Das ABC des Startup-Jargons

Startups: Die Holzklötze mit dem Buchstaben A,B und C stehen übereinander auf einem Tisch. Daneben steht ein Schriftzug in einem blauen Rechteck
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Als GründerIn eines Startups ist es wichtig, dass du weißt, wovon du sprichst, und dass du dich auf die Terminologie, die du verwendest, verlassen kannst. Aber wenn du neu in der Welt der Startups bist, können einige der Fachbegriffe, Akronyme und Terminologien, die dir begegnen, ein wenig überwältigend und verwirrend sein. Keine Angst, wir sind hier, um dir zu helfen. Betrachte diese Liste als deinen Leitfaden für den Startup-Jargon oder als das ABC der Startup-Welt. Also, los geht’s!

Accelerator Startup-Accelerators sind Unternehmensprogramme, die Ausbildung, Kontakte, Mentoring und Finanzierung für junge, skalierbare Tech-Unternehmen anbieten. 

Bootstrapping Bootstrapping ist eine Methode, um dein Startup ohne die Hilfe von Investoren zu finanzieren, indem du deine eigenen Ersparnisse und Kredite einsetzt.

Co-Founder – Ein/e Mitgründer/in ist jemand, der/die mit dir zusammen ein Unternehmen gründet und die Geschäfts- oder Wissenslücken füllt, die für den Erfolg deines Startups notwendig sind. 

Disruptive Technologie – Darunter versteht man alles, was innovativ ist und dem Markt durch Technologie etwas völlig Neues bietet. Perfekte Beispiele dafür sind Unternehmen wie Uber, die das Taxigewerbe stören, oder Airbnb, das das Hotelgewerbe stört.

Exit – Das ist, wenn ein Gründer oder Investor einige oder alle seine Anteile an einem Startup verkauft, normalerweise durch eine Übernahme (Verkauf des Unternehmens), eine Fusion (wenn ein Unternehmen sich mit einem anderen zusammenschließt) oder einen Börsengang (wenn das Unternehmen an die Börse geht und Aktien an der Börse verkauft).

Founder – Das bist du! Die Person, die die ursprüngliche Idee für das Unternehmen hatte und es gegründet hat.

Growth Hacking – Eine Marketingtechnik, die sich auf schnelles, skalierbares Wachstum durch kreative und kostengünstige Taktiken konzentriert, um Kunden zu gewinnen und zu binden.

Hardware – Das ist jedes physische Produkt oder Gerät, im Gegensatz zu Software, die ein digitales Produkt ist. Die meisten „Hardware„-Startups benötigen sowohl Hardware- als auch Software-Entwicklung, um das Produkt auf den Markt zu bringen. Denk an Produkte wie FitBits, Nest Thermostate oder iPhones. 

IP – Das steht für „Intellectual Property“ (geistiges Eigentum), also alles, was dir rechtlich gehört, wie Patente, Marken und Urheberrechte, oder, wenn du KFC bist, dein geheimes Soßenrezept.  

Jargon – Ich hoffe, du kennst die Bedeutung dieses Begriffs, wenn du den ersten Absatz gelesen hast. Aber nur für den Fall, dass du dir unsicher bist: Jargon ist eine spezielle Terminologie, die von einer ausgewählten Gruppe von Menschen verwendet wird und für andere schwer zu verstehen ist.

Wissenskapital (Knowledge capital) – Das ist alles, was einen Mehrwert für ein Unternehmen darstellt oder dir einen unfairen Vorteil verschafft, der direkt aus persönlichen Erfahrungen, Fähigkeiten, Wissen und Lernen resultiert.

Lean Startup – Die Methode zum Aufbau eines Startups, bei der Hypothesen über das Unternehmen durch Lean-Startup-Experimente getestet, überarbeitet und verworfen werden. Kontinuierliches Einholen von Feedback und schnelle Iteration von Produkten. Diese Strategie verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Startups viel Zeit und Geld für die Markteinführung von Produkten ausgeben, für die niemand bezahlen will, erheblich.

MVP – Das knüpft nahtlos an den letzten Punkt an! MVP steht für Minimum Viable Product. Das ist dein Produkt in seiner ersten und oft einfachsten Form, die oft noch nicht ganz ausgereift ist und nur dazu dient, erste Kunden zu gewinnen und Annahmen über Produktmerkmale und -funktionen zu bestätigen.

