Wer eine Nachteule ist, abends gern noch länger wach bleibt und eher länger ausschläft, weiß: Wenn die innere Uhr morgens nicht mitspielt, ist der Tag schon vorbei, bevor er begonnen hat. Man erscheint morgens absolut müde auf der Arbeit und ist kaum in der Lage, richtig zu arbeiten. Von den gängigen Zeiten für den Arbeitsbeginn profitieren eigentlich nur Frühaufsteher, während Nachteulen mit sich ringen müssen, um überhaupt aufzustehen. Die gute Nachricht: Ein neuer Trend verspricht nun, Abhilfe zu schaffen. Beim sogenannten „Chronoworking“ passt du den Arbeitsalltag auf den persönlichen Biorhythmus an. Dadurch können Mitarbeiter ihre Zeit auch tatsächlich produktiv nutzen – und brauchen nicht erst mehrere Stunden, um wach zu werden.
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Nachteulen performen generell schlechter auf der Arbeit
Diese Situation dürften viele kennen: Während die Kollegen bereits voll in Fahrt sind und sich vergnügt beim ersten Kaffee unterhalten, muss man selbst erst einmal klarkommen. Dagegen helfen jedoch auch Unmengen an Kaffee nicht. Der Grund dafür ist simpel: Der Biorhythmus kann sich von Mensch zu Mensch stark unterscheiden – darauf nehmen allerdings die wenigsten Arbeitgeber wirklich Rücksicht. Egal ob Nachteule oder Lerche: Alle sollen pünktlich um 7 auf der Matte stehen.
Dabei zeigen Studien, dass es zu Einbußen bei der Leistungsfähigkeit kommt, wenn man versucht, gegen die eigene innere Uhr zu arbeiten. Das Phänomen, dass Nachteulen unter den starren 9-to-5-Regeln (oder noch früheren Arbeitszeiten) leiden, nennt sich in der Wissenschaft „Social Jetlag“. Studien zeigen, dass Eulen häufiger als Lerchen schlecht auf der Arbeit performen und öfter von Einschränkungen geplagt werden, die zu einer verfrühten Arbeitsunfähigkeit führen.
Wie funktioniert Chronoworking?
Genau hier kommt das sogenannte „Chronoworking“ ins Spiel. Die Idee ist simpel: Der Arbeitsalltag wird soweit wie realistisch möglich an den eigenen Schlafrhythmus angepasst. Schon jetzt setzen Unternehmen ganzheitlich das Konzept bereits in die Realität um. So etwa die Klinik Wartenberg in Bayern: Hier wird Mitarbeitenden ein kostenloser Test angeboten, mit dem ihr Chronotyp bestimmt wird.
Eine Betriebsvereinbarung ermöglicht es ihnen dann, einzufordern, dass bei der Schichtplanung auf ihren jeweiligen Schlaftypen Rücksicht genommen wird. Auf Nachfrage des Magazins „t3n“ erklärt Norman Daßler, Leiter im Controlling der Klinik, dass diese Mitarbeiter auch oftmals fitter und zufriedener waren als diejenigen, die diese Leistung nicht in Anspruch nahmen.
Was Chronoworking in der Praxis bewirken kann
Chronoworking ist kein Allheilmittel. Schichtarbeit, Kundenkontakt oder Produktionsprozesse erfordern weiterhin feste Zeitstrukturen. Selbst dort lassen sich jedoch Elemente integrieren – etwa mehr Mitbestimmung bei Schichteinteilungen oder flexiblere Pausen. Wichtig ist zudem: Der Ansatz darf nicht in zusätzlichen Leistungsdruck kippen, also zur Erwartung werden, jede Hochphase maximal ausnutzen zu müssen.
Die Vorteile überwiegen dennoch deutlich: weniger Fehlzeiten, höhere Produktivität, größere Zufriedenheit und stärkere Mitarbeiterbindung – besonders bei Generationen, die Selbstbestimmung als Standard erwarten. Der Schlüssel liegt im offenen Dialog. Sprich mit deinen Mitarbeitenden über Arbeitsgewohnheiten und Produktivitätsmuster. Wer jetzt beginnt, diese Potenziale zu nutzen, gewinnt nicht nur produktive Stunden, sondern auch Vertrauen – in Zeiten von Fachkräftemangel ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
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