Warum heißen Computerfehler „Bugs“?

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Warum heißen Computerfehler „Bugs“
© Rybalko – iStock

Bugs sind Fehlverhalten von Computerprogammen. Übersetzt heißen sie „Käfer“. Es gibt viele kritische Bugs:

  • Y2K-Bug
  • Ariane-5-Bug
  • Patriot-Software-Bug

Doch wieso heißen Computerfehler eigentlich „Bugs“? Die Bezeichnung entstand bereits in der Zeit, in der es noch keine Computer gab. Früher galt ein bug als Fehler in Systemen, wie beispielsweise elektrischen Schaltkreisen. Dieser Begriff war ein Slang-Wort, welcher von US-amerikanischen Ingenieuren verwendet wurde.

Bugs gab es früher schon

Peggy Kidwell, die Wissenschaftshistorikerin des National Museum of American History, berichtet über die Bezeichnung, welche man bereits in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1889 nachlesen kann.

Daneben findet man die Bezeichnung auch in einem Brief aus dem Jahre 1887, welcher von dem Erfinder Thomas Edison verfasst wurde. Dieser erfand sowohl den ersten Rekorder, einen sogenannten Phonographen, als auch die erste elektrische Glühlampe.

In dem Brief beschreibt Edison seinen Ärger über die bugs. Wenn er eine neue Erfindung umsetzen wollte, tauchten ständig bugs auf und verhinderten die Verwirklichung der Idee. Dabei wird klar, dass sich Edison die Bezeichnung nicht selbst ausgedacht hat:

„Bugs‘ – as such little faults and difficulties are called […]“

Auf Deutsch übersetzt bedeutet es: Bugs – als solche werden kleine Fehler und Schwierigkeiten bezeichnet.

Laut Kidwell haben die Ingenieure diesen Begriff aufgrund seiner Kürze und Vielfältigkeit gewählt. Ein Bug konnte eine Vielzahl von unterschiedlichen Fehlern sein. Zudem war es ein Euphemismus, da „Fehler“ viel härter klang – vor allem vor Kunden oder anderen Geschäftsleuten.

Übernahme in die Programmiersprache

Doch wie kam es, dass man heutzutage das Wort bug als Synonym für Computerfehler verwendet? Im 20. Jahrhundert haben damalige Computerexperten den Begriff übernommen.

Wissenschaftler der Harvard University und Ingenieure von IBM waren die Vorreiter und verwendeten das Wort „bugs“ als Synonym für Fehler. Die Ingenieure von IBM entwickelten zudem in den 1940er-Jahren die erste programmierbare mechanische Rechenmaschine.

Das Wort „bug“ stand also nie für Käfer oder Insekten, welche für Fehler sorgten. 1947 gab es jedoch einen Fall bei welchem eine Motte in eine Rechenmaschine flog. Dieser Fall wurde dokumentiert und ist nun im National Museum of American History ausgestellt. Die Motte wurde verewigt und neben ihr steht der Satz:

„First actual case of bug being found.“

Im Deutschen würde dies lauten: Der erste tatsächliche Fall, in dem ein bug gefunden wurde.

Quelle: Teleschau

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