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Wer vorhatte, bald auf Windows 11 umzusteigen und einen neuen Gaming-PC zusammenzubauen, hat einen denkbar schlechten Zeitpunkt gewählt. Schon seit einigen Monaten sind Speichermodule teuer. Grund sind Datenzentren für KI. Dies bedroht zunehmend die Gaming-Branche. Konsolenhersteller und Spieleentwickler müssen Entscheidungen treffen, den RAM-Preisen irgendetwas entgegensetzen.

Arbeitsspeicher verteuert Gaming-Rechner

Komponenten für einen Gaming-PC unterliegen schwankenden Preisen. Doch egal, ob 8 GB, 16 GB oder 32 GB: Arbeitsspeicher war in den letzten Jahren relativ erschwinglich. Jedoch hat sich dies entscheidend geändert. Manche Speichermodule sind um mehrere hundert Prozent im Preis gestiegen. Wer noch älteren DDR3- oder DDR4-Speicher besitzt, hält sich mit dem Kauf neuer DDR5-Module oftmals zurück. Ältere RAM-Generationen sind zwar langsamer und weniger effizient, aber dies ist – in Anbetracht der gestiegenen Kosten – zu verschmerzen.

Tatsächlich wirkt sich die Speicherkrise auf Grafikkarten aus. Nvidia will gerüchteweise die GPU-Produktion um bis zu 40 Prozent drosseln. Auch AMD hat die Fertigung teurer Radeon-Grafikkarten zurückgefahren. Für Nvidia sind diese Produktionseinbußen nahezu irrelevant. Mittlerweile erzielt das Unternehmen fast 90 % seines Umsatzes mit Rechenzentren und KI-Anwendungen. Weniger als 10 % entfallen auf Gaming. Nvidia ist eher Nutznießer – die RAM-Krise ist zu einem nicht geringen Teil mitverschuldet.

Vorerst kein Ende in Sicht

Analysten vermuten, dass die RAM-Preise vielleicht erst 2028 wieder sinken. Hierfür müsse das Angebot der Nachfrage gerecht werden. Wie bereits erwähnt, haben Verbraucher Schwierigkeiten, kostengünstig an RAM und GPUs zu gelangen. Teils werden bestimmte Artikel weniger vorrätig sein, oder fürs Erste gar nicht mehr produziert. Optimistisch gestimmte Analysten hoffen, dass Software- und Hardware-Hersteller sich ermuntert fühlen, überlegter vorzugehen. Dies könnte langfristig zu Einsparungen führen.

Während die erwarteten Systemvoraussetzungen für GTA VI Schweißperlen auf die Stirn treiben, besteht für die besten Online Casinos keine Gefahr. In Österreich beliebte Spielautomaten wie Lucky Lady’s Charm Deluxe und Book of Ra lassen sich selbst auf zehn Jahre alten Desktop-Rechnern problemlos darstellen. Solange die Internetverbindung stabil ist und der Browser HMTL5 beherrscht, können Novomatic-Slots und andere Spiele abgerufen werden.

Übeltäter identifiziert: Rechenzentren für KI

Als Ursache für die Speicherkrise ist in erster Linie der KI-Boom auszumachen. Genauer gesagt: Rechenzentren, die zahllose Informationen speichern, verwerten und analysieren. Für die Infrastruktur wird jede Menge RAM benötigt. Berichten zufolge soll OpenAI – das Unternehmen hinter ChatGPT – 40 % des weltweiten DRAM-Speichers aufgekauft haben. Angeblich auch, um Konkurrenten am Markteintritt zu hindern.

Die Gaming-Branche muss sich des Öfteren externer Faktoren erwehren. Vor einigen Jahren hatte das Interesse an Kryptowährungen die Kosten für Grafikkarten explodieren lassen. Diese wurden fürs Mining – das Schürfen der Kryptowährungen – verwendet. Neue Technologien haben diesen Effekt abebben lassen, bevor der KI-Hype jetzt einen neuerlichen Preisanstieg verursacht.

