Egal wie viel Mühe du dir gibst: Irgendetwas gibt es an einer Website immer zu optimieren. Oft sind es nicht einmal die großen, offensichtlichen Fehler, sondern kleine Usability-Mängel, die Besucher im Alltag in den Wahnsinn treiben. Wenn du eine professionelle Firmenwebsite betreibst, willst du deine potenziellen Kunden nicht auf dem falschen Fuß erwischen.
Die folgende Liste zeigt dir 10 typische Baustellen und wie du sie heute nach modernen UX/UI-Standards (User Experience/User Interface) perfekt löst.
1. Textwüsten stoppen: Sprich wie ein Top-Verkäufer
Viele Websites überfrachten ihre Startseite mit jedem erdenklichen Detail, um den Nutzer bloß lange auf der Seite zu halten. Das Ergebnis? Winzige Schrift und endlose Textwüsten, die niemand liest.
- Die Lösung: Mach es wie ein guter Autoverkäufer. Er drückt dem Kunden auch nicht zuerst das 200-seitige Handbuch in die Hand. Er fragt nach den Wünschen, stellt die emotionalen Highlights vor und bietet eine Probefahrt an. Schreibe deine Texte genau so: Fokussiert auf den Nutzen des Kunden, einladend und mit einem klaren Angebot (z. B. einer kostenlosen Erstberatung).
2. Die Startseite ist kein Inhaltsverzeichnis
Klatsche deine Startseite (Homepage) nicht mit dutzenden Links zu jeder Unterseite voll. Das überfordert die Besucher.
- Die Lösung: Die Startseite muss die Brücke zwischen den Kernbedürfnissen deiner Zielgruppe und deinem Angebot schlagen. Reduziere die Navigation auf die wesentlichen Kernbereiche (Produkte/Dienstleistungen, Preise, Über uns, Kontakt). Wer nach Spezialthemen sucht, nutzt ohnehin die Suchfunktion oder das Menü.
3. Mach den „Wir- und Ich-Check“
Niemand klickt auf deine Website, um zu lesen, wie toll du dich selbst findest. Kunden wollen nur eines wissen: „Welches Problem löst dieses Unternehmen für mich und ist es mein Geld wert?“
- Die Lösung: Streiche selbstdarstellerische Phrasen. Prüfe deine Texte: Wie oft nutzt du „Ich“ oder „Wir“ im Vergleich zu „Du“ oder „Sie“? Drehe die Perspektive um. Statt „Wir sind Marktführer im Bereich IT-Sicherheit“ schreibst du besser: „Wir halten deine Firmendaten sicher, damit du dich ohne Sorgen auf dein Kerngeschäft konzentrieren kannst.“
4. Kontaktherstellung: Schluss mit der Datengier bei Formularen
Es ist eines der größten Ärgernisse im Netz: Ein Nutzer möchte nur eine kurze Frage stellen oder einen Newsletter abonnieren, und das Formular verlangt zwingend die Telefonnummer, die Postadresse und den Firmennamen.
- Die Lösung: Halte Formulare so minimalistisch wie möglich. Für einen Newsletter reicht die E-Mail-Adresse. Für ein Kontaktformular Name und E-Mail. Wenn du die Telefonnummer abfragst, mach sie zum optionalen Feld und erkläre kurz warum (z. B. „Für eventuelle Rückfragen zu deinem Wunschtermin“). Das schafft Vertrauen und senkt die Abbruchquote massiv.
5. Flüssige User Journeys statt „Zurück“-Button
Wenn der Nutzer auf deiner Seite nur über den „Zurück“-Button des Browsers navigieren kann, um zu einer vorherigen Auswahl zu gelangen, verlierst du ihn.
- Die Lösung: Gestalte eine flüssige, intuitive User Journey. Nutze sogenannte Breadcrumb-Navigationen (z. B. Startseite > Leistungen > Webdesign), damit der Nutzer immer weiß, wo er steht. Baue logische interne Textlinks und smarte Call-to-Action-Buttons ein, die den Besucher Schritt für Schritt vorwärts, seitwärts oder zurück führen, ohne dass er die Orientierung verliert.
