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Das Vermögen der deutschen Privathaushalte hat einen historischen Höchststand erreicht: Nach Berechnungen der DZ Bank belief sich das Geldvermögen im Gesamtjahr 2025 auf rund zehn Billionen Euro. Für 2026 prognostiziert das Institut einen weiteren Anstieg auf 10,5 Billionen Euro. Gleichzeitig zeigt sich, dass diese Entwicklung vor allem von den Spitzenverdienern ausgeht – denn knapp jedem vierten Deutschen bleiben überhaupt keine Rücklagen.

Demgegenüber steht eine alarmierende Entwicklung: Laut einer Ipsos-Erhebung für die Direktbank ING gaben 27 Prozent der Befragten an, keinerlei Rücklagen zu besitzen. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 23,5 Prozent. Auch die Sparquote sinkt deutlich: Während 2024 noch über 70 Prozent der Haushalte regelmäßig Geld zurücklegten, waren es im Dezember 2025 nur noch knapp 64 Prozent. Wie es trotzdem gelingen kann, ein finanzielles Polster aufzubauen, verraten wir dir hier.

Mehr rund um Finanzen kannst du am Ende dieses Beitrags finden.

Die Hälfte des Vermögens liegt in den Händen weniger

Die Verteilung des Reichtums in Deutschland ist extrem ungleich. Nach Angaben der Bundesbank konzentriert sich rund die Hälfte des gesamten Geldvermögens auf die wohlhabendsten zehn Prozent der Bevölkerung – das entspricht etwa vier Millionen Haushalten. Diese Gruppe profitiert besonders stark von Investments in Aktien und Fonds, wodurch ihr Vermögen überdurchschnittlich wächst.

Am anderen Ende der Skala sieht die Lage völlig anders aus: Rund 20 Millionen Haushalte verfügen zusammen über lediglich acht Prozent des Geldvermögens. Die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich damit weiter. In die Berechnungen von Bundesbank und DZ Bank fließen Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Versicherungsansprüche ein – Immobilien bleiben dabei unberücksichtigt.

Warum Millionen Deutsche nicht sparen können

Die Ursachen für fehlende Rücklagen sind vielfältig, doch ein Faktor dominiert: Fast die Hälfte der Betroffenen gibt an, schlichtweg zu wenig zu verdienen, um etwas beiseitelegen zu können. Konkret nannten 46,7 Prozent der Befragten ohne Ersparnisse ein zu geringes Einkommen als Hauptgrund.

Hinzu kommt der Druck steigender Preise – gut jeder Fünfte berichtet, dass höhere Lebenshaltungskosten vorhandene Rücklagen aufgezehrt haben. Die finanzielle Belastung schlägt sich auch psychisch nieder. Fast 18 Prozent aller Befragten liegen nachts wegen Geldsorgen wach. Besonders bedrückend: Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer hat das Gefühl, aufgrund ihrer finanziellen Situation niemals die Dinge erreichen zu können, die sie sich im Leben wünschen.

So gelingt der Aufbau eines finanziellen Polsters

Trotz – vielleicht auch gerade wegen – der schwierigen Lage ist der Aufbau von Rücklagen für finanzielle Stabilität von kritischer Bedeutung. Als Richtwert gelten zwei bis drei Netto-Monatsgehälter, die für unvorhergesehene Ausgaben bereitstehen sollten. Ein solcher Notgroschen verhindert, dass bei kaputten Haushaltsgeräten oder dringenden Reparaturen teure Kredite aufgenommen werden müssen.

Der Einstieg kann auch schon mit kleinen Beträgen gelingen. Eine bewährte Methode: Direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag – etwa zehn Euro – automatisch auf ein separates Tagesgeldkonto überweisen. Dort bleibt das Geld im Alltag unangetastet und wächst Monat für Monat. Wichtig ist dabei die Trennung vom Girokonto: Wer sein Erspartes auf einem Extra-Konto parkt, widersteht der Versuchung leichter, es für spontane Ausgaben anzutasten.

Versteckte Kostenfresser aufspüren

Ein kritischer Blick auf die monatlichen Ausgaben kann zusätzliches Sparpotenzial offenlegen. Viele Haushalte zahlen für Verträge, die sie kaum nutzen – beispielsweise Streaming-Abonnements, die seit Monaten unberührt bleiben, Zeitungsabos, die schlichtweg nicht genutzt werden oder überteuerte Mobilfunktarife. Solche laufenden Kosten summieren sich über das Jahr zu beachtlichen Beträgen.

Besonders wichtig: Niemals ins Minus rutschen – Banken berechnen laut dem Vergleichsportal Verivox für Dispokredite im Durchschnitt 11,31 Prozent Zinsen. Wer regelmäßig überzieht, verliert dadurch Geld, das andernfalls in den Vermögensaufbau fließen könnte. Daher ist es empfehlenswert, vor größeren Ausgaben zunächst eine vollständige Übersicht aller Einnahmen und Ausgaben zu erstellen.

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