So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 Fehler

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So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 Fehler

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 Fehler„Top-Mitarbeiter verlassen niemals ihren Job, sondern ihren Chef.“

Die Job-Welt ist voll von diesen Stempel-Fetischisten, die schon Montags auf Freitag warten und sich Morgens schon auf den Feierabend freuen. Genau diese Leute sind schnell und leicht zu ersetzen – traurig aber wahr. Schade genug, dass es solche Menschen in vielen Teams gibt, denn diese demotivieren oft auch den Rest des Teams.

Richtig gute Mitarbeiter, sind welche, …

  • die richtig Potenzial haben und Interesse zeigen.
  • die sich einbringen wollen.
  • die selbständig mitdenken und Ideengeber sind.
  • die ein Unternehmen voranbringen (wollen).
  • die dem Unternehmen und Projekt Persönlichkeit geben.

Solche Mitarbeiter sind ein Vermögen wert, kosten den Arbeitgeber aber meist doch nur ein angemessenes Gehalt. Diesen Mitarbeitern geht es meist auch gar nicht ums Gehalt, sondern um ganz andere Dinge.

Richtig guten Mitarbeitern sind folgende Dinge wichtiger als Geld …

  • Arbeitsklima
  • Kollegenfreundschaft
  • interessante Aufgaben
  • Entwicklungschancen
  • gewisse Freiheiten (Homeoffice, Arbeitsbeginn etc.)

Und in den allermeisten Fällen ist an ihrer Kündigung nur einer Schuld: Der Manager, der Teamleiter, der Chef oder der Projektleiter. Denn diese wirklich guten Mitarbeiter verlassen nicht ihren Job, sie verlassen ihren Vorgesetzten. Das passiert übrigens genau dann, wenn der Vorgesetzte einen oder mehrere von diesen Fehlern begeht.

Fehler 1: „Was, dafür willst du ein Lob?!“

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: Kein LobKein Mensch erwartet einen Luftballon und einen Scheck von 2.000 Euro, nur weil eine Aufgabe gut erledigt wurde. Ist die Aufgabe Teil des Jobs und der tagtäglichen Arbeit, kräht da sowieso kein Hahn danach. Hat man aber einen bestimmten Meilenstein erreicht oder etwas schneller abgeschlossen als gedacht, dem Unternehmen Geld gespart oder eine eigene Idee toll umgesetzt, dann ist hier auch mal ein „Danke“ und „Gut gemacht“ angebracht.

Ein ehrliches Lob motiviert hier oft genauso oder mehr als ein Bonus. Wenn jemand dauerhaft extremes Engagement zeigt, ist aber durchaus auch ein Bonus angebracht (in Verbindung mit einem Lob natürlich!).

Fehler 2: TEAM = „Toll, einer alleine macht’s!“

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: Talente nicht erkennenBei solchen Teams, ist der Frust vorprogrammiert. Als Vorgesetzter muss man erkennen, wann ein Team funktioniert und wann nicht. Wenn es einen „Dummen“ gibt, der die Arbeit von 10 macht, ist es doch dieser eine, den man als stärkstes Pferd im Team behalten will.

Dieser wird aber bald gehen, denn lange schaut man sich so ein Verhalten nicht an. Oder einer lässt die Arbeit schleifen, schiebt alles vor sich her und die anderen sehen das. Schnell haben andere das Verhalten angenommen, denn der Chef hat es ja durchgehen lassen und die echt motivierten, sind auch bald weg.

In einem solche trägen Team ist wahrscheinlich auch keine berufliche Herausforderung zu sehen – schwupps ist der Top-Mitarbeiter weg. Schade. Wenn man die unmotivierten Mitarbeiter übrigens genauso behandelt wie die Hochmotivierten, stellt sich wohl oder übel irgendwann sowieso die Denke ein:

„Egal wieviel Herzblut ich hineinstecke, es wird doch nie wert geschätzt“.

Und ratet mal wie lange so jemand noch im Unternehmen bleibt.

Fehler 3: „Hä?! Und welchen Sinn hat das Ganze?!“

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: Sinnlose Arbeit?Der Arbeitsalltag ist voll von seltsamen Regeln, die für die Belegschaft nicht nachvollziehbar sind. Und welchen Sinn hat’s? Keinen! Wer auf solche Dinge wert legt und solche Regeln im Unternehmen aufstellt, darf sich nicht wundern, wenn motivierte und kreative Mitarbeiter das Weite suchen.

