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Was macht einen guten Job aus? Ein großer Teil der Beschäftigten würden an dieser Stelle vermutlich ein gutes Gehalt nennen, oder eine gesunde Work-Life-Balance. Für die meisten deutschen Arbeitnehmer sind diese Punkte sicherlich unverzichtbar. Doch viele haben auch den Anspruch an ihre Arbeit, dass diese sinnstiftend sein soll. Sie wollen Identität und Selbstbewusstsein aus ihr schöpfen und für das, was sie tun, wertgeschätzt werden. Laut der Studie „Randstad Employer Brand Resarch 2025“ gibt es dabei jedoch ein Problem: Etwa 41 Prozent der Beschäftigten klagen aktuell über mangelnde Wertschätzung im Job. Ihre Leistung wird weder anerkannt noch belohnt.

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Mangelnde Wertschätzung kann beim Job demotivieren

„Wertschätzung und Anerkennung sind zwei Seiten derselben Medaille – und haben einen starken Einfluss auf unsere Motivation und Produktivität“, erklärt Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland. „Das hat nicht nur mit positivem Feedback auf erledigte Aufgaben zu tun, sondern mit konstruktiver Kritik, die zur Weiterentwicklung und zum Zusammenhalt der Teams in schwierigen Zeiten und bei herausfordernden Projekten beiträgt.“

Wie der REBR-Bericht zeigt, kann sich die mangelnde Wertschätzung im Job für einige durchaus zum Kündigungsgrund entwickeln. 20 Prozent der Befragten gaben in der Studie an, dass sie eine derartige Führungskultur dazu veranlassen könne, das aktuelle Unternehmen zu verlassen und den Arbeitgeber zu wechseln. Doch auch wenn die Mitarbeitenden nicht kündigen sollten, kann das der Zusammenarbeit langfristig einen Dämpfer verpassen.

Bei wem die Motivation allerdings schon abhanden gekommen ist, der ist laut der Studie deutlich näher daran, zu kündigen. Rund 29 Prozent derjenigen, die sich in der Studie als „unmotiviert“ bezeichneten, haben die Absicht geäußert, Kündigen zu wollen. Dabei liegt die Lösung für Führungskräfte laut Menne eigentlich nahe.

Was können Führungskräfte verbessern?

So simpel es auch klingen mag: Tatsächlich reicht es in der Regel, wenn sich Führungskräfte ganz einfach regelmäßig bei den Mitarbeitenden für ihre Mühen und ihr Vertrauen bedanken. „Vertrauen zeigen, Erfolge gegenseitig anerkennen und noch besser: gemeinsam im Team feiern und Interesse an den Bedürfnissen des Einzelnen zeigen“, rät die Expertin. Genau das bedeutet Wertschätzung auch für die meisten: alltägliche Anerkennung – ohne großen Aufwand drumherum.

Die „Trendstudie 2025“ des Instituts für Generationenforschung in Augsburg zeigte bereits Anfang des Jahres, wie bedeutsam Anerkennung und Wertschätzung sind. Besonders die Generation Z (1995 – 2010) wünschte sich mit 35 Prozent der Befragten häufiger als andere Altersgruppen mehr Führungskompetenz. Zum Vergleich: Nur rund 15 Prozent der befragten Arbeitnehmer der Generation Y (1980-1995) wünschten sich dies.

Dieses Fehlverhalten sorgt für Frustration im Team

Gebe ich meinen Kollegen und Teammitgliedern den Eindruck, dass ich sie nicht ausreichend wertschätze? Diese Frage kann einen schon mal umtreiben, wenn man betrachtet, wie viele über mangelnde Wertschätzung im Job klagen. Die Frustration ist verständlich, wird jedoch nur selten offen gezeigt – häufig verbergen Angestellte ihre tatsächliche Einschätzung ihrer Situation aus Angst vor Repressionen. Folgendes häufiges Fehlverhalten könnte allerdings dazu führen, dass Frustration herrschen könnte:

  • Du gibst wenig positives Feedback
  • Bitten um Flexibilität (bspw. Homeoffice) stoßen bei dir eher auf Ablehnung
  • Du fragst zu selten nach, ob du anderen zu viel Arbeit aufbürdest
  • Du wirkst unnahbar und zu unempathisch auf Angestellte
  • Du bemühst dich nicht ausreichend um die Work-Life-Balance der Teammitglieder
  • Auf Beförderungen oder Gehaltserhöhungen müssen Angestellte lange bei dir warten
  • Kommunikation läuft meist nur in eine Richtung
  • Deine Teammitglieder misstrauen sich untereinander und hegen ein starkes Konkurrenzdenken

Stellst du fest, dass einer oder mehrere dieser Punkte auf deinen Umgang mit Teammitgliedern zutreffen, solltest du dich bemühen, dein Verhalten ihnen gegenüber zu bessern – sonst riskierst du, dass frustrierte Angestellte das Unternehmen möglicherweise verlassen.

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2 Comments

  • Carsten sagt:

    Ich finde das Bild schön, dass gute Führungskräfte echte Coaches mit Empathie und keine gefühlosen Manager sind. Die Art und Weise, wie du mit deinem Team sprichst und umgehst, wird sich im Erfolg der Leistung zeigen. Als Führungskraft bist du maßgeblich daran beteiligt.

  • Holger sagt:

    Genau – nangelndes Vertrauen im HomeOffice ust Standard u. ständiges Hächeln nach noch mehr Leistung (ohne weitere Veränderung der Vorraussetzungen) das ist ein gängiger Fail. Und dieser zerstört das Team, schürt Misstrauen u. Angst. So fühlt man sich NICHT wahrgenommen. 💣👎

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