6 Tipps, um deine Produktverfügbarkeit bei Lieferengpässen zu sichern

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6 Tipps, um deine Produktverfügbarkeit bei Lieferengpässen zu sichern
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Viele Unternehmen haben aktuell mit Lieferengpässen zu kämpfen. Knapper Frachtraum, in die Höhe schießende Transportkosten und Lieferunterbrechungen beeinträchtigen die Produktverfügbarkeit. Folgenden Taktiken und Technologien für die digitale Supply Chain Planung helfen dir dabei, das Risiko zu minimieren und die Produktverfügbarkeit bei Lieferengpässen zu verbessern.

1. Nutze den vorhandenen Bestand besser

Setzt du den vorhandenen Bestand wirklich optimal ein? Mithilfe von KI-basierten Supply-Chain-Planungssystemen, die Datenanalysen nutzen, kannst du die vorhandenen Bestände an die Geschäftsziele ausrichten. Bei Versorgungsengpässen geht es meistens darum, die Gewinnspanne zu optimieren oder mögliche Bestandsungleichgewichte zu erkennen und zu korrigieren, indem überschüssige Bestände auf andere Standorte umverteilt werden.

2. Arbeite mit Lieferanten bei der Nachschubplanung zusammen

Kennen deine Lieferanten eure Produktionsprognosen? Wenn du deinen Lieferanten Einblicke in euren Lieferbedarf über einen längeren Zeitraum hinweg gibst, können sie besser im Voraus planen. Eine fortschrittliche Nachschub-Engine kann zum Beispiel mit einem Lieferantenkalender kombiniert werden, damit deine Lieferanten einen vollständigen Überblick über die Bestandsprognosen erhalten. Du kannst euren Bedarf mitteilen und deine Lieferanten können angeben, was sie realistischerweise liefern können. Gemeinsam könnt ihr so Änderungen oder Kürzungen festlegen, um den Plan auch kurzfristig unter schwierigen Bedingungen zu bedienen.

3. Rationalisiere das Produktportfolio

Profitierst du von neuen Nachfragemustern? In jeder Krise ändern sich die Verkaufsmuster und das Verbraucherverhalten. Diese Verschiebung in der Nachfrage bietet dir eine einzigartige Gelegenheit, das Produktportfolio zu rationalisieren. Dazu musst du zuerst jene Produkte identifizieren, deren Nachfrage ansteigt. Und du musst dementsprechend den strategischen Wert der einzelnen Produkte im Portfolio neu bestimmen. Jetzt wäre auch eine gute Gelegenheit, potenzielle Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern zu evaluieren, um eventuell neue Produkte auf den Markt zu bringen.

4. Nutze Demand Shaping

Kannst du Produktalternativen anbieten? Engpässe beim Produktangebot kannst du mithilfe von Demand Shaping kompensieren, indem du die Aufmerksamkeit deiner KundInnen auf gleichwertige Produkte lenkst, die nicht von den Lieferengpässen betroffen sind. Dazu müssen deine Vertriebs- und Marketingteams eng zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die richtigen Anreize (Rabatte, Promotions, Vorlaufzeiten) schaffen, um die Nachfrage auf jene Produkte zu lenken, die ihr auch bei Lieferengpässen bedienen könnt.

EXTRA: Schlechte Zusammenarbeit zwischen Vertrieb und Marketing? Das hilft!

5. Besteht die Lieferkette den S&OP-Stresstest?

Nutzt du Szenarioplanung? Eine der Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass deine Lieferkette für die nächste Krise gerüstet ist, besteht darin, deren Resilienz mit dem Einsatz von Sales & Operations Planning (S&OP) zu testen. So kannst du eine Vielzahl von Szenarien für deine Lieferkette durchspielen und für jedes Szenario eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung erstellen. Du kannst auch neue Szenarien für jene Lieferungen, die wohl möglich in irgendwelchen Häfen feststecken, erstellen und durchspielen, ob es sich eventuell lohnen würde, auf andere Lieferanten an anderen Standorten umzudisponieren.

6. Maximierung des verfügbaren Lkw-Ladungsraums

Bei einer bedarfsgesteuerten Beladung werden Nachfragedaten genutzt, um volle Lkw-Ladungen zu erstellen. Während ein typisches Transport Management System (TMS) rund 90–95 Prozent der Lkw-Kapazität nutzt, liegen Lösungen für eine bedarfsgesteuerte Beladung bei 98 Prozent oder mehr Kapazität. In Zeiten eingeschränkter Transport- und Logistikkapazitäten können dadurch die Frachtkosten um vier bis acht Prozent reduziert, und die werksübergreifende, lieferantenbezogene Frachtauslastung um sieben bis 15 Prozent gesteigert werden. Auch die Auftragserfüllungsrate wird um fünf bis zehn Prozent, der Auslieferungsdurchsatzes sogar um 30–40 Prozent gesteigert.

Nach Aussagen von ExpertInnen, werden wir noch bis weit ins nächste Jahr mit Lieferengpässen zu kämpfen haben. Mithilfe dieser Taktiken und Technologien kann es dir aber gelingen, die Auswirkungen auf die Performance zu minimieren und trotz aller Probleme eure Unternehmensziele doch noch zu erreichen.

Mauro Adorno
Mauro Adorno ist Chief Operating Officer EMEA & APAC bei ToolsGroup. Der erfahrener Supply Chain Experte hilft seinen Kunden dabei, Nachfragevolatilität und Komplexität in der Supply-Chain zu überwinden und hervorragende Servicequalität bei reduzierten Lagerbeständen zu erzielen.

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