Millionen Deutsche tragen seine Produkte, 2025 war sein Unternehmen sogar der größte Schuh-Händler Europas: Die Rede ist von Heinrich Deichmann, dem Mann hinter dem milliardenschweren Schuh-Konzern aus Essen. Doch trotz der Erfolgsgeschichte des seit Generationen in Familienhand liegenden Unternehmens tritt der Deichmann-Chef eher bescheiden auf – und hält sich aus der Öffentlichkeit eher zurück. Wie der Familienunternehmer tatsächlich tickt, das erfährst du hier.

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Deichmann: Die Erfolgsgeschichte aus Essen

Bereits im Jahr 1913 öffnete der 1888 geborene Heinrich Deichmann – der Großvater des heutigen Firmenchefs Heinrich Otto Deichmann – einen Schuhmacherladen in Borbeck, das später in Essen eingemeindet wurde. Zu den Kunden des Unternehmens zählten damals überwiegend Bergleute des Ruhrgebietes, die er mit preiswerten Schuhen ausstattete. Schnell wuchs das Unternehmen, 1940 starb Deichmann jedoch und seine Frau Julie übernahm die Geschäftsführung.

Heinrichs einziger Sohn Heinz-Horst Deichmann stieg schon früh in das Geschäft mit ein und eröffnete Ende der 40er-Jahre das erste Geschäft außerhalb Essens, in Düsseldorf. Erst 1956 gab er jedoch seinen Beruf als Arzt auf, um die Leitung des Unternehmens vollständig übernehmen zu können. Weitere Filialen im Rhein-Ruhr-Gebiet entstanden, wenig später entwickelte sich das Unternehmen unter der Leitung von Heinz-Horst Deichmann zum Marktführer im deutschen und europäischen Schuhhandel. Auch in den USA, Polen und in den Niederlanden begann das Unternehmen sein Geschäft aufzubauen.

Von Sohn zu Sohn: Das Unternehmen bleibt in der Familie

Damit kommen wir im Jahr 1999 an: Heinz-Horst Deichmanns Sohn Heinrich Otto übernahm in diesem Jahr den Vorsitz der Geschäftsführung. In der Zeit darauf folgten weitere Expansionen nach Ungarn, Großbritannien, Dänemark, Tschechien, Slowenien und in weitere Länder. Auch betrieb Deichmann ab 2000 als erster Schuhhändler überhaupt einen Onlineshop. Kurzum: Deichmann entwickelte sich zu einem absoluten Global Player. Stand 2025 betreibt der Konzern international rund 40 Onlineshops und mehr als 4.700 Filialen weltweit.

Wanderer, Naturbursche – und Christ

Mit einem solchen Aufgebot hätte Heinrich Otto Deichmann also wohl jeden Grund, mit dem Wohlstand, den das Unternehmen der Familie eingebracht hat, zu protzen – doch dafür ist der Familienvater offenbar zu bodenständig. „Ach, wissen Sie, ich brauche nicht so viel“, erklärt er im Gespräch mit der „Bild„. „Ich liebe die Berge. Ich gehe im Sommer gerne wandern. Sport ist für mich wichtig. Ich liebe die Natur. Musik habe ich gerne. Ich lebe nicht schlecht, aber ich brauche keine millionenschweren Jachten. Das ist mir nicht so wichtig.“

Was den meisten kaum bekannt sein dürfte: Der christliche Glaube ist fest in der Familie verankert. Wie auch sein Vater vor ihm studierte Heinrich Otto Deichmann Theologie. Ein ideologischer Eiferer ist Deichmann allerdings nicht: „Ich glaube, wichtig ist, dass man nicht versucht, das, was man selber glaubt, anderen überzustülpen. Es ist die persönliche Überzeugung“, so Deichmann gegenüber „Bild“.

So engagiert sich Heinrich Deichmann für die Gesellschaft

Ohne größere Publicity dafür einzufordern, engagiert sich der Deichmann-Chef auch karitativ über die Deichmann-Stiftung sowie das von ihm geleitete sozialmissionarische Hilfswerk „wortundtat„, dessen Arbeit vorrangig über das Unternehmen finanziert wird. Einen Großteil seiner Arbeit leitet das Hilfswerk dabei in Tansania. Die Deichmann-Stiftung selbst ist sowohl im In- als auch im Ausland tätig und unterstützt seit Jahrzehnten soziale und humanitäre Projekte wie das Jugend- und Familienzentrum „Stern im Norden“ im Viertel Dortmunder Nordstadt.

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