Planning Poker ist eine agile Methode zur Aufwandsschätzung von Tasks, Epics und User Stories – den Elementen im Backlog. Die Methode wird oft auch als Scrum Poker bezeichnet, da sie oft in Scrum verwendet wird.

Als Basis dient eine Referenz-User-Story, die die Teilnehmer gemeinsam auswählen und mit einem Story Point Aufwand bewerten. Die Teammitglieder pokern mit Spielkarten. Doch die Beteiligten spielen miteinander und nicht gegeneinander, um ihren Gewinn zu maximieren.

Ablauf von Planning Poker

  1. Jeder Mitspieler erhält ein Set von dreizehn Karten, die er verdeckt in der Hand hält
  2. Der Scrum Master liest den Inhalt des Backlog Items vor. Falls notwendig, tauschen sich die Spieler über den Inhalt aus, um Missverständnisse zu vermeiden. Bleiben offene Fragen zurück, konsultieren sie den Product Owner.
  3. Der Scrum Master fordert alle Teilnehmer auf, das ausgewählte Backlog Item zu bewerten. Dazu wählen sie eine Karte aus Ihrem Kartendeck und legen sie verdeckt vor sich auf dem Tisch ab. Der Kartenwert illustriert den Aufwand, den der Teilnehmer als realistisch einschätzt. Die Karte bleibt verdeckt auf dem Tisch liegen.
  4. Nun gibt der Scrum Master ein Zeichen und die Spieler drehen ihre Spielkarte gleichzeitig um. Nachträgliche Korrekturen sind nicht mehr möglich – gelegt ist gelegt! Jetzt muss jeder für seine Meinung eintreten.
  5. Sind die Ergebnisse gleich, ist eine Kommentierung überflüssig. Bei starken Abweichungen begründen die Spieler mit dem höchsten und niedrigsten Schätzwert ihre Schätzung. Sie diskutieren darüber, warum die Umsetzung der Aufgabe so lange dauert bzw. so wenig Zeit in Anspruch nimmt. Die anderen Teilnehmer haben Redeverbot.
  6. Die Schätzung wird solange geheim fortgeführt, bis ein Konsens erreicht wurde. Normalerweise ist nach drei Runden eine Einigung erreicht. Der Scrum Master achtet auf die Zeit.

Positive Auswirkungen von Planning Poker

Das Spiel erzeugt positive Nebenwirkungen, denn es schweißt die Einzelkämpfer am Tisch zu einer schlagkräftigen Truppe zusammen. Durch das unterschiedliche Knowhow der Teilnehmer können fehlerhafte Bewertungen ausgeglichen werden, da die Erfahrungen aller Beteiligten in das Endergebnis einfließen.

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