Dash Button: Amazon riskiert unwirksame Kaufverträge

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Dash Button: Amazon riskiert unwirksame Kaufverträge

Amazon: unwirksame Kaufverträge durch Dash Button

„Derzeit geht Amazon das Risiko ein, dass bei Bestellungen mit dem Dash Button kein wirksamer Kaufvertrag zustandekommt.“

Rechtsanwalt Thomas Bradler (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) über ein Urteil des Oberlandesgerichts München, das am Donnerstag in einer Klage der Verbraucherzentrale gegen das von Amazon angebotene Bestellverfahren per ,,Dash Button“ entschied.

Laut dem Münchener Gericht riskiert Amazon mit dieser Methode, dass bei der Bestellung der Waren kein wirksamer Kaufvertrag entsteht und somit eine Lieferung ohne Vertragsgrundlage erfolgt.

Wie funktionieren Bestellungen mit dem Dash Button?

Der Amazon Dash Button soll Bestellungen bei Amazon erleichtern, indem bestimmte Produkte per Knopfdruck nachbestellt werden können. Die Kleingeräte können an einer beliebigen Stelle im Haushalt oder am Arbeitsplatz angebracht werden und bieten die Möglichkeit, Produkte wie Kopierpapier oder Waschmittel in festgelegter Menge über WLAN zu bestellen.

Die Verbraucherzentrale kritisiert Amazons Festhalten an dem für illegal erklärten Bestellverfahren, gleichzeitig spricht sie sich gegen ein komplettes Verbot der Buttons aus.

Deshalb sind Bestellungen durch den Dash Button riskant

Die Richter weisen auf mögliche Probleme hin, die auf Grund des derzeitigen Bestellvorgangs eintreten können. Amazon könnte so ohne weiteres:

  • den Preis für das bestellte Produkt ändern
  • ein anderes Produkt liefern, als bestellt

Damit ergibt sich eine Menge potenzieller Ärger aus Sicht der Verbraucher.

Entscheidung bisher nicht rechtskräftig

Amazon hat angekündigt, sich gegen das Urteil zu wehren und die Bestellknöpfe, trotz Klage, unverändert in Deutschland anzubieten. Jurist Bradler ist für eine faire Lösung:

„Unser Ziel ist es, dass Verbraucher zum Zeitpunkt der Bestellung wissen, was sie zu welchem Preis kaufen.“

Eine Möglichkeit wäre, dass der Dash Button die bestellten Produkte zuerst in den Warenkorb legt und durch einen zweiten Schritt in der App die verbindliche Bestellung ausgelöst wird.

Quelle: Reuters

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