Wer schon einmal den Verdacht hatte, dass sich unter den Mitarbeitern der ein oder andere Blaumacher im Unternehmen befinden könnte, kennt die Problematik: Man will niemanden vor den Kopf stoßen – doch gerade, wenn die Fehltage immer freitags oder direkt vor oder nach dem Urlaub ansetzen, kann das irritieren. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn die Mitarbeiter zu wichtigen Terminen oder besonders geschäftigen Tagen fehlen. Für die verbliebenen Kollegen bedeutet dies zudem zusätzlichen Stress und Leistungsdruck. Warum Mitarbeiter überhaupt blau machen und welche Maßnahmen dagegen helfen können, erfährst du hier.
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Warum machen einige Mitarbeiter blau?
Einer Befragung des Pinktum Instituts in Hamburg im Auftrag der PAWLIK Group zufolge finden 39 Prozent der Deutschen Blaumachen völlig in Ordnung. Etwa 34 Prozent der Befragten würden sich demnach schneller krankschreiben lassen als eher – auch bei nur leichtem Unwohlsein. Ursache ist eine grundsätzlich erschöpfte Stimmung in den Betrieben, etwa 55 Prozent fühlen sich deutlich erschöpfter als vor einigen Jahren noch. Und 43 Prozent fühlen sich für ihre Arbeit nicht ausreichend wertgeschätzt.
Auf der anderen Seite arbeiten vier von zehn Mitarbeitern trotz Krankheitszeichen weiter – aus Angst um ihren Job, aber auch aus Pflichtgefühl gegenüber den Kollegen. Und nicht alle Mitarbeiter machen gleich häufig blau: Männer und Führungskräfte ziehen den Durchschnitt nach oben. Dennoch steht fest: Für etwa die Hälfte der Befragten (45 Prozent) ist es einfach, eine Krankschreibung zu erhalten, auch wenn sie gar nicht krank sind.
Drei verschiedene Arten von Blaumachern
In der Regel lassen sich Mitarbeiter demnach in einen von drei Typen einteilen:
- Klassische Blaumacher: Motive sind hier schlichtweg mehr Freizeit sowie Bequemlichkeit
- Unmotivierte: Kennzeichen sind wenig Interesse am Erfolg des Unternehmens oder des eigenen Teams sowie fehlendes Pflichtgefühl gegenüber Kollegen und Arbeitgeber. Macht daher schneller krank als andere.
- Konfliktscheue: Die wachsende Überforderung in Unternehmen kann einige Mitarbeiter derart mitnehmen, dass sie sich nur noch den einfachsten Aufgaben gewachsen sehen. Entsprechend erfolgt in diesen Fällen häufig die Flucht in die Krankmeldung, wenn wichtige Termine anstehen.
Da jeweils unterschiedliche Motive vorliegen, muss auch jeweils die Strategie angepasst werden, mit der Sie gegen Blaumacher vorgehen.
Welche Maßnahmen helfen gegen Blaumacher im Unternehmen?
Während in vielen Unternehmen bereits eine kurze WhatsApp-Nachricht für eine Krankmeldung genügt, sollten Arbeitgeber die Hürde möglicherweise etwas höher legen, wenn sie den Verdacht haben, dass es sich um Blaumacher handeln könnte. Statt einer SMS sollte die Krankmeldung beispielsweise telefonisch erfolgen – das kostet mehr Überwindung. Gleichzeitig hat das den Vorteil, dass der Mitarbeiter wichtige Informationen für den Tag an Kollegen weiterleiten kann.
Die zweite Maßnahme ist ein kurzes Gespräch, wenn die Betroffenen wieder gesund sind. Dabei sollte es nicht wie ein offizielles „Rückkehrgespräch“ wirken. Entsprechend sollte kein Verhör erfolgen – erkundige dich stattdessen einfach nach dem Wohlbefinden des Mitarbeiters. Das zeigt, dass die Arbeitnehmer wertgeschätzt werden und ihre Gesundheit für den Betrieb wichtig ist. Gleichzeitig könnte es Blaumachern irgendwann unangenehm werden, immer wieder auf ihre „Erkrankung“ angesprochen zu werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass man die echten Kranken nicht vor den Kopf stoßen will. Wer unvoreingenommen in die Gespräche geht, fährt damit noch am besten.
Zusätzlich kann ein vollständiger Überblick über die Krankheitstage der Beschäftigten dabei helfen, im Blick zu behalten, welche Mitarbeiter besonders häufig fehlen. Wird eine bestimmte Anzahl an Fehltagen erreicht, so sollten Arbeitgeber die Betroffenen möglicherweise um ein längeres Gespräch bitten. Bei diesem gilt es, festzustellen, welche Ursachen die vielen Fehltage haben können. Wichtig ist es, dabei auch offen für Kritik zu bleiben – Mitarbeiter sollen etwa sagen dürfen, wenn sie sich überbelastet fühlen. Gemeinsam lassen sich Lösungen dafür finden, wie sich die Arbeit besser verteilen lässt.
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