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Während sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bereits auf Silvester und damit den Umschwung ins neue Jahr einstellen, wagen Experten der KI-Industrie bereits erste Vorhersagen für 2026. Wie wird sich künstliche Intelligenz im nächsten Jahr entwickeln? Platzt die Blase oder hält der Boom an? Und wie wird unsere Arbeit mit KI-Tools in der Zukunft aussehen? Wir haben die KI höchstpersönlich befragt. Wie die Zukunft aus der Perspektive von ChatGPT aussehen könnte, erfährst du in unseren Top-fünf-KI-Vorhersagen für 2026.

Mehr spannende KI-News kannst du am Ende dieses Beitrags lesen.

1. KI-Agenten übernehmen komplette Arbeitsprozesse

Die erste und wohl wahrscheinlichste Vorhersage von ChatGPT: KI-Systeme werden standardmäßig nicht mehr nur zur Unterstützung einzelner Schritte eingesetzt, sondern werden End-to-End-Aufgaben voll- und selbständig ausführen. Konkret bedeutet das, dass der KI-Agent ein Ziel als Vorgabe bekommt – etwa „Erstelle eine Marktanalyse für Produkt X“ – und eigenständig über Datenquellen, Analysewege, Visualisierung und Ergebnisform entscheidet.

In der Folge würden sich die menschlichen Rollen ebenfalls verändern – statt Aufgaben auszuführen, müssen letztlich nur noch die Ergebnisse geprüft und korrigiert werden. Ein Beispiel gefällig? Im SEO-Bereich können Datenquellen – etwa von Screaming Frog – mittels ChatGPT ausgewertet werden, wie SEO-Experte Ian Sorin zeigt. Der KI-Agent kann somit beispielsweise hunderte Artikel einer Seite in kürzester Zeit crawlen und hinsichtlich verschiedener Kriterien bewerten.

2. KI wird zur unsichtbaren Standardsoftware

Die zweite Vorhersage der KI klingt zunächst skurril, zeichnet sich aber prinzipiell jetzt schon ab. Nutzer „öffnen“ keine KI-Anwendungen mehr, sondern die KI wird schlichtweg schon da sein. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Tastatur auf Messenger-Apps nicht mehr nur Korrekturen vorschlägt, sondern strukturierte Inhalte. Sie kann erkennen, wer die Zielgruppe der Nachricht ist und so den Ton der Nachricht anpassen.

Eine solche Entwicklung ist bereits in Apps wie WhatsApp zu erkennen. Dort ist die Meta-KI mittlerweile in der App eingebaut, wer schnell etwas „googeln“ möchte, muss also nicht einmal aus der App herauswechseln. Auch Sprachnachrichten kann die KI transkribieren – sie ist weniger eine andere Anwendung als lediglich ein weiteres Feature der App. So ähnlich wird es in vielen Anwendungen und Betriebssystemen aussehen – KI wird sich praktisch „unsichtbar“ zwischen anderen Funktionen einfügen.

3. Multimodale KI wird breiter eingesetzt

Einer der „entscheidenden Schritte“ Richtung 2026, wie ChatGPT selbst erklärt: Der breitere Einsatz multimodaler KI. „Multimodal“ bedeutet ganz einfach, dass die KI mehrere Informationsarten gleichzeitig verarbeiten kann. So kann sie sich aus Texten, Bildern, Audios und vielen anderen Formaten einen Kontext erschließen und erkennen, dass alle zu einer gemeinsamen „Story“ gehören.

Während aktuell verschiedene KI-Modelle für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden, soll sich das in Zukunft ändern. Das ist nicht nur für den Journalismus spannend, sondern bietet auch in anderen Feldern konkrete Anwendungsmöglichkeiten: Im Gesundheitswesen als Hilfe bei der Diagnostik, in der Bildung als Lernhilfe für Schüler oder im Einzelhandel, um personalisierte Einkaufserlebnisse für Kunden zu schaffen.

4. Deepfakes sind kaum noch unterscheidbar

Bereits jetzt wird es immer schwieriger, den Unterschied zwischen KI-Fälschungen und echten Bildern zu erkennen. Eine Ende 2024 publizierte Analyse verschiedener Studien untersuchte, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Menschen KI-Fakes und echte Bilder auseinanderhalten können. Dabei lag die Wahrscheinlichkeit, dass Fakes als solche erkannt wurden, im Schnitt nur etwas über 50 Prozent – etwa so gut, als hätten die Probanden eine Münze geworfen.

Zudem haben sich generative KI-Modelle seit Anfang des Jahres noch einmal deutlich verbessert. Auch im Jahr 2026 dürften die Modelle in dieser Hinsicht noch einen Sprung nach vorne machen – was dazu führt, dass Fakes auch mit einem geschulten Auge kaum noch erkannt werden können. Auf Inhalte wird entsprechend nicht mehr zu vertrauen sein – vielmehr wird die Frage nach Urhebern darüber entscheiden, wie vertrauenswürdig Nachrichten sein werden.

5. KI-Governance wird Pflicht

Die EU verabschiedete im Mai 2024 mit dem AI Act weltweit das erste umfassende Regelwerk, das die Entwicklung und den Einsatz künstlicher Intelligenz reguliert. Seit dem Inkrafttreten am 1. August 2024 hat sich allerdings noch einmal einiges verändert. Der Gesetzgeber wird sich aller Voraussicht nach bemühen, mit diesen Veränderungen und Entwicklungen Schritt zu halten. Das gilt auch für den Einsatz von KI in Unternehmen.

Regeln für den Einsatz von KI werden demnach laut ChatGPT-Vorhersage verbindlich und überprüfbar. Unternehmen werden den Einsatz von KI dokumentieren müssen, welche Daten eingesetzt werden und wer im Zweifel haftet. Audits für KI-Systeme werden entsprechend zum Standard. Die Folge sind einerseits eine Professionalisierung, andererseits aber höhere Einstiegshürden.

Mehr über KI kannst du in diesen Beiträgen erfahren:

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