Beispiele gefällig? Bitteschön:

  • Kein Homeoffice, weil da arbeitet man ja nichts.
  • Pflanzen über 60 cm im Büro? Erlaubt der Hausmeister nicht.
  • Einen Sitzball? Da ist man ja nicht versichert!
  • Musik hören im Büro? Lenkt ab!
  • Internet an den PCs der Buchhaltung? Braucht doch kein Mensch.

Fehler 4: „Das große Ganze ist für dich nicht relevant! Mach deinen Job!“

Motivierte Mitarbeiter möchten wissen, wohin die Reise geht.

  • Welche Ziele verfolgen wir abseits der kleineren Meilensteine?
  • Wieso lohnt es sich heute in den sauren Apfel zu beißen?
  • Was erreichen wir am Ende des Jahres?

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: Sinnvolle ZieleNur wer weiß was das Ziel ist, kann auch dazu beisteuern, dass das Team es erreicht. Mitarbeiter, die sich gerne einbringen und ihre Arbeit wertschätzen, möchten auch verstehen wieso sie bestimmte Dinge tun. Nichts ist schlimmer, als zu denken, dass man sinnlose Arbeit verrichtet. Wem täglich kleine Arbeitshappen gegeben werden, kann nicht langfristig planen – geschweige denn selbständig arbeiten. Für die Stempelkandidaten vom Anfang des Textes mag das eine wunderbare Arbeitsumgebung sein, nicht aber für deine selbstbestimmten Top-Mitarbeiter.

Fehler 5: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: Stempeln, feste ArbeitszeitenWer Pause macht, arbeitet nichts. Das ist Quatsch! Vielleicht gilt diese Annahme für die Stempel-Akrobaten, die strikt nach Vorschrift arbeiten. Für selbstbestimmte Top-Mitarbeiter gilt dies aber in keinem Fall. Pausen sind für die Kreativität genauso wichtig wie die Arbeitszeit selbst.

Die strikte Trennung von Arbeitszeit und Spaß deutet ja schon an, dass Arbeit keinen Spaß machen kann. Aber wo wären wir denn da? Die Top-Mitarbeiter sind eben die, die Spaß an ihrem Job haben und diesen auch behalten möchten. So kann ein Kicker, ein Lounge-Zimmer oder eine Spiele-Konsole zu einer geringeren Mitarbeiter-Fluktation beitragen. Und dort wo man Spaß hat, bleibt man auch länger – nicht nur am Abend, sondern auch als Job-Station im Lebenslauf.

Fehler 6: „Wir haben keine Zeit für solchen Quatsch!“

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: kein FreiraumDie Besten der Besten brauchen ihren Raum, um sich zu entfalten. Sie wollen eigene Ideen umsetzen und auch mal scheitern dürfen. Sie wollen sich weiterentwickeln und neue Wege gehen. Sie wollen für das Projekt brennen. Sie wollen auch persönliche Projekte umsetzen und lernen so in ihrem eigentlichen Job dazu. Sie saugen kreative Aufgaben geradezu auf.

Solche Mitarbeiter müssen die Möglichkeit haben, „out of the box“ zu denken und zu arbeiten. Vorgesetzte, die dies nicht verstehen oder selbst ganz anders gepolt sind, treten ihnen deshalb immer wieder auf die Leine. Mitarbeiter, die so gebremst werden oder gar noch Ärger ernten, sind schnell weg.

Fazit: Neue Ideen von alten Mitarbeitern

Chef-Fehler in der Mitarbeiterführung: Tipps und FazitDie tollen Mitarbeiter sind auch die um die man sich kümmern muss. Manchmal sind sie anstrengender als die Stempel-Fetischisten und Bürostuhl-Akrobaten. Sie sind es aber die dein Unternehmen voranbringen und mit Ideen die Richtung weisen. Wer sich als Chef auf solche Mitarbeiter einlässt, wird es nicht bereuen. Und wer ihnen ein bisschen Interesse und Dank vermittelt, kann sich über stetig neue Ideen von alten Mitarbeitern freuen – die noch viel viel länger dem Unternehmen treu bleiben.

Was fehlt noch auf der Liste, die Mitarbeiter vergrault?

  • Was hat dich bei deinem letzten Job dazu veranlasst zu gehen?
  • Was sind die schlimmsten Dinge, die ein Chef falsch machen kann?

