Personal Branding: Für wen ist es wirklich wichtig?

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In einer Zeit in der sich unzählige Unternehmen und Marken tummeln, ist es wichtiger denn je aus der Masse herauszustechen. Gleichzeitig entwickelt die Gesellschaft eine Achtsamkeit – wo und von wem sie kauft. Immer öfter rücken die großen CEOs der Firmen ins Licht und geben ihren Unternehmen ein Gesicht. Die Namen Bezos, Musk, Jobs und Co. werden immer präsenter und stellen den Firmennamen in den Schatten. Transparenz und Vertrauen sind mittlerweile die Devisen in der Unternehmenskommunikation. Aber für wen ist Personal Branding wichtig und was bringt dies mit sich?

Fokus auf eine Person

Der große Unterschied ist der Fokus. Im Personal Branding steht kein Produkt oder Dienstleistung im Mittelpunkt. Der Fokus wird ganz klar auf eine Person projiziert, auf dessen Werte und Haltung. Frühere Errungenschaften, welche wir in Lebensläufen und Arbeitszeugnissen anpreisen, spielen eine nebensächliche Rolle. Es geht vielmehr um die persönlichen Charakterzüge und die authentische Darstellung der eigenen Persönlichkeit. Hierbei geht es nicht darum Everybodys Darling zu sein und eine makellose Erscheinung zu präsentieren, im Gegenteil.

Ecken und Kanten sorgen dafür, dass sich andere Menschen mit einer Person identifizieren.

Denn Nähe und Erlebbarkeit sprechen Menschen an und schaffen Vertrauen, Vertrauen schafft Bindung und Bindung schafft Überzeugung, Engagement und Verpflichtung. All das gibt letztlich den Ausschlag, warum sich KundInnen für eine Dienstleistung, ein Produkt oder ein Unternehmen entscheiden.

Authentizität statt Unnahbarkeit

Die explosionsartige Fortentwicklung der digitalen Medien hat die Spielregeln des Kommunikations- und Werbemarktes verändert. In den letzten Jahrzehnten drehte sich das klassische Marketing um Zahlen, Daten und Fakten. Qualität, Prozesse und Standards galten als Erfolgsfaktoren. Das Markenzeichen „Made in Germany“ ist längst nicht mehr, dass was es einmal war. Reihungen von Skandalen in großen Konzernen machten die VerbraucherInnen skeptisch. Unnahbare Großunternehmen warfen hierdurch einen Schatten über sich und verloren an Glaubwürdigkeit.

EXTRA: Authentizität – Ideal und Mythos: Wie wird man authentisch?

Die digitalen Tools gewähren den KundInnen heute mehr denn je die Freiheit darüber zu entscheiden, wann und wo sie angesprochen werden und Informationen und Werbung wahrnehmen möchten. In diesem reizüberfluteten Umfeld der Medien wächst vor allem der Wunsch nach Authentizität und Nahbarkeit. Die bislang perfekt und utopisch dargestellten Werbewelten schwinden und werden durch authentische, aus dem Leben gegriffene, Werbestorys ersetzt.

Erlebbarkeit ist das neue Maß, und das findet zwischen Menschen statt.

Dies ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie Menschen über eine Marke denken, ob sie sich mit einem Unternehmen identifizieren können und ihm vertrauen. Ein jeder hat Einfluss darauf, wie er wahrgenommen und gesehen wird und kann dies für sich zunutze machen. Um den richtigen Weg einzuschlagen und das volle Potenzial schöpfen zu können, sollten vorerst grundlegende Fragen geklärt sein:

  • Welche Werte möchte ich vertreten und für welche möchte ich wahrgenommen werden?
  • Was kann ich gut, wofür mich andere bewundern?
  • Was möchte ich konkret durch Sichtbarkeit erreichen und was hält mich noch davon ab?

Ein jeder von uns hat bereits eine Brand. Der Unterschied liegt darin, wer diese nach außen hin präsentiert und wer nicht. Die wenigsten sind bereit dazu ihre wohlig warme Komfortzone zu verlassen. Denn wer in das Rampenlicht tritt, bietet Angriffsfläche. Neid, Ablehnung und Kritik sind Ur-Aspekte, die uns daran hindern ein Risiko einzugehen. Doch wer profillos in der großen Masse mitschwimmt erregt nicht die Aufmerksamkeit, welche es für den Erfolg benötigt. Das heißt, wer sich nicht bemerkbar macht, der wird auch nicht gesehen.

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Die Großen zeigen, wie es geht

Elon Musk, Jeff Bazos und Steve Jobs machen es vor und geben ihren Marken ein Gesicht. Auch Unternehmerinnen verschaffen sich durch ihr Auftreten Bekanntheit, wie Kylie Jenner, Delia Fischer oder Judith Williams. Immer mehr Führungskräfte geben Einblicke in ihre Persönlichkeit und kommunizieren ihre Werte und Visionen. Gerade für Personen in der C-Level Ebene ist Personal Branding zu empfehlen.

Geschäfte werden schlussendlich zwischen Menschen geschlossen. Menschen kaufen von Menschen. Egal ob Produkt oder Dienstleistung. Durch Personal Branding und eine direkt kommunizierte Persönlichkeit werden konkrete Zielgruppen angesprochen, die die Werte teilen und sich identifizieren. Das entgegengebrachte Vertrauen bringt zugleich eine langfristige Kundenbindung mit sich.

Wichtig ist sich von der Masse abzuheben und das gelingt am besten durch Einzigartigkeit.

Ein offener Austausch der eigenen Visionen schafft ein Alleinstellungsmerkmal und unterscheidet einen von der Konkurrenz. Auch wenn viele die Gedanken teilen, nur wenige trauen sich diese auszusprechen und das Potenzial zu nutzen.

Aber nicht nur für bereits erfolgreiche UnternehmerInnen ist Personal Branding eine Chance. Auch Selbstständige und GründerInnen sollten sich die Vorteile zu eigen machen. Einigen InfluencerInnen ist es, durch ihre Personenmarke, welche sie auf den sozialen Medien teilten, gelungen ihren Einstieg in die Businesswelt zu ebnen und das mit vollem Erfolg.

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Dominik Sedlmeier
Dominik Sedlmeier ist CEO der Markenagentur El Clasico Media GmbH. Ein Netzwerk für Kommunikation und Markenentwicklung mit den Schwerpunkten Markenstrategie, Public Relations und Social Media. Als Interims Manager, unterstützte er zuvor diverse Unternehmen, wenn es darum ging den Vertrieb hochzufahren, Umsätze zu skalieren und eine Marke aufzubauen.

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