Änderung von derzeit 70 auf bis zu 80 Cent über mehrere Jahre wären vorstellbar gewesen.

Das sagt die Börse

Die Post-Aktien reagierten an der Börse nach anfänglichen Gewinnen mit starken Verlusten: Die Aktie Gelb lag mit über zwei Prozent im Minus (bei 24,30 Euro) und zählte damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax.

Wie kommt es zu einer finalen Entscheidung?

  1. Mit der vorläufigen Entscheidung der BNetzA ist der Rahmen für Preissteigerungen des früheren Staatsmonopolisten bei Postkarten, Standardbriefen sowie Maxi- und Auslandsbriefen abgesteckt
  2. Die Deutsche Post muss den abgesteckten Rahmen von 4,8 Prozent nun kommentieren
  3. Ändert sich durch den Kommentar nichts, muss sie entscheiden, wie sie die Preiserhöhung auf die Porti der einzelnen Sendungen verteilt
  4. Diese Verteilung muss sie dann der Bundesnetzagentur zur Genehmigung vorlegen

Nach unserem Fahrplan können frühestens zu Beginn des zweiten Quartals 2019 neue Porti eingeführt werden.

Bundesnetzagentur

Höhere Preise waren bereits für Januar geplant

Die Post hatte die Preise für Verbraucher schon Anfang des Jahres anheben wollen. Doch die BNetzA hatte die Entscheidung damals auf Eis gelegt. Hintergrund war die laufende Sanierung des Paket- und Briefgeschäfts des Konzerns. Der Regulierer will nun bei der Entscheidung die Auswirkungen der Umbauten berücksichtigen.

Gründe für die Preiserhöhung

  • Sinkende Sendungsmengen: Briefe werden durch elektronische Kommunikationsmittel ersetzt
  • Rasantes Wachstum im Paketversand: Verbraucher ordern Waren im Internet, die Post liefert sie aus. Problem: Die Kosten stiegen schneller als die Erlöse.

Zur Erreichung der Ziele für den Unternehmensbereich Post und Paket Deutschland wären auf dieser Basis zusätzliche Kostenreduktionsmaßnahmen erforderlich.

Deutsche Post

Die Hoffnungen der Post ruhen momentan auf der Politik: Sollten die neuen Regelungen für das Porto endgültig in Kraft treten, könnte der Konzern bereits 2021 ein neues Verfahren für höhere Briefpreise bei der BNetzA beantragen.

Quelle: Reuters

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