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US Optionen erfreuen sich bei vielen Anlegern aufgrund ihrer gezielteren Einsetzbarkeit im Vergleich zum bloßen Aktienkauf. Märkte lassen sich differenzierter abbilden, bestehende Positionen absichern und Ertragsstrategien umsetzen. Aber genau diese Vielseitigkeit führt auch dazu, dass Optionen in ihrer Funktionsweise leider oft unterschätzt werden. Wer sie für nichts anderes hält als eine schnellere oder eine billigere Form des Börsenhandels, der geht mit einer falschen Annahme in den Markt. Dabei sind Optionen Finanzinstrumente mit eigenen Rechten und Pflichten, eigenen Laufzeiten und auch Risikoprofilen.

Was US Optionen sind und was sie anders machen als Aktien

Eine Option ist ein standardisierter Vertrag. Sie räumt dem Käufer ein Recht ein, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses Recht gilt entweder bis zu einem bestimmten Termin oder an einem bestimmten Verfalltag. Calls stehen für das Kaufrecht und Puts stehen für das Verkaufsrecht.

Wer eine Option kauft, der kauft also ein Recht. Wer Optionen verkauft, geht eine Verpflichtung ein. Der gravierendste Unterschied zum Aktienhandel liegt auf der Hand. Beim Kauf einer Aktie erwirbt man einen Vermögenswert direkt. Bei Optionen handelt man Rechte, und zwar über einen bestimmten Zeitraum auf einen Basiswert. Das hängt nicht nur von der Richtung ab, sondern auch von der Laufzeit, der Volatilität und dem Zeitwert. Eine Meinungsbildung allein reicht also nicht. Selbst wenn die Richtung prinzipiell stimmt, kann der Trade scheitern, wenn die Bewegung nicht rechtzeitig kommt oder wenn die implizite Volatilität einbricht.

Bei standardisierten Optionskontrakten kommt eine weitere Erschwernis hinzu. Ein US Aktienoptionskontrakt bezieht sich in der Regel über 100 Aktien des entsprechenden Basiswerts. Das klingt sehr technisch, ist es auch, ist aber für die Praxis wichtig. Es ist eben so, dass man sich beim Handel mit einem einzigen Kontrakt wirtschaftlich bereits sehr viel mehr bewegt als es der bezahlte Preis auf den ersten Blick vermuten lässt. Und genau hier entstehen jede Menge Fehlannahmen. Eine niedrige Optionsprämie bedeutet nicht automatisch ein kleines Risiko.

Warum der Einstieg ohne Produktverständnis teuer werden kann

Viele Einsteiger beschäftigen sich oft zuerst mit irgendwelchen Strategien. Sie lesen über Covered Calls, Cash Secured Puts oder Spreads und wollen diese Strukturen schnellstmöglich umsetzen. Das ist der falsche Weg, denn vor jeder Strategie steht die Frage, wie sich eine Option überhaupt im Preis verändert und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Der Preis einer Option hängt nämlich nicht nur vom Kurs des Basiswerts ab. Auch die Restlaufzeit hat einen direkten Einfluss auf den Preis und je näher der Verfall kommt, desto stärker verliert der Zeitwert an Bedeutung. Und die erwartete Schwankungsintensität des Marktes beeinflusst die Optionspreise meist erheblich. Wer dies nicht versteht, der handelt nicht auf Wissen, sondern auf Basis von Mustern.

Ein weiterer Punkt: Aktien kann man auch halten, wenn sich eine Position nicht sofort so entwickelt, wie man es sich gedacht hat. Bei Optionen sieht das anders aus. Die Restlaufzeit ist ein echter Risikofaktor. Jede Option, die man erwirbt, hat eine festgelegte Laufzeit. Das bedeutet, selbst wenn man mit einer Marktidee teilweise richtig liegt, kann dies dennoch zu Verlusten führen. Daher ist der erste Schritt nicht die Auswahl einer Handelsstrategie, sondern das Verständnis grundlegender Begriffe. Wichtige Begriffe sind beispielsweise Ausübungspreis, Laufzeit, Prämie, innerer Wert, Zeitwert, Ausübung und Zuteilung.

