Deutsche Führungskräfte begegnen selbstständig agierenden KI-Assistenten mit erheblicher Skepsis. Eine aktuelle Erhebung des Umfrageinstituts Civey zeigt, dass Manager den sogenannten KI-Agenten hauptsächlich simple Tätigkeiten anvertrauen würden. Die dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ exklusiv vorliegende Befragung von 1.000 Führungskräften offenbart deutliche Vorbehalte. Während 61 Prozent der Führungskräfte den digitalen Helfern Routineaufgaben zutrauen würden, sinkt das Vertrauen bei anspruchsvolleren Tätigkeiten rapide. Für Assistenzarbeiten kämen die Programme noch bei 45 Prozent der Befragten in Frage. Bei sensiblen Bereichen herrscht jedoch große Zurückhaltung: Lediglich 15 Prozent würden KI-Agenten mit Vertragsthemen betrauen.
Vertrauliche Daten bleiben tabu
Die Zurückhaltung der Manager zeigt sich besonders deutlich bei sensiblen Aufgaben. Nur vier Prozent würden den digitalen Assistenten ein eigenes Budget anvertrauen. Noch geringer fällt das Vertrauen beim Umgang mit vertraulichen Informationen aus – hier liegt die Zustimmung bei lediglich drei Prozent.
Die Skepsis erstreckt sich auch auf die Fehlerquote der KI-Systeme. Gerade einmal 14 Prozent der befragten Führungskräfte glauben, dass die automatisierten Helfer weniger Fehler produzieren als ihre menschlichen Kollegen. Diese Zahlen verdeutlichen das tiefe Misstrauen sowohl gegenüber der technischen Zuverlässigkeit als auch gegenüber den Anbietern der KI-Lösungen.
Milliardenschwere Zukunftsvision trifft auf Realität
Technologiekonzerne wie OpenAI, Anthropic und Microsoft setzen große Hoffnungen in die KI-Agenten. Die digitalen Assistenten sollen künftig als vollwertige Teammitglieder fungieren und endlich die erhofften Produktivitätssteigerungen liefern. „Agentische KI kann der KI einen ähnlichen Schub verleihen wie das Smartphone dem Internet“, erklärt Tanja Rückert, Chief Digital Officer bei Bosch.
Die Unternehmensberatung BCG rechnet mit einem explosiven Marktwachstum von derzeit etwa fünf Milliarden Dollar auf über 50 Milliarden Dollar bis 2030. Auch deutsche Unternehmen wie DeepL aus Köln wollen von diesem Boom profitieren. Der für seine Übersetzungssoftware bekannte Anbieter entwickelt einen Agenten für repetitive Büroaufgaben.
Hoffnung trotz Vorbehalten
Trotz der deutlichen Skepsis erkennen 46 Prozent der befragten Manager in KI-Agenten ein größeres Produktivitätspotenzial als in anderen Zukunftstechnologien wie Quantencomputern oder humanoiden Robotern. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte blickt neugierig auf gemischte Teams aus Menschen und KI-Assistenten, während 35 Prozent skeptisch bleiben.
Auch Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung zeigen gemischte Gefühle: Bei einer YouGov-Befragung von über 500 Angestellten äußerten sich 35 Prozent positiv, 37 Prozent negativ über den KI-Einsatz. Etwa ein Fünftel beider Gruppen erwartet bessere Arbeitsergebnisse durch die digitalen Helfer. 15 Prozent der Mitarbeiter experimentieren bereits mit den smarten Assistenten.
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