Beim Einkaufen stellt sich immer wieder die Frage: Zahle ich hier lieber mit Bargeld oder Karte? Während einige Kunden an Scheinen und Münzen festhalten, setzen einige aus Bequemlichkeit lieber auf die Kartenzahlung. Im Endeffekt macht das für Kunden selten einen echten Unterschied, oft kommt es auch auf den Anlass an. Schließlich halten mittlerweile sogar auf Flohmärkten Zahlungsanbieter wie PayPal Einzug, während die Akzeptanz für das Bargeld immer mehr schwindet. Doch gerade für Händler kann es durchaus einen Unterschied machen, ob Kunden mit Bargeld oder Karte zahlen. Woran das liegt und was Unternehmen beachten müssen, erfährst du hier.
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Zahlungsmittel kosten Händler unterschiedlich viel
Für Händler sind keineswegs alle Zahlungsmittel gleich vorteilhaft. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bundesbank, für die monetäre Kosten wie Gebühren, Entgelte, Geräte- oder Transportkosten analysiert wurden. Zudem wurden auch nicht-monetäre Kosten berücksichtigt – so etwa die Zeit, die für den Umgang mit den Zahlungsmitteln aufgewendet wird. Dass auch Bargeld auch seinen Preis hat, zeigen die berechneten Kosten: So kamen die Analysten der Bundesbank dabei auf durchschnittlich 43 Cent pro Transaktion. Rein mit dem Blick auf einzelne Zahlungen ist Bargeld dennoch die günstigste Wahl für Händler.
Im Verhältnis zum Umsatz hat allerdings die Girocard mit rund 0,8 Prozent die Nase vorn. Internationale Debitkarten – beispielsweise Visa oder Mastercard sowie Kreditkarten – sind deutlich kostspieliger. Wird das von Trump gestützte Debit Card Act umgesetzt, könnten sich die Gebühren zusätzlich erhöhen. Der Hintergrund: US-Präsident Trump will einen Deckel für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent durchsetzen. Dieser würde die Kreditkartenunternehmen unter Druck setzen, die Gewinne außerhalb der USA zu steigern.
Wie setzen sich die Kosten für Händler zusammen?
Kunden selbst zahlen an der Kasse keinen Aufpreis, egal ob sie mit Bargeld oder Karte zahlen. Offiziell dürfen Händler die Kosten auch nicht direkt an die Kunden in Form einer Gebühr weiterreichen, insofern sie den jeweiligen Zahlungsweg anbieten. Das führt allerdings dazu, dass die Händler die Preise langfristig für alle Kunden nach oben anpassen – so tragen auch diejenigen, die günstigere Zahlungsmittel nutzen, die Kosten derjenigen, die teure nutzen, mit.
Kartenzahlungen sind hauptsächlich aufgrund der Transaktionsgebühren der beteiligten Unternehmen teuer für die Händler. Bei Kreditkarten kommen zusätzlich zu den Interbankentgelten auch sogenannte Scheme-Gebühren der großen Anbieter hinzu. Bargeldzahlungen hingegen verursachen Kosten in der Kassenführung und im Kassenabgleich. Zudem muss das Geld gegen Überfall versichert und zur Bank gebracht werden. Auch Wechselgeld müssen Händler parat haben.
Kunden wollen Wahlfreiheit beim Bezahlen
Was die Studie auch zeigt: Gerade kleinere Betriebe haben mit höheren relativen Kosten zu kämpfen. Je kleiner das Unternehmen, desto höher sind diese. Umso wichtiger ist es für kleinere Unternehmen daher, gezielt Kostenpläne zu vergleichen. Wichtig ist hierbei, darauf zu achten, die Fixkosten zur Einführung so gering wie möglich zu halten und bei zunehmenden Kartenzahlungen upgraden zu können, ohne den Anbieter wechseln zu müssen.
Gleichzeitig müssen Händler auch auf die Bedürfnisse der Kundschaft hören. Eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. zeigt, dass Verbraucher sich grundsätzlich mehr Flexibilität wünschen. Während Bargeld ein fester Bestandteil des Alltags bleibt, gewinnen auch digitale Optionen an Bedeutung. Etwa die Hälfte der Befragten wünscht sich, dass Kartenzahlungen überall akzeptiert werden. Dabei bleibt die Girocard trotz aller Vielfalt ein Favorit der Deutschen.
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