Das Thema Cybersicherheit ist für viele Unternehmen und Betriebe negativ behaftet. Der Grund dafür ist die wachsende Bedrohungslage. Neben Konzernen rücken vermehrt auch kleine und mittlere Unternehmen ins Visier von Cyberkriminellen. Die Anzahl an Cyberangriffen nimmt kontinuierlich zu und die Vorfälle werden immer raffinierter und dadurch schwerwiegender für die betroffenen Parteien. Die wachsende Gefahr, die von Cyberangriffen ausgeht, bedeutet für Unternehmen im Umkehrschluss, dass das Thema Cybersicherheit vermehrt in den Fokus rücken und aktiv vorangetrieben werden muss. Denn die Absicherung der eigenen Prozesse und Daten ist nicht nur eine Schutzmaßnahme, sondern mittlerweile auch ein strategischer Erfolgsfaktor.
Höher, schneller, weiter: Die Entwicklung der Cyberlandschaft
Wenn auf die Cyberbedrohungen geschaut wird, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: 81 Prozent aller Unternehmen waren von Diebstahl von Daten und IT-Geräten sowie von digitaler und analoger Industriespionage und Sabotage betroffen. Der Schaden, der durch diese Angriffe entsteht, liegt bei 266,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen aus dem BITKOM Wirtschaftsschutz 2024 zeigen eindrücklich, dass Cyberangriffe nicht mehr zur Ausnahme gehören.
Egal, ob kleiner Betrieb oder großer Konzern: Die Folgen einer Cyberattacke sind für alle Betroffenen schmerzhaft und können massive Auswirkungen auf verschiedenste Unternehmensbereiche haben. Die Cyberstudie des Versicherers HDI zeigt unter anderem, dass nach einem Cyberangriff der Zugriff auf die Daten und Systeme erst nach 4,2 Tagen wieder möglich ist. Bei kleinen Betrieben sind es sogar 5,5 Tage im Durchschnitt. Tage, an denen ein normaler Betrieb nicht möglich ist. Rechnungen können nicht gezahlt werden, die Produktion wird unterbrochen, Kunden- und Partneranfragen laufen ins Leere. Eine Situation, die für manche Unternehmen schnell existenzgefährdend werden kann.
Vertrauen als Währung im digitalen Zeitalter
Ohne die richtige Vorbereitung und Absicherung ist ein Cyberangriff kaum zu kontrollieren. Präventive Maßnahmen sind entscheidend, um das eigene Unternehmen bestmöglich abzusichern. Umfassende Schulungen der Mitarbeitenden, ein IT-Notfallplan und regelmäßige Back-ups der Daten sind nur einige Beispiele, die die Cybersicherheit im Unternehmen erhöhen. Unternehmen müssen proaktiv tätig werden und konkrete Handlungen festlegen, um ihren Ruf und ihre Prozesse bestmöglich zu schützen. Ein Unternehmen, das in Cybersicherheit investiert – nicht nur Geld, sondern vor allem Ressourcen und Kapazitäten, gibt den KundInnen und Partnern ein positives Signal und zeigt, dass das Thema Cybersicherheit ernst genommen wird und entsprechend auch gehandelt wird.
Die Anforderungen seitens der Kundschaft und des Netzwerkes bestehend aus Partnern und Dienstleistern steigen. Das sichere Verarbeiten und Speichern von Daten ist dafür das naheliegendste Beispiel. Um das Vertrauen der KundInnen nachhaltig zu stärken und eine gute Zusammenarbeit mit Partnern und Dienstleistern zu gewährleisten, sollten Unternehmen transparent ihre Cybersicherheitsvorkehrungen kommunizieren. Außerdem sollten alle Prozesse und Daten in diesen Bereichen geschützt werden. Ein Cyberangriff, der beispielsweise KundInnendaten abgreift, führt schnell zu einer Rufschädigung, die noch lange nachhallt.
Einen Schritt voraus sein
Für Unternehmen sollte sich nicht mehr die Frage stellen, ob sie in Cybersicherheit investieren, sondern vielmehr in welchem Umfang sie entsprechende Maßnahmen umsetzen. Manche Branchen sind sogar dazu verpflichtet, Cybersicherheit im Unternehmen zu verankern. Ein Beispiel dafür ist die NIS2-Richtlinie. Sie setzt spezielle Anforderungen in den Bereichen Risikomanagement, Aufsichtsmaßnahmen, Meldepflichten und Sanktionsmöglichkeiten. Auch wenn die Umsetzung der Richtlinie in Deutschland aktuell noch nicht stattgefunden hat, sollten Unternehmen sich mit den Vorgaben beschäftigen und evaluieren, ob sie von der Richtlinie betroffen sind. Da die Richtlinie in anderen europäischen Ländern bereits umgesetzt wurde, wäre ein Nichthandeln ein fataler Wettbewerbsnachteil, den es zu umgehen heißt.
Ähnlich sieht es mit dem sogenannten Cyber Resilience Act aus. Der CRA fokussiert sich auf vernetzte Geräte, Maschinen und Anlagen. Bis Ende 2027 müssen Hersteller und Inverkehrbringer (Importeure und Distributoren) ihre Produkte an die Vorgaben dieser Richtlinie anpassen. Der CRA schreibt u.a. vor, dass Cybersicherheitsfaktoren von Anfang an bei der Produktionsentwicklung und sogar nach ihrem Abschluss berücksichtigt werden müssen. Auch hier gilt: Unternehmen, die bereits jetzt aktiv werden und die Vorgaben in ihre Prozesse integrieren, können sich von Wettbewerbern absetzen und sich als vertrauenswürdige Partner positionieren.
Ganzheitlich denken und Mehrwert schaffen
Unternehmen, die heute in Sicherheitsmaßnahmen investieren, schaffen nicht nur Vertrauen, sondern positionieren sich auch als verantwortungsbewusste und zukunftsorientierte Akteure. Dabei geht es nicht nur um die Abwehr von Angriffen, sondern auch um die aktive Gestaltung einer digitalen Unternehmenskultur, in der Sicherheit immer mitgedacht wird. Unternehmen, die Cybersicherheit als Teil ihrer Markenidentität begreifen und transparent kommunizieren, schaffen einen echten Mehrwert – für sich selbst, ihre KundInnen und ihre Partner. Die Frage ist also nicht nur, wie viel Sicherheit notwendig ist, sondern wie viel Vertrauen man gewinnen möchte.





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