Deutsche Unternehmen drosseln ihren Personalabbau leicht – von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein. Das geht aus dem aktuellen Ifo-Beschäftigungsbarometer hervor, das im September um 0,3 Zähler auf 95,1 Punkte kletterte. Im August hatte der Wert noch bei 94,8 Punkten gelegen. „Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich, eine echte Erholung ist aber noch nicht in Sicht“, erklärte Klaus Wohlrabe, der die Umfragen des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts leitet. Besonders in zwei Bereichen sieht er weiterhin Probleme: „In der Industrie und im Handel werden weiterhin Stellen abgebaut.“ Die Erhebung basiert auf Rückmeldungen tausender Betriebe aus Industrie, Dienstleistung, Handel und Bauwirtschaft.
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Industrie kommt kaum vom Fleck
Im verarbeitenden Gewerbe zeigt sich laut Ifo-Institut nur eine minimale Verbesserung der Beschäftigungslage. Nach wie vor rechnet die Mehrzahl der Industrieunternehmen damit, Personal reduzieren zu müssen. Lediglich zwei Teilbranchen stemmen sich gegen diesen Trend: Die Nahrungsmittelindustrie sowie Produzenten von IT-Geräten, elektronischen und optischen Produkten planen, neue Mitarbeiter einzustellen.
Damit bleibt die industrielle Beschäftigungssituation trotz des leicht gestiegenen Gesamtbarometers angespannt. Der zaghafte Aufwärtstrend im Barometer spiegelt sich in der Industrie bislang kaum wider – die konjunkturelle Belebung erreicht diesen Sektor nur schleppend.
Dienstleister zwischen Hoffen und Bangen
Anders als in der Industrie zeichnet sich bei den Dienstleistungsunternehmen ein ausgeglicheneres Bild ab. Hier stehen Neueinstellungen und Personalkürzungen in etwa gleichauf. Einzelne Branchen blicken sogar optimistisch nach vorn: Ingenieurbüros suchen ebenso nach zusätzlichen Fachkräften wie Kanzleien für Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Auch bei den Zeitarbeitsfirmen kehrt vorsichtige Zuversicht zurück – sie „schöpfen wieder etwas Hoffnung“, wie es in der Ifo-Erhebung heißt. Gerade die Leiharbeitsbranche gilt als Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt, da Unternehmen in Aufschwungphasen zunächst auf flexible Beschäftigungsformen zurückgreifen.
Handel bleibt Sorgenkind – Bau hält sich stabil
Im Einzelhandel und Großhandel sieht die Lage dagegen weiterhin düster aus. Dort dominieren nach wie vor Pläne zur Verkleinerung der Belegschaften – eine Veränderung gegenüber den Vormonaten ist laut Ifo-Institut nicht erkennbar. Der Handel gehört damit neben der Industrie zu den Sektoren, die den Arbeitsmarkt weiter belasten.
Ein etwas anderes Bild ergibt sich im Baugewerbe: Dort wollen die Betriebe ihre Mitarbeiterzahl im Wesentlichen auf dem aktuellen Niveau halten. Weder größere Einstellungswellen noch umfangreiche Kürzungen stehen demnach bevor.
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