6. Funktionales Programmieren und fehlerfreie Technik
Es klingt selbstverständlich, wird aber oft vernachlässigt: kaputte Verlinkungen, Sackgassen oder Filter, die nicht funktionieren (z. B. wenn man auf einer Reise-Website nach „Camping“ filtert, aber nur Hotelzimmer angezeigt werden).
- Die Lösung: Teste deine Website und deine Funktionalitäten regelmäßig – vor allem nach Updates. Richte eine charmante, individuelle 404-Fehlerseite ein, die den Nutzer nicht im Regen stehen lässt, sondern ihm direkt Suchschlitze oder Links zu den wichtigsten Seiten anbietet, falls ein Link doch mal ins Leere läuft.
7. Sag dem Nutzer, wo der Link hinführt
Unklare Linktexte wie „Hier klicken“ oder „Mehr erfahren“ sind Gift für die Usability und schlecht für dein SEO (Suchmaschinenoptimierung). Der Nutzer will nicht raten müssen, wo er landet.
- Die Lösung: Verwende sprechende, selbsterklärende Linktexte. Statt „Für unsere Preisliste klicken Sie hier“ schreibst du besser: „Hier findest du unsere aktuelle Preise und Leistungsübersicht (PDF).“
8. Schock-Links und Layout-Wechsel vermeiden
Du klickst auf einen Link und plötzlich öffnet sich ohne Vorwarnung ein riesiges PDF-Dokument, das mobil den ganzen Browser lahmlegt. Oder schlimmer: Du landest auf einer völlig fremden Domain mit komplett anderem Design, ohne zu wissen, wie du zurückkommst.
- Die Lösung: Warne deine Besucher vor. Wenn ein Link ein PDF öffnet, kennzeichne es im Text (z. B.
[PDF, 2 MB]). Wenn du auf externe Partnerseiten verlinkst, lass den Link in einem neuen Tab öffnen (target="_blank"), damit deine eigene Website im Hintergrund für den Kunden geöffnet bleibt.
9. Above the Fold: Das Wichtigste gehört nach oben
Auch im Zeitalter von schnellem Internet und großen Bildschirmen gilt: Der erste Eindruck zählt. Wenn der Nutzer erst kilometerweit nach unten scrollen muss, um überhaupt zu verstehen, was du anbietest oder wo das Kontaktformular ist, springt er ab.
- Die Lösung: Platziere dein wichtigstes Nutzenversprechen (deine Headline) und den primären Call-to-Action-Button direkt im sichtbaren Bereich (Above the Fold), also noch bevor der Nutzer das erste Mal scrollen muss.
10. FAQs sind gut – Kontext-Hilfen sind besser
Eine zentrale FAQ-Seite (Häufig gestellte Fragen) ist eine feine Sache, um den Kundenservice zu entlasten. Aber: Wenn der Nutzer mitten in einem komplexen Buchungs- oder Kaufprozess steckt, will er nicht die Seite verlassen müssen, um eine Antwort zu suchen.
- Die Lösung: Platziere Erklärungen genau dort, wo die Frage entsteht. Nutze kleine Info-Icons (Tooltips), die beim Drüberfahren oder Anklicken eine kurze Erklärung einblenden (z. B. direkt neben dem Feld „Prüfziffer“ bei der Kreditkarteneingabe). Benutzerhinweise direkt während der Aufgabe sind psychologisch viel wertvoller als eine lange Liste am anderen Ende der Website.
Fazit
Website-Besucher sind grundsätzlich bereit, sich auf deine Seite einzulassen – aber ihre Geduld ist begrenzt. Wenn du ihnen den Weg zu dem, was sie suchen, so einfach und transparent wie möglich machst, werden sie es dir mit Anfragen und Umsätzen danken!





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