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Zu viele große Konzepte, zu wenig Praxisbezug: Praktische Anwendungen von KI im Job sind für die meisten hierzulande noch immer ein Rätsel. Dabei nutzen bereits zwei Drittel aller Beschäftigten in deutschen Unternehmen KI-Agenten im Alltag – doch nur 36 Prozent fühlen sich auch ausreichend darauf vorbereitet. Das zeigt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). Viele fühlen sich zudem nicht ausreichend von ihren Arbeitgebern beim KI-Lernen unterstützt. Fehlt eine gezielte Weiterbildung mit konkreten und praxisnahen Anwendungsbeispielen, bleiben Potenziale häufig auf der Strecke, während Sicherheitsrisiken durch Fehler bei der Anwendung steigen. Welche KI-Skills Angestellte wirklich brauchen können und wie Weiterbildungen für die Anwendung von KI-Agenten in Zukunft aussehen sollten, erfährst du hier.

KI-Weiterbildungen für Angestellte meist ineffektiv

Während immer mehr Berufstätige KI immerhin gelegentlich nutzen und die Neugier und Offenheit gegenüber der Technologie immer weiter wächst, offenbart sich auch ein kritisches Problem. In einer Umfrage des Meinungsinstituts Civey im Auftrag von Microsoft gaben 73 Prozent der Befragten an, dass sie nicht wüssten, welche Lernangebote ihr Arbeitgeber im Bereich KI bereitstellt. Bedeutet: Entweder gibt es schlichtweg keine ausreichenden Weiterbildungsangebote oder die Kommunikation darüber in den Unternehmen ist mangelhaft.

Auch, wenn die Angebote wahrgenommen werden, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass sie auch effektiv sind. Lediglich 12 Prozent der Befragten bewerteten die bestehenden Weiterbildungsmaßnahmen in ihrem Unternehmen als effektiv. Ein häufiges Problem: Den Angeboten fehlt der Praxisbezug. 28 Prozent der Befragten wünschten sich mehr Anwendungsbeispiele speziell für ihren Fachbereich. Weiterbildungsmaßnahmen sollten nicht nur theoretisch vermittelt werden, sondern auch konkret auf den Kontext der Arbeit eingehen.

Was genau wünschen sich die Beschäftigten?

Neben konkreteren Hinweisen zur Anwendung der KI-Agenten wünschen sich Angestellte zudem auch Tipps zum Umgang mit konkreten Tools. Mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) gibt an, dass sie hier mehr Unterstützung benötigen. Vor allem Führungskräfte wollen in den nächsten 12 bis 18 Monaten KI-Agenten einsetzen können – das gaben 77 Prozent der Befragten an. Der Einstieg fällt vielen allerdings schwer. Rund ein Fünftel der Befragten gab an, eine grundlegende Einführung zu benötigen.

Beim Einsatz von KI werden allerdings auch rechtliche Fragen immer wichtiger: 21 Prozent der Befragten interessieren sich dafür, was sie aus juristischen Aspekten beim Einsatz von KI beachten müssen. Auch strategisches Interesse hinsichtlich des Einsatzes von KI über den eigenen Arbeitsbereich hinaus scheint bei 18 Prozent vorhanden zu sein.

Aus den Erkenntnissen der Studie gewinnen wir einen praktischen Leitfaden für die Vermittlung von KI-Skills:

  • Praxis statt Theorie
    • Trainings mit realistischen Use-Cases aufbauen
    • Übungen mit echten Daten und Problemstellungen aus dem Unternehmen
  • Modularer Aufbau
    • Basis-Workshop, um grundlegende KI-Skills für Angestellte zu vermitteln
    • Vertiefungen für Fortgeschrittene hinsichtlich Aspekten wie Recht, Ethik und sicherer Nutzung
    • Training speziell für Führungskräfte mit Fokus auf Strategie
  • Klare Kommunikation
    • Lern-Hub für KI-Trainings bereitstellen
    • Regelmäßige Briefings oder Info-Sessions bezüglich neuer Angebote und Tools
  • Hands-on-Trainings mit Tools
    • Schulungen für konkrete Anwendungen (ChatGPT, Copilot, andere Tools)
    • Direktes Ausprobieren fördern
  • Peer Learning
    • Best Practices von Kollegen abteilungsübergreifend sichtbar machen
    • interne Communities für Austausch zu KI-Themen

Kurzgesagt bedeutet das: KI-Weiterbildungen müssen praxisnah, kontinuierlich und auf den beruflichen Kontext zugeschnitten sein. Zudem braucht es transparente Kommunikation und einen klaren Fokus auf Tools, Sicherheit und strategische Anwendung.

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