LinkedIn: So viel Potenzial und gleichzeitig so viel Arbeit. Da fragen sich auch viele kleinere und mittlere Unternehmen: Lohnt sich LinkedIn für mich und wenn ja, wie kann ich mich hier erfolgreich präsentieren?

Erstens: Ja, es lohnt sich…

Zweitens: …wenn ihr es richtig angeht.

So klappt‘s mit dem LinkedIn-Marketing von KMU und Mittelständlern.

1. Bin ich hier überhaupt richtig?

Zuerst einmal die Frage, ob LinkedIn überhaupt die richtige Plattform ist. Denn nicht jedes Kommunikationsziel oder Format match mit jedem Social Kanal.

LinkedIn eignet sich für alle KMU, die:

  • ein B2B-Business betreiben (nicht nur, aber das passt grundsätzlich gut zusammen)
  • erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen anbieten
  • innovative Services, Prozesse, Geschäftsideen oder Produkte zeigen
  • sichtbar sein wollen für Kunden, Investoren, Handels-, Geschäfts-, Netzwerk-, Kooperationspartner etc.
  • sich als relevante Player in einer bestimmten Branche platzieren wollen

Wenn ihr denkt „Ja, genau meine Plattform!“, dann geht’s jetzt los.

2. Content-Säulen oder „Was soll als Unternehmen posten?“

Achtung – bei dem Wort Content-Säule nicht gleich aussteigen. Das klingt vielleicht nach Marketing-Sprech. Gemeint sind hier im Grunde aber nur eure Fokus-Themenblöcke. Nicht jedes Unternehmen darf und möchte alles zeigen, aber jedes Unternehmen kann etwas zeigen. Beispielsweise:

  • eure Produkte oder Dienstleistungen
  • Referenzen und Anwendungsbeispiele
  • eure Produktion/euer Office als Ideenschmiede
  • eure Mitarbeiter und ihr als Arbeitgeber
  • eure fachliche Expertise und Branchenverständnis (aka „Thought Leadership“)
  • Zahlen oder Reviews, die für euren Erfolg sprechen. Dezent dosiert. Denn: Niemand mag Angeber
  • Image/Haltung/Fehlerkultur – ja auch das darf ab und zu thematisiert werden, solange es positiv auf euer Unternehmen abfärbt

Sucht euch hier Themenfelder aus, die bei euch dauerhaft funktionieren können und die authentisch sind und fangt einfach an. Nehmt eure Follower mit auf Messen, lasst sie in eure Produktion schauen, zeigt ihnen, wo man euch im Alltag erleben kann und wie sie von euch profitieren würden.

3. Echte Fotos und Videos

Wichtig dabei: Die User wollen keinen Hochglanz-Auftritt, sondern Authentizität. Deswegen empfehlen wir auch Schnappschüsse und spontan gedrehte Videos, die euer Unternehmen erlebbar zu machen. Ihr braucht nicht mal eine gute Kamera – ein halbwegs fähiges Smartphone reicht aus.

LinkedIn mag quadratische Bilder (1200 X 1200 Pixel, oder 1:1 Format). Fotos im Hochformat funktionieren auch. Bildbearbeitung ist nett, aber kein Muss.

Thema Fotos mit Menschen: Lieben die Follower und damit auch der Algorithmus. Sie werden häufiger ausgespielt und länger angeschaut. Wo es geht, also gerne Mitarbeiter, Kollegen, Partner, Chefs oder zufriedene Kunden knipsen.

4. Mitarbeiter als Botschafter bei LinkedIn

Wer die Möglichkeit hat, geht noch einen Schritt weiter und bindet Mitarbeiter als „Corporate Influencer“ ein. „Influencer? Kostet das was?“ Nein, keine Panik. Gemeint sind ehrlich motivierte Mitarbeitende des Unternehmens, die auf LinkedIn jobmäßig aktiv sind und so auch für das Unternehmen Postings generieren.

Was Follower bei LinkedIn lieben:

  • Mitarbeiter die viel unterwegs sind und ihre Follower mit auf Termine und Messen nehmen
  • Produktionsmitarbeiter, die für Produkte, Prozesse und Werkstoffe brennen und Maschinen, Anlagen oder Labore zeigen
  • Mitarbeiter aus IT, Entwicklung und Co., die auf unterhaltsame Weise komplexe Dienstleistungen und Zusammenhänge erklären, quasi als Tor zur Nerd-Welt
  • Führungskräfte, die nahbar sind, uns ihr Unternehmen zeigen, mit anpacken und Image, Haltung und Unternehmenskultur widerspiegeln

Schaut mal, wer aus euren Teams schon aktiv ist bei LinkedIn oder wer sich eignen würde und sprecht das Thema an. Es lohnt sich. Denn ein Unternehmensprofil kann hinsichtlich Sichtbarkeit, Lead-Generierung oder Employer Branding viel bewirken. Personen geben dem ganzen oft aber noch einen extra Schub, weil Menschen nun mal lieber mit Menschen interagieren als mit Logos.

5. Finger weg von reinen KI-Texten

Viele LinkedIn-Nutzer erkennen sie mittlerweile recht schnell und sind davon total gelangweilt. Zu glatt, zu generisch, zu wenig Persönlichkeit. Sucht also jemanden im Team, der gerne schreibt und auch die Kapazitäten hat, zumindest die ersten Postings selbst zu verfassen. Vorteil – und da können wir mal ehrlich sein – kann man auch eine KI später gezielt anlernen und so schneller gute Postings schreiben. Wichtig: KI als Assistenz einsetzen, nicht als Ghostwriter! Denn: Was euer Unternehmen einzigartig macht, kennt und seid ihr. Nicht die KI.

Und jetzt? Profil auf Vollständigkeit prüfen, Themen festlegen, erste Beiträge schreiben und posten. Und dann heißt es dranbleiben und beobachten, was funktioniert und was nicht.

Viel Erfolg!

Anke Loeppke

Anke Loeppke arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Unternehmenskommunikation und hat gemeinsam mit Sophie Dobner 2026 die Social Media Agentur Goldkniff gegründet. Hier unterstützen die beiden kleinere und mittlere Unternehmen hinsichtlich Kommunikations- und Social-Media-Strategien, betreuen Social-Media-Kanäle und platzieren Kunden im B2B- und B2C-Business in relevanten Medien. Ankes Expertise liegt vor allem in Fachthemen, in klassischer PR und Texterstellungen.

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