3 Wege, um entlassenen Mitarbeitern zu neuen Jobs zu verhelfen

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3 Wege, um entlassenen Mitarbeitern zu neuen Jobs zu verhelfen
© Jopwell – pexels.com

Es ist die schlimmste Entscheidung, die du als Geschäftsinhaber treffen musst. Du bist die Zahlen immer und immer wieder durchgegangen, doch es gibt leider keinen anderen Ausweg: Du musst Mitarbeiter entlassen.

Häufig ist es so, dass Führungskräfte sogar ein ganzes Team qualifizierter Mitarbeiter entlassen müssen. Wenn es dir auch so geht und du diese schmerzliche Wahrheit akzeptiert hast, solltest du deine Denkweise darauf verlagern, wie du diesen Mitarbeiter dabei helfen kannst, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Es gibt nicht nur einen moralischen Imperativ, der besagt Menschen zu helfen, um die man sich sorgt und die ohne eigenes Verschulden arbeitslos geworden sind – Es gibt auch einen geschäftlichen Grund. Du solltest immer das Fenster der Möglichkeit offen lassen, dass gute ehemalige Mitarbeiter möglicherweise zukünftig wieder mit dir zusammenarbeiten werden. Wenn du jemandem beim reibungslosen Übergang in einen neuen Job hilfst, lässt du dieses Fenster offen. Darüber hinaus zeigt das deinem Team, dass du es nicht im Stich lässt.

Gerade jetzt, während der COVID-19-Pandemie, liest und hört man vermehrt Nachrichten über immer mehr Entlassungen. Hier sind drei Möglichkeiten, wie du ehemaligen Mitarbeitern helfen kannst, wieder auf die Beine zu kommen.

1. Greife auf dein Netzwerk zurück

Als Geschäftsführer kennst du wahrscheinlich andere Geschäftsführer. Während die meisten Unternehmen von der aktuellen Pandemie hart getroffen wurden, gibt es einige, die davon nicht betroffen sind oder sogar florieren. Sprich mit Firmenchefs, die nicht betroffen sind, und schätze deren Einstellungsbedarf ein.

Eine Win-Win-Situation, wie sie im Buche steht. Welche potenzielle Einstellung hat mehr Gewicht: Eine zufällige Online-Bewerbung oder eine persönliche Empfehlung von jemandem, dem du vertraust? Verschaffe den Mitarbeitern, denen du gezwungen warst zu kündigen, einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. Indem du deinen ehemaligen Mitarbeitern auf diese Weise hilfst, hilfst du auch deinen Geschäftskollegen, Tausende von Euros bei den Einstellungs- und Rekrutierungskosten zu sparen.

Wenn du anderen Unternehmern einen Mehrwert bietest, ohne dass sie unmittelbar danach fragen müssen, kann sich das in der Zukunft auszahlen. Wenn du also einmal auf der Suche nach einem Gast in deinem Podcast bist oder einen Entscheidungsträger in einem großen Unternehmen kennen lernen möchtest, werden dir die Personen, denen du bereits geholfen hast, am schnellsten zur Hand gehen.

2. Stelle Tools zur Verfügung, die bei der Arbeitssuche helfen

Glücklicherweise gibt es im Jahr 2020 viele Tools, die ausschließlich dazu dienen, den Menschen bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen zu helfen. Wenn du deinen entlassenen Mitarbeitern keine angemessene Abfindung anbieten kannst, dann ist das Nächstbeste, was du tun kannst, diese Werkzeuge zu subventionieren oder den Mitarbeitern Zugang zu gewähren. Du fragst dich, welche Tools du anbieten solltest?

Zunächst kannst du beispielsweise eine LinkedIn-Premium-Mitgliedschaft anbieten.

Mit einem solchen Tool verlangst du immer noch viel von deinen Angestellten, da sie alleine die Last auf sich nehmen, proaktiv auf Personalvermittler und Führungskräfte von Unternehmen zuzugehen, die für sie von Interesse sein könnten. Während das für motivierte Mitarbeitern deines ehemaligen Teams ein wertvolles Angebot sein kann, sehen Menschen mit Familie oder anderen Verpflichtungen in dieser schwierigen Zeit möglicherweise wenig Mehrwert in der LinkedIn-Premium-Mitgliedschaft.

EXTRA: LinkedIn: 10 wertvolle Tipps für dein Profil

Alternativ dazu kannst du Marktplätze für Dienstleistungen vorschlagen, die qualifizierten Kandidaten helfen, neue Stellen zu finden oder Projektarbeit zu leisten, ohne dass sie dafür laufend Anstrengungen unternehmen müssen. Beispielsweise eignet sich Textbroker hervorragend für freiberuflichen Autoren, da sie dort für ihre Arbeit bezahlt werden. Und das Beste daran ist, dass keine der beiden Seiten dem Mitarbeiter Gebühren in Rechnung stellt.

3. Biete eine Abfindung an

Du solltest deinen entlassenen Mitarbeitern eine Abfindung anbieten. 97 Prozent der Unternehmen bieten ihren gekündigten Mitarbeitern eine Art Abfindungspaket an. Wenn du das nicht tust, kannst du diese Brücken als abgebrochen betrachten. Wie hoch sollte die Abfindung ausfallen? Diese Frage ist aufgrund der aktuellen Situation schwer zu beantworten, doch hier sind einige Richtwerte.

Eine Sache vorweg: Eine Abfindung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wenn dein Unternehmen akut von COVID-19 betroffen ist und dir die Auswirkungen schwer zu schaffen machen, dann brauchst du keine Abfindung anzubieten. Ein Abfindungspaket setzt sich in der Regel aus einer Kombination aus fortgezahlten Gesundheitsleistungen und Gehalt zusammen.

Die Höhe des Betrags, den ein bestimmter Mitarbeiter erhält, hängt von seiner verbrachten Zeit und seinem Gehalt in deinem Unternehmen ab. Ein Standardpaket sieht vor, dass ein entlassener Mitarbeiter für jedes Jahr, das er in deinem Unternehmen gearbeitet hat, einen Pauschalbetrag von 1 bis 2 Wochen Gehalt erhält, zusätzlich zu einer Reihe von 1 bis 3 Monaten fortgezahlten Krankenversicherungsbeiträgen.

Dieser Artikel wurde von Neal Taparia auf Englisch verfasst und am 27.04.2020 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

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1 Kommentar

  1. Interessante Ansätze, wobei der m.E. wichtigste Faktor zur sozialverträglichen Freisetzung fehlt: Die Lösung der Kernproblematik durch einen angemessenen neuen Job am Arbeitsmarkt.

    Sprich: Die Gewährung professioneller OutPlacement-Beratung; auch NewPlacement genannt.

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