Ob daheim am Smartphone oder auf dem PC bei der Arbeit: KI spielt mittlerweile für immer mehr Menschen eine tragende Rolle. Dabei setzen mittlerweile einige sogar vollständig auf die Nutzung der Websuche über KI-Tools wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Einer im Februar 2025 veröffentlichten Untersuchung zufolge nutzen bereits 27 Prozent der US-Amerikaner KI-Tools anstelle der klassischen Websuche. Diese Entwicklung schreitet hierzulande zwar langsamer voran, doch spätestens seitdem sogar die Suchmaschinen selbst immer mehr KI-Funktionen in die Websuche integrieren, ist sie kaum noch aufzuhalten. Warum das allerdings zum Nachteil werden könnte, verraten wir dir hier.
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Warum die Ergebnisse der KI-Websuche zweifelhaft sind
Der Vorteil von Systemen dieser Art ist die Zeitersparnis. Denn statt selbst Seiten über Seiten an Suchergebnissen zu durchforsten, können KI-gestützte Tools die Ergebnisse ganz leicht in einem einfachen Text zusammenfassen. Zu den Aussagen, die die Maschine ausspuckt, werden auch Quellenlinks geliefert, die einerseits die Glaubwürdigkeit der Aussagen bestärken sollen, andererseits aber auch Informationen nachvollziehbar machen sollen. Doch genau da liegt das Problem.
Denn: Laut einer im Mai 2025 veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts EY prüfen in Deutschland nur etwa 27 Prozent der Nutzer, ob die verlinkten Quellen tatsächlich die Aussagen der KI unterstützen. Besonders im internationalen Vergleich wirkt dieses Ergebnis besorgniserregend: Der weltweite Durchschnitt liegt bei immerhin 31 Prozent, in einigen Ländern sogar bei über 40 Prozent. Nur Nutzer aus Frankreich und Schweden prüfen die verlinkten Quellen noch seltener als die Deutschen.
KI anstelle der klassischen Websuche – was zu beachten ist
Diese Zahlen kollidieren mit dem Fakt, dass selbst die größten KI-Modelle noch immer halluzinieren – also Falschinformationen erzeugen – können. Zwar setzen KI-Unternehmen eine Reihe an verschiedenen Methoden ein, um die Halluzinationen möglichst zu begrenzen, doch ganz verschwinden diese nicht. Daher gilt es, bestimmte Punkte zu beachten.
KI-Suche so behandeln wie die Google-Suche
Auch bei der KI-Suche sollte das Augenmerk auf der Bewertung der Quellen liegen. So sind etwa Informationen aus einem wissenschaftlichen Journal, beispielsweise zu Gesundheitsthemen, deutlich von solchen aus einem Blog zu differenzieren. Genau wie bei Google gilt: Verlasse dich nicht einfach blind auf die Ranking-Reihenfolge, sondern prüfe, wer hinter den Aussagen steht und an welchen publizistischen Standards sich die Quelle orientiert.
Im Zweifel bedeutet das, dass man sich auch über die Webseite informieren muss, von der eine Information stammt – natürlich nur, wenn die Quelle auch die angegebene Information wirklich beinhaltet.
Eine Quelle macht noch keine richtige Aussage
Eine BBC-Studie zeigt, dass die verlinkten Quellen in KI-Antworten häufig keinen Beleg für die eigentliche Aussage beinhalten. 19 Prozent aller KI-Antworten, die sich auf die BBC bezogen, waren demnach inhaltlich falsch. Sie enthielten unter anderem Aussagen, Zahlen und Daten, die so noch nie in einem BBC-Beitrag gemacht wurden.
Auch direkte Zitate wurden von der KI teilweise verfälscht. Laut der Studie waren 13 Prozent aller Zitate, die von der KI aus Artikeln der Rundfunkanstalt gezogen wurden, verändert oder überhaupt nicht in der angegebenen Quelle vorhanden. Demnach lassen sich auch eigentlich vertrauenswürdige Quellen schnell mal von der KI verfälschen. KI-Antworten müssen entsprechend mit der Quelle abgeglichen werden, um die Richtigkeit der Aussage zu garantieren. Das verringert wiederum die eingesparte Zeit bei der Arbeit.
Was sind die Konsequenzen von Falschinformationen?
Wer eine KI beispielsweise nach einem Rezept fragt, geht ein relativ überschaubares Risiko ein – doch wer auf Basis von KI-Antworten Entscheidungen für sein Unternehmen treffen oder einen kostspieligen Urlaub planen will, sollte vorsichtiger mit den KI-Informationen umgehen. Bedeutet: Je wichtiger die Informationen für dich und dein Umfeld sind, desto wichtiger ist es, sie genau zu überprüfen. Auch, wenn das bedeutet, dass von der Zeitersparnis letztlich nicht viel überbleibt.





Spannender Beitrag – und absolut aus der Praxis gesprochen. Ich erlebe das im Webdesign- und SEO-Alltag ständig: Unternehmen investieren viel…
Sehr treffend herausgearbeitet, dass erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle weniger von Technologie als von Klarheit leben. Besonders wichtig finde ich den Punkt…
Guter Überblick, danke dafür. Gerade Handwerksbetriebe haben das Thema oft gar nicht auf dem Schirm, obwohl sie längst digital arbeiten…