Konsolenhersteller: Langfristige Planung zahlt sich aus

Gamer, die nicht gewillt sind, Unsummen für Hardware zu bezahlen, könnten sich stattdessen für eine PlayStation 5, Xbox Series X oder Nintendo Switch 2 entscheiden. Wenngleich sich der fehlende RAM mittelfristig auswirken wird, besteht vorerst keine Gefahr. Sony hat eigenen Aussagen zufolge genügend Komponenten besorgen können. Nintendo-Chef Shuntarō Furukawa hatte sich in einem Interview jüngst zur Preisfindung geäußert. Zwar seien keine unmittelbaren Auswirkungen zu befürchten, aber der volatile Speichermarkt wird als problematisch wahrgenommen.

Für Konsolenhersteller besteht ein Interesse daran, die Preise so spät wie möglich anzuheben. Je unerschwinglicher PC-Komponenten sind, desto wahrscheinlicher steigt der Marktanteil für PS5, Xbox und Switch 2. Im Online-Diskurs wird die PlayStation 5 Pro, die zum Release im November 2024 als zu teuer getadelt wurde, plötzlich als günstig erachtet.

Voraussichtlich gilt auch hier: Wer zu lange zögert, muss höhere Kosten schultern. Dass die Preise bis 2028 und darüber hinaus gleichbleiben werden, ist nicht zu erwarten. Spätestens sobald Sony, Xbox oder Nintendo den Anfang machen, werden die anderen beiden Marktakteure nachziehen.

Die nächste Konsolengeneration könnte sich verschieben

Da sich die Speicherkrise bis 2028 und länger hinziehen könnte, ist mit der nächsten Konsolengeneration möglicherweise erst 2029 zu rechnen. Allerdings ist der Status quo für Experten schwierig einzuschätzen. Denn: Sollte der KI-Boom aus heiterem Himmel einbrechen, könnten RAM-Kapazitäten frei werden, mit denen derzeit nicht zu rechnen ist. Dies könnte einen Verkaufsstart erheblich beschleunigen.

Ausschlaggebend ist, wie sich Microsoft zukünftig positionieren will. Sollte die kommende Xbox stärker einem PC als einer Konsole ähneln, könnte sich Sony länger zurücklehnen. Nur wenn sich die Zielgruppen eindeutig überschneiden, muss eine rasche Reaktion erfolgen. Nintendo schmiedet beispielsweise eigene Pläne, ignoriert völlig, wann Sony und Microsoft die nächste Konsolengeneration vorbereiten. Denn: Der japanische Hersteller zielt auf einen gänzlich anderen Markt. Viele Gamer haben eine Nintendo Switch – plus eine PS5 oder Xbox Series. Seltener aber eine PS5 und Xbox-Konsole. Oder gar alle drei Geräte zusammen.

Entwickler werden sich an neue Gegebenheiten anpassen

Nicht selten wurde in den letzten Jahren moniert, Entwickler würden die Performance bei Ports oder neuen Spielen kaum optimieren. Selbst leistungsfähige Hardware kommt mitunter ins Straucheln, der Umstieg auf die Unreal Engine 5 verläuft holprig. Damit neue Releases keine Performance-Probleme aufkommen lassen, müssen Entwickler kreativ werden. Aus der vorhandenen Hardware gilt es, das Bestmögliche herauszukitzeln.

Für Cloud-Gaming-Dienste wie GeForce Now könnte die Speicherkrise sogar eine Gelegenheit darstellen, neue Marktanteile zu erschließen. Angesichts der derzeit hohen Kosten für einen Gaming-PC erschrecken die monatlichen Kosten für Cloud Gaming nicht so sehr wie in der Vergangenheit. Internetverbindungen werden schneller, wodurch sich Erschwernisse wie Latenz und Bildartefakte in Wohlgefallen auflösen.

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