Negatives Eigenkapital (negative private equity) – Dies ist der Fall, wenn der Wert eines Vermögenswerts unter den Betrag des dafür aufgenommenen Kredits oder der Finanzvereinbarung fällt. Negatives Eigenkapital liegt vor, wenn ein Unternehmen den Aktionären mehr schuldet, als es mit seinen Vermögenswerten decken kann.

Gemeinkosten (engl. Overheads) – Das sind Ausgaben, die nicht direkt mit dem Produkt oder der Dienstleistung deines Startups zusammenhängen. Dazu gehören z. B. die Miete für ein Büro, Gas- und Stromrechnungen, ein Lager für Vorräte usw. Direkte Kosten sind z. B. die verschiedenen Teile und die Arbeitskosten für die Montage deines Produkts. 

Pitch Deck – Das ist eine Präsentation, die potenziellen Investoren hilft, dein Startup kurz und bündig kennenzulernen. 

Qualifizierter Lead – Das ist jemand, der ein potenzieller Kunde werden könnte, der Interesse an deinem Startup gezeigt hat und Maßnahmen durchgeführt hat, die ihn als hochwertigen Lead für dein Startup qualifizieren.

ROI – Das steht für Return On Investment. Der ROI wird in der Regel als Key Performance Indicator (KPI) verwendet, um die Effizienz einer Investition zu bewerten.

SaaS – Ein weiteres Akronym! SaaS steht für Software as a Service. Dabei handelt es sich um eine cloudbasierte Methode zur Bereitstellung von Software, die in der Regel per Abonnement und über einen Browser oder eine App erfolgt. SaaS-Unternehmen haben sofortigen Zugang zu einem globalen Markt und können skalieren, ohne dass die Kosten für die Produktbereitstellung steigen. Beispiele hierfür sind Slack und Dropbox.

Zielmarkt (engl. Target Market) – Das ist die Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Merkmalen, auf die du dein Produkt ausrichtest. Bei der Erstellung deines Zielmarktes musst du demografische, geografische und psychografische Daten berücksichtigen, um wirklich zu verstehen, was deine Kunden dazu bewegt, in eine Marke zu investieren.

Unicorn – Anders als das Fabelwesen sind Startup-Einhörner zwar unglaublich selten, aber keine Fiktion. Unicorns sind Startups, die mit mehr als 1 Milliarde Dollar bewertet werden.

Wertversprechen (engl. Value Proposition; oder auch Alleinstellungsmerkmal) – Dies ist eine Aussage, die zusammenfasst, warum deine Kunden bei dir kaufen sollten und was dich von deinen Mitbewerbern unterscheidet. 

Wizard of Oz MVP – Ein MVP, das die Illusion erweckt, dass der Nutzer mit einem vollständig entwickelten technischen Produkt interagiert. Hinter den Kulissen wird das Produkt oder die Dienstleistung jedoch manuell bereitgestellt. So können Startups ihre Ideen testen, ohne die oft teure Software zu entwickeln, bis sie sich als notwendig erwiesen haben.  

X-Faktor – Ich werde dich nicht anlügen, denn X war ein schwer auszufüllender Buchstabe, also präsentiere ich dir den „X-Faktor“. Das ist etwas, das dich von deinen Mitbewerbern abhebt, wenn du dich um eine Investition bewirbst, etwas, das potenzielle Investoren denken lässt: „Wow, von diesem Kuchen möchte ich ein Stück abhaben.“

Jo-Jo-Markt – Das ist ein Slangausdruck für einen sehr volatilen Markt, z. B. „Es ist riskant, in Krypto-Startups zu investieren, da der Markt momentan völlig unbeständig ist“.  

Zombie – Zu guter Letzt ist ein Zombie ein Startup, das nur geringe Umsätze erwirtschaftet – genug, um die Gewinnschwelle zu erreichen, aber nicht genug, um eine gute Rendite zu erzielen. Ihr Wachstum stagniert und sie „fressen ständig, was sie töten“, oder anders gesagt, sie verbrauchen ihre Einnahmen. 

Ich hoffe, das hat dir geholfen, einen Einblick in den Startup-Jargon zu bekommen. Vergiss nicht, dass du ein wachstumsorientierter Gründer mit einer bahnbrechenden Technologie und vielen qualifizierten Leads sein musst, der einen Jo-Jo-Markt vermeidet und hofft, ein Einhorn und kein Zombie zu werden … oder so ähnlich!

Dieser Artikel wurde von Elena Rosewell auf Englisch verfasst und am 21.06.2022 auf www.wearenova.co.uk veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können.

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