Wer sich mit diesen Begriffen noch unsicher ist, sollte besser keine echten Gelder investieren. Es handelt sich hierbei nicht um eine akademische Herausforderung, sondern vielmehr um einen wichtigen Schutzmechanismus.

Typische Abläufe vor der Genehmigung für den Optionshandel

Der Handel mit US-Optionen wird bei seriösen Brokern nicht automatisch freigeschaltet. Gewöhnlich müssen Kunden vor dem Handel mit Optionen zusätzliche Informationen bereitstellen. Dazu zählen Angaben zu ihren Erfahrungen mit Wertpapieren und Derivaten, ihre finanzielle Situation, Anlageziele sowie die persönliche Risikobereitschaft. Dieser Prozess dient nicht der Bürokratie, sondern soll sicherstellen, dass komplexe Finanzprodukte nur nach gründlicher Überprüfung genutzt werden.

In der Praxis arbeiten viele Broker mit verschiedenen Freigabestufen. In der Regel erhält ein Konto zunächst Zugang zu einfacheren Optionen im Handel. Dort finden sich dann auch der Kauf von Calls und Puts und gedeckte Strategien. Risikobehaftete Konstruktionen und solche mit Marginanforderungen werden oft erst nach zusätzlicher Prüfung freigeschaltet.

Wer denkt, jeder Broker lässt jede Strategie für jeden Kunden sofort zu, der täuscht sich.
Wie wichtig Dokumentation ist, das zeigt sich in der Regel auch vor dem Handel. Bevor Anleger aktiv werden dürfen, müssen sie meist erst Risikohinweise und produktspezifische Informationen zur Kenntnis nehmen. Viele klicken solche Dokumente einfach weg. Genau das ist einer der häufigsten Anfängerfehler. In diesen Unterlagen steht nicht nur der Formaljurist, sondern das operative Produkt. Es wird erklärt, wann es zu Verpflichtungen kommt, wie Ausübung und Zuteilung ablaufen, und warum gerade diese Strategien Verluste bringen können, die weit über das ursprüngliche Investment hinausgehen.

Woran ein Broker für US Optionen wirklich gemessen werden sollte

Wer sich einen Broker sucht, der schaut meist sofort erst einmal auf Gebühren. Das ist nachvollziehbar, aber zu kurz gesprungen. Niedrige Ordergebühren helfen wenig, wenn Ausführung, Plattform oder Risikosteuerung schwach sind. Ein Broker für Optionen sollte also auf jeden Fall nach diesen Punkten geprüft werden.

Zunächst ist der Produktzugang wirklich wichtig. Nicht jeder Anbieter hat dieselbe Auswahl an US Optionen, Basiswerten und auch an Strategien. Wer nur Standard Trades plant, hat andere Ansprüche als jemand, der später auch mit komplexeren Kombinationen arbeitet. Schon vor Kontoeröffnung sollte klar sein, welche Märkte, Ordertypen und Funktionsumfänge tatsächlich zur Verfügung stehen.

Der nächste Punkt ist die Orderausführung. Im Optionshandel fallen Geldbriefspannen oft stärker ins Gewicht als bei Aktien. Gerade in weniger liquiden Serien kann eine schlechte Ausführung echte Kosten produzieren. Eine gute Plattform sollte deshalb saubere Realtime Daten, zuverlässige Limit Orders und eine transparente Preisstellung bieten.

Der dritte Punkt ist die Margin Logik. Sobald man also Strategien mit Verpflichtungen oder mehrere Beine verwendet, entscheidet die Marginberechnung direkt über das reale Risiko auf dem Konto. Die Anleger müssen verstehen, bei welchen Gelegenheiten Sicherheiten blockiert werden können, wie sich die Anforderungen unter Stress ändern und ab wann der Broker zu automatischen Eingriffen gezwungen ist. Wer diese Mechanik nicht durchblickt, kann Positionen aufbauen, deren Tragweite er erst im Verlustfall erkennt.

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