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So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 Fehler

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(Bild: © Campus Verlag)

7 Kommentare

  1. Ich habe nach knapp 10 Jahren meine Chefin und meinen Job verlassen. Es gibt viele Punkte, die ich zu lange ertragen habe, aber ich glaub ein wichtiger Punkt, über den ich noch immer richtig sauer bin ist folgender: Ich bin für meinen Job auch in Labortätigkeiten ausgebildet, durfte aber bei meiner Chefin direkt nach meiner Ausbildung nicht hinein und arbeiten. Begründung: Du bist zu jung, wir wollen erstmal sehen, die älteren Mitarbeiter sollen das lieber machen. OK, das habe ich akzeptiert, obwohl ich direkt nach der Ausbildung das beste Wissen hatte und meine Mitarbeiter alles andere lieber gemacht hätten, als sich ins Labor zu stellen. Ab ca. 5 Jahren habe ich dann stärker nachgefragt, ob man denn nun genügend Vertrauen in meine Arbeit hätte. Da kam immernoch, du bist die jüngste im Unternehmen. Nach knapp 10 Jahren wurde dann eine Frau in meinem Alter eingestellt, die dort im Betrieb ihre Ausbildung gemacht hatte und die durfte dann sofort ins Labor. Als ich gefragt habe, ob denn hier gar keine Einarbeitungszeit, Betriebszugehörigkeitszeit und Vertrauen nötig wäre und ob es denn nicht mal Zeit wäre ob ich meine gelernte Arbeit verrichten dürfte, wurde mir folgendes gesagt: Du hast keine Erfahrung mehr, du bist zu lange raus aus der Arbeit. Da hab ich gedacht ich spinne.

  2. Also ich stecke mitten im Gehen…wieso? Keine Perspektive, keinerlei Anerkennung dafür aber dem 1.Vorgesetzten zur eigenen Arbeit auch noch hinterher räumen… bei Fehlern des Teams ständig die Verantwortung zu tragen weil der 1. Chef sich weg duckt. Nicht durchdachte Emotionale Entscheidungen des 2.Chef der die Konsequenzen nicht mitbekommt weil er durch Abwesenheit glänzt… Aber dafür der totale Kontroll Drang… und wehe man stellt etwas infrage… das Diktat ist Gesetz… Versprechen, Abmachungen wurden nicht gehalten…. Fazit macht weiter so! Aber ohne mich, den solch eine Diktatur unterstütze ich bestimmt nicht mehr…

  3. Warum ich gegangen bin? Punkt 3! Keine Flexibilität, kein Homeoffice, keine Gleitzeit sondern purer Kontrollwahn! Stempelakrobaten waren ausdrücklich erwünscht und jede Minute Pause wurde vom Chef genau registriert (z.T. sogar aufgeschrieben, um einen dann anbrüllen zu können, dass man am Tag xy 10 Minuten zu wenig gearbeitet hat). Nein, es handelt sich nicht um eine Behörde ;)

  4. Ganz großer Mumpitz: Wenn der Chef mit Misstrauen an seine Mitarbeiter herantritt, aus der Abteilung „Angestellt sind bezahlte Feinde“. Ich hatte mal einen Chef, der hat gezielt zwei Kollegen aufeinander angesetzt, sich zu beobachten und dem Chef dann Bericht über den jeweils anderen zu erstatten. Sein Pech: Die zwei Kollegen waren befreundet und haben sich das beim Bier erzählt. Unnötig zu sagen, dass beide das Unternehmen verlassen haben. Schlimm genug, wenn Tratsch und üble Nachrede im Team an der Tagesordnung sind – wenn der Chef eine solche Schlangengrube auch noch befeuert, kann man jedem Mitarbeiter nur empfehlen, schleunigst das Weite zu suchen.

  5. Was hat dich bei deinem letzten Job veranlasst zu gehen?
    Die Tatsache, dass die 2-malige Ankündigung meines Weggangs nicht wirklich ernst genommen wurde, da der Mitarbeiter ja heilfroh sein kann, in dieser Firma zu arbeiten. Nach Eingang des Schreibens waren die Augen trotzdem groß.

    Was sind die schlimmsten Dinge, die ein Chef falsch machen kann?

    Den Mitarbeiter nicht ernst nehmen und (eine Spezialität inhabergeführter / familiengeführter Unternehmen) die patriarchische Führungsmentalität des Urgroßvaters zu übernehmen und scheinheilig immer wieder Verbesserungsvorschläge einfordern, die dann fein säuberlich in der Ablage P landen.
    Leitende Vakanzen im Haus nicht intern zu besetzen, sondern lieber Externe suchen, die die Firma nicht kennen, beurkundet auch die fehlende Wertschätzung dem langjährigen Mitarbeiter gegenüber.

    Ach, da gäbs so viel aufzulisten…

    • Was sind die schlimmsten Dinge, die ein Chef falsch machen kann?
      falsche Bürostühle reinstellen, so dass man nach ein paar Jahren „Rücken“ bekommt

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