Nur drei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus haben hochrangige Unterhändler beider Seiten in New York die Weichen gestellt. US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vize-Ministerpräsident He Lifeng kamen am Sonntag in der Konzernzentrale der Großbank JPMorgan Chase zusammen. Bessent bezeichnete die Unterredung als „sehr erfolgreich“. Im Mittelpunkt standen der anhaltende Handelskonflikt sowie Sicherheitsfragen rund um Künstliche Intelligenz. Auch US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte, die Gespräche hätten den Boden für das Präsidententreffen am Donnerstag bereitet. Laut US-Medienberichten wird Xi bereits am Mittwoch in Washington erwartet. Peking äußerte sich bislang nur zurückhaltend zu den Reiseplänen.
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USA wollen KI-Vorfälle künftig mit China teilen
Washington schlug Peking ein gemeinsames Meldesystem vor, über das beide Seiten sicherheitsrelevante Vorfälle im Bereich Künstlicher Intelligenz erfassen und austauschen sollen. „Wir wollen ein gemeinsames Verständnis unserer gemeinsamen Ziele und Bedrohungen“, sagte Bessent laut Medienberichten nach dem Treffen. Ähnlich wie bei grenzüberschreitenden Aktivitäten müsse zwischen den beiden weltweit führenden KI-Nationen mehr Transparenz geschaffen werden.
Über die genaue Ausgestaltung des Mechanismus machte der Finanzminister keine weiteren Angaben. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte lediglich, dass KI-bezogene Themen besprochen worden seien, nannte jedoch keine Einzelheiten. Die Wirtschafts- und Handelsgespräche seien insgesamt „offen, tiefgehend und konstruktiv“ verlaufen, hieß es aus Peking.
Neuer Handelsrat und mögliche Zollerleichterungen
Beide Seiten einigten sich darauf, einen neuen Handelsrat ins Leben zu rufen. Über dieses sogenannte Board of Trade hatten Trump und Xi bereits bei ihrem Treffen im Mai in Peking gesprochen. Die formelle Einrichtung soll nun beim Gipfel am Donnerstag besiegelt werden.
Darüber hinaus loten die Unterhändler aus, für welche als „nicht sensibel“ eingestuften Produkte künftig niedrigere Zölle gelten könnten. Laut US-Handelsbeauftragtem Greer kommen dafür unter anderem Konsumgüter, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Energieprodukte sowie medizinische Geräte infrage. Konkrete Zollsätze oder ein Zeitplan für mögliche Senkungen wurden allerdings nicht genannt.
Zollpause endet im November – und der Druck wächst
Ein zentraler Streitpunkt bleibt der laufende Zollkonflikt zwischen beiden Ländern. Die derzeit geltende Waffenruhe bei den gegenseitigen Strafzöllen läuft am 10. November 2026 aus. Ob und unter welchen Bedingungen sie verlängert wird, dürfte beim Gipfel am Donnerstag eine entscheidende Rolle spielen.
Aus Washington kam bereits scharfe Kritik an Peking: China habe seine Zusage, den Export kritischer Mineralien wieder zu erleichtern, bisher nicht ausreichend eingehalten, monierte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter. US-Handelsbeauftragter Greer hatte zudem angekündigt, die Einhaltung jüngster Vereinbarungen genau zu kontrollieren und auf einen „ausgewogenen Handel“ zu drängen. Für Trump ist das massive Handelsdefizit gegenüber China seit langem ein Reizthema. Die Volksrepublik exportiert deutlich mehr Waren in die USA als umgekehrt.
Trump empfängt Xi persönlich auf dem Rollfeld
Der chinesische Staatschef soll am Mittwoch auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews südöstlich der US-Hauptstadt landen. In einer ungewöhnlichen Geste will Trump seinen Gast persönlich auf dem Flugfeld in Empfang nehmen. Zusätzlich hat der US-Präsident ein Staatsbankett zu Ehren Xis angekündigt.
Das eigentliche Arbeitsgespräch der beiden Staatsoberhäupter ist für Donnerstag im Weißen Haus angesetzt. Neben den Handelsbeziehungen und dem Export Seltener Erden dürften dabei auch der Iran-Krieg, die Spannungen rund um Taiwan sowie Chinas Verhältnis zu Russland auf der Agenda stehen. Peking hat sich zu den geplanten Gesprächsthemen bislang nicht im Detail geäußert – das chinesische Handelsministerium verwies lediglich darauf, man werde sich „vom wichtigen Konsens der beiden Staatschefs leiten lassen“.
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