Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf Künstliche Intelligenz (KI) und stellen sich früher oder später dieselbe Frage: Warum funktioniert es bei den einen, bei den anderen aber nicht?

Die Antwort hat wenig mit Budget oder dem Timing der KI-Einführung zu tun. Investiert wird inzwischen überall, und kaum ein Unternehmen zweifelt noch daran, dass diejenigen MarktteilnehmerInnen, deren Entscheidungs- und betrieblichen Prozesse KI-gestützt sind, langfristig die Nase vorn haben werden. Der eigentliche Unterschied liegt woanders: in der Datengrundlage.

Die meisten Unternehmen sind überzeugt, genug Daten zu haben. Ob sie diesen Daten aber auch wirklich vertrauen können, ist eine andere Frage. Datenvollständigkeit ist längst Standard, -verlässlichkeit ist es nicht, und genau daran entscheidet sich, wer von KI profitiert und wer nicht.

Das leistet KI jetzt schon für Führungskräfte

Je länger Führungskräfte mit KI arbeiten, desto klarer wird ihnen, was die Technologie tatsächlich leistet. Diese Erfahrung schlägt sich in einem überraschenden Befund nieder: Ausgerechnet die erfahrensten KI-Nutzer blicken am zuversichtlichsten auf ihre eigene Arbeitsplatzsicherheit. In ihrem Arbeitsalltag erleben sie ganz konkret, was die Technologie bewirkt:

  • Sie beschleunigt die Analysen und Entscheidungsprozesse
  • Sie verkürzt die Berichtszyklen
  • Sie befreit Kapitalanlage- und Risikoexperten von Routinearbeit und ermöglicht einen Fokus auf wertschöpfende Tätigkeit

In sensiblen Unternehmensbereichen, wie beispielsweise dem Risikomanagement, zeigen sich diese Vorteile deutlich: Wer auf verlässliche Daten baut, erkennt Risiken früher und reagiert gezielter. Der Unterschied liegt nicht in der KI, sondern in der Datenbasis darunter.

Deshalb verschiebt sich der Fokus bei der Gewährleistung des KI-Erfolgs zunehmend: weg von der Befähigung der Belegschaft, hin zur Struktur. Datenqualität, IT-Infrastruktur und Governance brauchen mehr Zeit und grundlegendere Investitionen als die Vorbereitung der Mitarbeitenden auf den KI-Einsatz. Drei vermeintliche Erfolgsfaktoren erweisen sich dabei als nebensächlich: Die Investitionshöhe in KI. Der frühe KI-Einstieg, weil die Jahre im Einsatz nichts über die Rendite dieser Projekte aussagen. Und selbst eine gut ausgebildete Belegschaft, weil sich die Qualifikationslücke branchenweit schließt.

Darauf sollte jedes Unternehmen achten:

1. Lege den Schwerpunkt auf die Genauigkeit der Daten, nicht nur auf deren Vollständigkeit.

Die meisten Unternehmen verfügen bereits über genügend Daten; die Frage ist jedoch, ob sie diesen Daten vertrauen können.

2. Gleichermaßen in Modelle und Datenbasis investieren:

    Wer in KI-Tools investiert, aber nicht in die Daten dahinter, baut auf Sand. Beides muss Hand in Hand gehen.

    3. Im Zeitalter von künstlicher Intelligenz ist Datenqualität das entscheidende Alleinstellungsmerkmal im Kundendialog

      In der Sorgfaltspflicht, die heute zu jedem Mandatengespräch gehört, zählt am Ende nur, wer seine Ergebnisse auch belegen kann. Datenqualität schafft Vertrauen bei den eigenen Mandanten.

      4. Verwechsle die KI-Kompetenz der Belegschaft nicht mit KI-Bereitschaft des Unternehmens.

        Schulungen und Neueinstellungen bauen echte KI-Kompetenz auf, doch das schließt nur die Lücke, die am leichtesten zu schließen war. Die eigentliche Lücke liegt woanders: in den strukturellen Voraussetzungen, die über die Bereitschaft des gesamten Unternehmens entscheiden

        Maxim Pertl

        Maxim Pertl ist Partner Geschäftsentwicklung DACH bei Clearwater Analytics in Frankfurt. Er unterstützt Kunden in der DACH-Region bei der Umsetzung neuer cloud-native basierter Betriebsmodelle in der Kapitalanlage. Zuvor hatte Pertl führende Positionen bei Simcorp (Deutsche Börse), State Street, Markit (S&P) and Calypso Technology (Nasdaq) inne.

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