Skip to main content

Mitten in der Erkältungssaison stehen viele Beschäftigte vor einer schwierigen Entscheidung: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um nach einer Erkältung wieder ins Büro zurückzukehren? Zahlreiche Arbeitnehmer schleppen sich bereits mit Halsschmerzen, leichtem Husten oder abklingendem Schnupfen zur Arbeit, weil sie sich auf dem Weg der Besserung wähnen. Die voreilige Rückkehr birgt allerdings gleich zwei Risiken: Zum einen kann das dazu führen, dass der eigene Gesundheitszustand sich wieder verschlechtert. Zum anderen besteht auch die Gefahr, dass man die Kolleginnen und Kollegen zusätzlich ansteckt. Die Frage ist also: Wann ist man wirklich nicht mehr ansteckend – und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Sieben Tage dauert ein typischer Infekt

Ein gewöhnlicher Atemwegsinfekt wie Schnupfen oder grippaler Infekt hält in der Regel rund eine Woche an. Das erklärt Dr. med. Stefan Maydl, Facharzt für Allgemeinmedizin gegenüber dem News-Portal „20 Minuten„. Dabei gilt ein klarer Zusammenhang: „Je stärker die Symptome, desto größer die Ansteckungsgefahr“, so der Mediziner.

Zu den klassischen Anzeichen einer Erkältung zählen häufiges Niesen, Halsschmerzen, verstopfte oder laufende Nase sowie Husten. Hinzu kommen oft Fieber, Müdigkeit und allgemeine Gliederschmerzen. Im Umkehrschluss heißt das: Mit fortschreitender Erkrankung und nachlassenden Beschwerden sinkt auch das Übertragungsrisiko kontinuierlich. Wer also nur noch leicht hustet oder schnieft, gefährdet seine Mitmenschen deutlich weniger als in der akuten Phase mit starken Symptomen.

Richtwert: Ende der Ansteckungsgefahr nach zehn Tagen

Einen exakten Stichtag für die Rückkehr ins Büro gibt es jedoch nicht, da jeder Infekt individuell verläuft. Als grobe Orientierung nennt Dr. Maydl jedoch einen Zeitraum von etwa zehn Tagen nach Auftreten der ersten Symptome – danach sei man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ansteckend.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, bei Atemwegserkältungen im Allgemeinen so lange daheim zu bleiben, bis Schnupfen, Husten und Halsschmerzen abgeklungen sind. Auch Fieber sollte verschwunden und die Erschöpfung deutlich nachgelassen haben. Diese Phase dauert durchschnittlich drei bis fünf Tage.

Wichtig zu beachten: Bei Influenza oder Covid-Erkrankungen gelten strengere Vorsichtsmaßnahmen, die mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollten.

Reizhusten ist kein Grund für Krankmeldung

Husten kann nach überstandener Erkältung noch wochenlang anhalten – in manchen Fällen sogar bis zu zwei Monate. Dieser sogenannte postinfektiöse Reizhusten stellt jedoch keine Ansteckungsgefahr dar, wie Dr. Maydl betont. Wer nur noch trocken hustet, muss also nicht zwingend der Arbeit fernbleiben.

Anders verhält es sich bei produktivem Husten mit Schleimbildung. Solange man hustet und auch Schleim produziert, besteht weiterhin ein Infektionsrisiko. Besondere Vorsicht ist bei verfärbtem Auswurf geboten: Gelblicher oder grünlicher Schleim deutet auf einen bakteriellen Infekt hin, der ärztlich behandelt werden sollte.

Benimmregeln für die Rückkehr ins Büro nach der Erkältung

Wer mit Restsymptomen einer Erkältung wieder ins Büro einkehrt, sollte grundlegende Hygienemaßnahmen einhalten:

  • Husten und Niesen gehören in die Armbeuge
  • Taschentücher dürfen nur einmal verwendet werden
  • Ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu anderen Personen reduziert das Übertragungsrisiko erheblich.
  • Mehrmals täglich die Hände zu waschen ist besonders wirksam
  • Auf Händeschütteln sollte in der Erkältungszeit gänzlich verzichtet werden

Besondere Vorsicht ist Im Großraumbüro, im Kundenkontakt oder im Gesundheitswesen geboten. Gleiches gilt für den Umgang mit Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem Menschen über 70, Schwangere, chronisch Kranke und Säuglinge. Atemschutzmasken bieten zusätzlichen Schutz – allerdings nur bei korrekter Anwendung und regelmäßigem Wechsel.

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!

Leave a Reply